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Loslassen (KiTa, Woche 3)

Heute morgen war der erste Tag, an dem ich dich in die Krippe brachte. Zweimal war ich zu Gesprächen und Besichtigungen mit dir dort gewesen. Einmal hatte ich dich in der Eingewöhnung begleitet und eine Stunde dort verbracht. Zwei Wochen lang hatte ich mich jeden Morgen von dir verabschiedet und das Haus verlassen, um arbeiten zu gehen. Alles kein Problem also, dachte ich. Alles wie gehabt: Aufwachen, kuscheln, anziehen, Schoppi für dich, Frühstück für mich, Vesper richten, Zähneputzen und los. Aber ganz so einfach war es dann eben doch nicht.

Heute sollten wir gegen halb zehn beginnen, ein wirklich gemütlicher Start für uns beide, konnten wir doch fast “ausschlafen”. Abgesehen davon, dass wir doch ein Stückchen länger brauchten, als ich dachte (bin wohl schon im Ferienmodus) klappte -natürlich- alles gut. Machen wir ja schließlich jeden Tag.

Du wurdest tatsächlich erst mit dem Wecker (um zehn nach acht!) wach und nach einer Runde morgendlichem Kuscheln konnten wir aufstehen und den Tag begrüßen. Gegen halb zehn kamen wir in der Kita an. Dass du schon zu lächeln begannst, als du das Haus von weitem sahst, war für mich ein gutes Zeichen. Wie schon in der Eingewöhnung begrüßte uns deine Bezugserzieherin ganz herzlich. Im Gegensatz zum letzten Mal bliebst du jedoch heute bei mir stehen, bis ich meine Schuhe ausgezogen hatte und gingst an meiner Hand mit hinein. Die anderen Kinder waren, bis auf einen Jungen, Timmi,  der mit Frau W. auf dich gewartet hatte, alle im Hof.

Leider musste ich dein Vesper wieder mitnehmen, da eure Frühstückszeit bereits vorüber war. Gar nicht gut, hattest du doch zuhause nur einen Schoppen getrunken, denn ich war davon ausgegangen, dass du-wie in der vergangenen Woche auch- dort vespern würdest. Mein Mamaherz tat weh bei dem Gedanken, dass du bis zum Mittagessen sicher Hunger hättest, auch wenn mir Frau W. versicherte, dass ihr um 11.15 bereits gemeinsam Essen würdet. Trotzdem. Schon da musste ich etwas schlucken und hätte dich am liebsten einfach wieder mitgenommen. Gluckenmama, ich. Da ihr gleich zu den anderen Kindern hinaus in den Hof wolltet, schlug Frau W. vor, ich solle mich zuerst verabschieden, da es für dich sicher irritierend sei, wenn wir alle gemeinsam nach draußen gingen, du aber nicht mit mir gehen könntest. Also hieß es “Tschüss” sagen. Ich nahm dich nochmal auf den Arm, gab dir einen vier dicke Küsse, wünschte dir viel Spaß und verabschiedete mich. Nie hätte ich gedacht, dass es mir so schwer fallen könnte, mich dann umzudrehen und zu gehen. Dabei weintest du nicht einmal. Weh tat es trotzdem. Ehe ich dir Türe hinter mir zu zog, sah ich, wie du zu Timmi hinübergingst und ihm ganz lieb übers Gesicht streicheltest (“Eia” machen wird von dir gerade täglich geübt und ich bin jedesmal gerührt und entzückt). Dann drehtest du dich nochmal nach mir um. Ich winkte dir schnell zu und schloss die Türe hinter mir. Draußen horchte ich noch einen Moment, hörte dich jedoch -zum Glück- nicht weinen.

Dafür stiegen mir die Tränen in die Augen, noch ehe ich das Gebäude verlassen hatte. Loslassen ist eben doch nicht so einfach, wie ich dachte. Auch wenn es nur für ein paar Stunden ist.

PS: Mittlerweile bist du wieder zuhause und schläfst in deinem Bettchen. Auch beim Abholen musste deine Heulimama ein paar Tränchen wegblinzeln. Laut Frau W. hattest du aber einen schönen Morgen und hast auch nicht geweint. Gegessen hast du leider auch nur wenig- dafür dann zuhause umso mehr :-) . Und das Schlafen, dass will noch nicht so ganz klappen. Aber immerhin lässt du dich jedoch hinlegen und döst zumindest ca. 20 Minuten mit geschlossenen Augen. Und das ist ein guter Anfang, finde ich. Du meisterst alles so gut, dass du dir mit manchem gerne noch ein wenig Zeit lassen darfst.

Wie stolz ich auf dich bin. Mein großes Kita-Mädchen…

7 Sachen

Heute endlich mal wieder 7 Sachen, für die ich heute meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Mehr 7 Sachen gibt es wie immer Sonntagabend oder Montag bei Frau Liebe.

Habt einen schönen Sonntagabend!

Scheißelkram-Staffelung

In meinem letzten Post berichtete ich, wie das Olivenkind mit Vorliebe in mein, äääääh *hüstel* unser Schlafzimmer stürmt, um mit der Fernbedienung zu telefonieren. Um hier nicht den Eindruck zu erwecken, dies sei dann unter Olivenkinderquatsch zu verstehen, erzähle ich euch hier mal, wie das so aussieht, wenn das Olivenkind in Scheißelkramlaune ist (*zu Wolliboswelt rübergrins*…)

Zunächst muss ich vielleicht erwähnen, dass sich das Scheißelkrampotential nach Zimmern unterscheidet. Jeder Raum bietet seine ganz eigenen Möglichkeiten, innerhalb von Sekunden ein unsägliches Chaos zu veranstalten richtig viel Spaß zu haben.

Lustigerweise zählt das Kinderzimmer nur begrenzt dazu. Spannend sind hier die Bücher im Regal, die mit großem Eifer ausgeräumt und angeschaut werden, die Mama allerdings mittlerweile ins Wohnzimmer verfrachtet hat. Außerdem übt die Entchenspieluhr einen immensen Reiz aus (leider nicht in dem Sinne, in dem sie gedacht ist – viel mehr Spaß macht es doch, die kleinen Enten in den Mund zu stecken…)

Das Schlafzimmer bietet da schon sehr viel mehr Möglichkeiten. Vor allem Mamas Nachttisch ist immer wieder super-spannend. Hat man alle Leute, die man kennt, mit den verschiedenen Fernbedienungen angerufen, so kann man versuchen, diese auch mal ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen und sie auf den Fernseher richten- hat man ja bei Mama das ein oder andere Mal beobachten können. (Dabei läuft bei uns tagsüber so gut wie NIE der Fernseher. Trotzdem weiß die Püppi, dass man die Fernbedienung auf das Gerät richten und draufdrücken muss- kann mir das bitte mal jemand erklären??) Außerdem toll: Hand- und Nachtcremetuben, sowie das Nasensprayfläschchen…

Mamas Arbeitszimmer ist zur Zeit extrem hoch im Kurs. Das ist nämlich gerade irgendwie zum Abstellraum mutiert, in dem sämtliche ausrangierten Dinge zwischengelagert werden, die in den Keller oder auf den Sperrmüll müssen (den ich btw noch nicht angemeldet habe *räusper*). Der Leidensdruck ist durch das überschaubare Arbeitspensum leider nicht allzuhoch gerade, trotzdem wär´s Zeit, dass sich hier mal etwas tut, denn es wird langsam etwas eng. Neben dem typischen Inventar bietet das Arbeitszimmer: einen Wäscheständer, den Glascouchtisch aus dem Wohnzimmer, den ich aus Sicherheitsgründen erstmal durch ein Ikea-Tischchen ersetzt habe, einen kaputten Stuhl, eine halbvolle Kiste mit Kinderkleidern, die zu klein geworden sind und (die größte Freude des Olivenkindes) *Trommelwirbel*: meine alte Matratze. Ein Riesenspaß! War es früher die größte Freude überhaupt, in meinem Büro sämtliche Bücher aus den Regalen zu werfen, halbherzig durchzublättern und zum nächsten Regal überzugehen, wird nun über die Matratze gerobbt, sich gekugelt und königlich amüsiert. Leider haben die Aktivitäten “Schachteln ausschütten”, “Schränke ausräumen” und “Lesen” dadurch nicht an Attraktivität verloren… ;-)

Das Wohnzimmer/die Küche. Glücklicherweise sind in unserer Wohnung beide Bereiche miteinander verbunden, da wir eine offene Küche haben. Somit hab ich das Olivenkind immer (naja) im Blick, wenn ich am Kochen, aufräumen, spülen usw. bin, und die Maus kann im Wohn- Esszimmer spielen, toben und Quatsch machen. Doch auch in einem offenen Wohnbereich gibt es diese verdächtig stillen Momente, in denen du das Kind nicht siehst und lieber schnell mal nachsehen gehst. In unserem Fall bedeutet das entweder:

  • der Schrank mit den Tupper-Schüsseln wird ausgeräumt. Immer wieder lustig, zumal in diesem Schrank mittlerweile das blanke Chaos regiert. Ordentlich einräumen lohnt sich einfach nicht, wenn er mehrmals wöchentlich geplündert wird. So passiert es eben, dass mir ständig irgendwelche Schüsseln und Deckel fehlen, die dann wundersamerweise auf dem Wickeltisch (?!?), im Laufstall oder einer Spielzeugkiste auftauchen – wenn ich Glück habe…
  • Meine Vorrats-/ Geschirrtücheschublade wird ausgeräumt. Scheißelkramalarm hoch 10!! In dieser Schublade bewahre ich Gewürze, Soßenbinder und ähnliches auf. Bisher konnte ich noch immer rechtzeitig intervenieren, aber der Tag wird kommen, an dem das Olivenkind irgendein Pulver in der Küche verteilt. Ich ahne das…
  • Der Schrank mit Müsli, Haferflocken, Babygeschirr usw. wird gestürmt. Zweischneidig. Harmloses Spiel und totales Chaos liegen hier nahe beieinander. Schüsselchen, Brotdosen und Co. sind beim Ausräumen naturgemäß unproblematisch. Frühstücksflocken, Müsli etc. hingegen machen auch Mama richtig viel Spaß, wenn sie gleichmäßig in der Küche verteilt werden. Küchenparty olé!
  • Schrank im Wohnzimmer mit tiefen Tellern, Weingläsern (!!!!!!!), Servietten und Co. Gnaaaaaaaaa!!

Das Badezimmer, Raum der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich gebe zu, am Liebsten dusche ich, wenn das Olivenkind im Laufstall oder im Bett ist. Vor einigen Monaten las ich in einem Blog, dass sich eine Mama vormittags in die Badewanne legte, während ihr leider weiß ich es nicht mehr genau) 10 oder 12- mönatiges Kind gemütlich im Badezimmer umherkrabbelte und spielte. Sie gönnte sich das mal, weil man im Alltag mit Kind einfach zu wenig für sich tut (OH JA! Recht hatte sie!) Aber ich gebe zu, mich packte ein wenig der Neid. U-N-V-O-R-S-T-E-L-L-B-A-R für mich!! Never ever könnte ich mit meinem Kind ein entspanntes Bad genießen, während sie sich außerhalb der Wanne tummelt. Ich glaube, selbst wenn ich das Badezimmer komplett lerrräumen, Badematten, Schränke und Handtücher in den Flur verbannen würde, selbst dann würde mein Kind noch eine Möglichkeit finden, sich wehzutun oder Chaos zu veranstalten. Ich bin schon froh, wenn sie es schafft, die Zeit einer kurzen Dusche meinerseits zu überstehen, ohne irgendwo zu bluten. Wenn im Badezimmer anschließend keine größere Renovierung nötig ist, dann ist das ein wahrlich guter Tag.

Scheißelkrammöglichkeiten im Badezimmer:

  • Klobürste (gnaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!)
  • Toilettenpapier
  • die Box mit den Papiertüchern
  • die Badematte
  • der Mülleimer (gnaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!)
  • das Täschchen mit Cremes und Co. (steht auf dem Fenstersims, da neben der Wickelauflage, leider reichen kleine Püppis da mittlerweile dran)
  • die Dusche per se (reinlehnen, fast reinfallen, Sachen reinwerfen…)
  • alles, was über der Badewanne hängt
  • Bürsten
  • in die Windel greifen wollen, während man gewickelt wird (GNAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!)
  • den Türstopper mit einer Hand hochheben und fast auf das andere Händchen fallen lassen (arggggggggggggghhhh!)

To be continued…

(M)ein Olivenkind…

… geht jeden Tag mit Freude in die Krippe und scheint sich dort pudelwohl zu fühlen. Gestern gab es dort zum ersten Mal auch Mittagessen für dich, das du laut deiner Bezugserzieherin komplett aufgegessen hast. Heute wird der erste Mittagsschlaf-Versuch gestartet und ich bin schon sehr gespannt, wie es klappt. Aber so souverän, wie du bisher alles Neue gemeistert hast, habe ich da eigentlich gar keine Bedenken. Du großes Mädchen!

… wird mit jedem Tag kuscheliger und verschmuster. Du umarmst, machst “Eia”, indem du hochkonzentriert mit deiner kleinen Hand mein Gesicht streichelst und drückst deine weiche Wange an meine.

… würde morgens lieber noch eine Weile im warmen Bett liegen bleiben- auf meine allmorgendliche Frage “Sollen wir aufstehen, Mäuschen?” – schüttelst du grinsend den Kopf, dass deine Locken fliegen. Dass wir leider trotzdem aus dem Bett müssen, akzeptierst du trotz aller Müdigkeit klaglos. Bisher warst du noch an keinem Morgen quengelig oder nölig, sondern bist nach kurzer Anlaufzeit so sonnig, erzählfreudig und fröhlich wie immer.

… erweitert man seine Fähigkeiten um Zungenschnalzen (macht am meisten Spaß im Duett mit Mama), Kussgeräusche und wildes Zunge rausstrecken und wieder einziehen…

… ist ungeheuer wohlerzogen *grins*. Möchtest du etwas haben, so zeigst du mit dem Finger darauf und bittest mit einem “Dagne?” darum. Bekommst du, was du willst, hört man erneut ein begeistertes “Dagne!”.

… erzählt den lieben langen Tag in ihrer eigenen Olivenkindersprache spannende Geschichten (gerne auch an der Fernbedienung am Telefon).

… versteht nun immer mehr:

  • Kommst du, es gibt Essen – Olivenkind läuft zum Hochstuhl
  • Möchtest du etwas trinken? – Olivenkind spuckt den Schnuller raus
  • Möchtest du deinen Schnuller? Such ihn mal! – Olivenkind sucht im Laufstall nach dem Schulli
  • Nein, der Schrank bleibt zu!Olivenkind öffnet den Schrank. Ähm, nee, versteht sie nicht.

… macht bei allen anderen Aussagen zumindest den Eindruck, als könne sie alles verstehen, indem sie mit großen Augen andächtig schaut und wahlweise “Ja ja” (begleitet von energischem Nicken) oder ein wildes Kopfschütteln erwidert.

… liebt es, zu duschen und zu baden. In der Badewanne könntest du Stunden verweilen. Ob mit deinen Badespielzeugen, dem Schwamm oder einfach nur deinen kleinen Händen- es gibt so vieles zu sehen und entdecken und die Freude steht dir ins Gesicht geschrieben. Wenn du mich aus der Wanne heraus glücklich anstrahlst, dann könnte ich dich einfach auffressen…

… ist nach wie vor ein kleiner Wirbelwind. Immer in Bewegung, immer neugierig und mittlerweile erschreckend schnell. Stelle ich dich in der Diele ab, um etwa meine Schuhe anzuziehen, bist du blitzschnell verschwunden und ich muss dich suchen. Gerne telefonierst du dann in meinem Schlafzimmer mit der Fernbedienung und bist not amused, wenn ich deine Entdeckungstour beende, um dir Jacke und Schuhe anzuziehen.

… flirtet an JEDER Kasse wie eine Weltmeisterin. Zunächst wird in der Schlange vor der Kasse ein “Opfer” ausgesucht, das offensiv angelächelt und beplaudert wird. Es erstaunt mich immer wieder, dass wirklich jeder deinem Charme erliegt, völlig egal ob halbwüchsige Jungs, junge Mädchen, ältere Damen oder mürrisch dreinblickende Herren- jeder muss dein Strahlen und Flirten erwidern. An der Kasse selbst machst du die Kassiererinnen dann durch lautes (!!) Lachen auf dich aufmerksam und grinst sie an, bis wir den Laden verlassen haben. Hach!

… scheint man mit jedem Tag herziger und unkomplizierter zu werden.

… ist man die größte Freude und der ganze Stolz seiner Mama.

Ich liebe dich, du wunderbarer kleiner Mensch!

Gestern abend begann ich einen langen, wütenden Blogpost zu schreiben. Wie wütend, kann man vielleicht an der Überschrift erkennen. Heute las ich ihn noch einmal durch und entschloss mich, ihn nicht zu veröffentlichen. Aber über das Thema schreiben muss ich trotzdem. Denn es muss einfach mal raus!

Worum es ging?

Darum, wie manche Menschen in meinem weiteren (und leider auch im näheren) Umfeld mit dem Status “alleinerziehend” umgehen.

Vor einigen Wochen traf ich mich zum ersten mal nach längerer Zeit mit einer wirklich lieben Studienfreundin. Gemeinsam haben wir  die Ausbildungsphasen, in denen wir nicht mehr wussten, wo uns der Kopf stand, durchgestanden. Als wir physisch und psychisch an unsere Belastungsgrenzen stießen, unterstützten wir uns gegenseitig und stärkten uns den Rücken. Leider verloren wir uns in den letzten beiden Jahren etwas aus den Augen, dennoch hielten wir immer Kontakt. Als wir uns im Januar endlich wieder einmal trafen, tratschten wir einen ganzen Nachmittag lang über dies und das. Wir sprachen über die Arbeit (beide), über das Eheleben (sie) und über das Leben mit dem Olivenkind (ich). Und irgendwann fiel beiläufig ein Satz, der für mich wie eine Handgranate war. Achtlos hingeworfen, zunächst unbemerkt, um später, im Stillen, zu explodieren. Vermutlich dachte sie sich nichts dabei, aber ich fand es unglaublich. Wie der Satz lautete, fragt ihr euch?

Ich glaube, wenn ich in deiner Situation wäre, dann würde ich ständig nur weinen!

PENG!!! EXPLODIERT!!!

Ich war wirklich sprachlos.

Das war das eine. Dazu kommt mein Wiedereinstieg in den Job vorletzte Woche. In der ersten Zeit nach der Trennung war es eine furchtbare Vorstellung für mich, irgendjemandem bei der Arbeit zu erzählen, dass ich nun alleine war. Weil ich Angst hatte, in Tränen auszubrechen, wenn ich es sage. Weil ich nicht gerne mein Innerstes vor Menschen ausbreite, mit denen ich nicht befreundet bin. (*hüstel*, beim Bloggen ist das natürlich was anderes…) Weil ich verdammt noch mal kein Mitleid von irgendwelchen Menschen haben wollte. Nun habe ich wirklich viele Kollegen. Über 200 Menschen. Mit einigen verstehe ich mich so gut, dass wir auch privat Kontakt hatten. Natürlich wussten die bereits im vergangenen Jahr über meine “Situation” Bescheid. Die anderen würden es nach meiner Rückkehr noch früh genug erfahren. Und natürlich sah ich jetzt, nach meinem Wiedereinstieg keinen Grund mehr, damit hinterm Berg zu halten, dass ich eben nicht das klassische Familienmodell lebe. Weil es so ist. Weil ich mich dessen nicht schäme. Und weil ich aus tiefstem Herzen sagen kann: Das passt schon. Mir geht es total gut.

Dass sich solche Neuigkeiten schnell herumsprechen, ist klar. Wusste ich bereits vorher.

Was mich daran stört? Die Geigen.

Wenn ich mit sorgenumwölkter Stirn und dem mitleidigen Blick, den man für Schwerkranke reserviert, gefragt werde: “Uuuuund, wie geht es dir denn?”. Nur um dann mitleidig zu nicken, wenn ich “Gut!” antworte.

Wenn ich mit Kollegen, mit denen ich überhaupt nicht über mein Privatleben gesprochen habe, solche Dialoge führen muss:

“Na, wie war der Einstieg bisher?”

“Gut, ich freu mich, wieder hierzusein! Ist halt etwas ungewohnt, nach so ´nem Jahr zu Hause!”

“Ja klar! Und dann bist du ja auch noch ALLEINERZIEHEND, das ist ja TOTAL schwer! Da musst du ja dann ALLES alleine machen! Das ist ja echt schlimm!”

Nein , ich übertreibe nicht. Na gut, höchstens ein bisschen. Und ich habe es zum Glück geschafft, nett und sachlich zu antworten. Die Lust auf weitere Gespräche mit besagter Kollegin ist mir leider vergangen, auch wenn sie nett ist.

Vielleicht bin ich ja zu empfindlich. Aber ganz ehrlich, es nervt. Ich will kein Mitleid und ich brauche keines. Mein Leben ist schön. Ich habe ein wunderbares Kind, ein tolles Umfeld. Eine Familie, auf die ich mich verlassen kann und tolle Freunde. Einen guten und sicheren Job und eine schöne Wohnung mit genug Platz für die Püppi und mich. Ich bin glücklich. Nicht jeden Augenblick, nicht jeden Tag, nicht immer. Aber oft genug. Klar ist es nicht immer toll, alleine mit Kind zu sein. Und ich freue mich, wenn jemand das wahrnimmt und mir genauso kommuniziert. Wenn eine andere Mama sagt, dass sie Respekt davor hat, wie ich das schaffe, weil sie genau weiß, was alles dazugehört, ein Kind aufzuziehen. Wenn Freunde mich zum 15. Mal einladen, auch wenn ich bei den vergangenen 14 Malen keinen Babysitter hatte und nicht kommen konnte. Wenn jemand sich in meine Situation, wenn man es so nennen will, einfühlt. Wenn jemand auch mal nachfragt, wie das alles so läuft bei uns, statt hinter vorhgehaltener Hand Mutmaßungen anzustellen.

Nur dieses winselige Dramatisieren, das ist zum Kotzen, ganz ehrlich! Ich brauche keinen Einsatz der Violinen, wenn ich irgendwo erzähle, dass ich alleinerziehend bin. Und wenn ich sage, dass es mir gut geht, dann sage ich das nicht, weil ich so tapfer bin, obwohl ich jeden Abend in mein Kissen schluchze, sondern WEIL ES SO IST.

Ich mag mein Leben. Ich liebe mein Kind. Und ich würde mit keinem von denen tauschen wollen.

Das musste mal gesagt werden.

Alles anders

Gerade mal eine Woche gearbeitet und der Alltag hat mich gnadenlos im Griff. Bisher hielt sich der Stress am Arbeitsplatz zwar in wirklich bescheidenen Grenzen, dennoch war und ist es eine große Umstellung von den letzten, im Vergleich doch eher beschaulichen Monaten:

Weckerklingeln um 5.55. Morgendliche Klammeräffchenverabschiedungen vom Olivenkind, die in mir nur einen Wunsch wecken, nämlich mich wieder ins warme Bett zu kuscheln und mit dem ruhig atmenden, sich ankuschelnden Mäuschen noch ein wenig liegenzubleiben. Das Haus bei völliger Dunkelheit verlassen und in eisiger Kälte zum Auto zu flitzen. An zwei Tagen der Woche erst gegen halb fünf wieder nach Hause zu kommen. Heute erst um kurz vor sechs. Seufz. Beim Nachhausekommen sofort im Keller vorbeiflitzen, um die Wäsche mit nach oben zu nehmen. Wäsche aufhängen, noch bevor man das Kind begrüßt, damit es gemacht ist und nicht wieder wie neulich einen ganzen Tag lang nass im Wäschekorb liegt. Aufräumen. Spülmaschine einräumen. Staubsaugen. Nach dem Arbeiten noch schnell kochen. Sich fragen, was man mit dem müden und knatschigen Mädchen und den zwei verbleibenden Stunden des Tages noch anfangen kann.

Andererseits:

Im Auto zweimal jeden Tag eine halbe Stunde lang Musik hören, so laut ich möchte. Morgens bereits mit mehreren erwachsenen Menschen gesprochen haben. Komplett andere Gesprächsthemen. Sich erinnern, warum man sich dereinst für DIESEN Job entschieden hat und spüren: es macht immer noch Spaß. Eingerostet, aber es wird. Kaffee trinken und lange Gespräche mit den lieben Kollegen führen, ohne einen kleinen Menschen mit Reiswaffeln, Einback oder Brezel bestechen zu müssen, weil dieser gerade aus dem Hochstuhl aussteigen/laufen/ningeln/ein wenig Bröselei veranstalten… will. Frau sein. Kleider nicht nach ihrer Praktikabilität beim durch-den-Raum-tanzen im Musikgarten aussuchen. Sich gefordert fühlen. Mit anderen Menschen austauschen. Essen, ohne vorher gekocht zu haben und ohne gleichzeitig zu füttern. Lachen und reden.

Jaa, all das gehört dazu zum Alltag mit Kind UND Job. Und ich muss sagen, ich finde es anstrengend. Und schade, dass ein so großer Teil meiner Energie nicht mehr ausschließlich für das Olivenkind reserviert ist, sondern mein Akku im Laufe des Tages bereits anderweitig gehörig beansprucht wird. Aber es tut auch unheimlich gut, wieder etwas Zeit für mich zu haben. Ein wenig “Freiheit” zu schnuppern. Die Nase aus dem Fenster zu halten. Es ist schön, schöner als gedacht, wieder zu arbeiten.

Die wahre Herausforderung kommt zwar erst, schließlich ist hier gerade alles noch im Anfängermodus. Der Typ bringt das Olivenkind morgens in die KiTa, ich werde noch nicht voll eingesetzt und muss deshalb auch zuhause recht wenig für die Arbeit tun. Nächste Woche habe ich erstmal frei und hoffe, durch die KiTa in den Genuss einiger freier Vormittage zu kommen (welch LUXUS!!), die ich mit Frisörbesuch, gemütlichem Arbeitszimmeraufräumen und Faulenzen zu verbringen gedenke. Danach allerdings geht es rund. Dann heißt es morgens um zwanzig vor sieben das Püppelinchen in der KiTa abgeben und hoffen, dass alles klappt. Arbeiten. Vorbereiten. Und die siebentausendvierhundertfünfundachzig Dinge erledigen, die nebenher anfallen.

Aber: ich bin zuversichtlich. Wird schon. Schließlich hat sich bisher auch alles gefunden. Spannend bleibt es allerdings in jedem Fall. Alles anders eben.

 

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Übrigens…

… hört man dieser Tage immer wieder ein “Dade“, wenn man dir etwas in die Hand gibt, oder etwas von dir bekommt. Auch, wenn man sich dir mit der Zahnbürste nähert.

… klopfst du leidenschaftlich gerne mit deiner kleinen Faust an alle Türen.

…umarmst du deine Herzensmenschen gerade sehr gerne (zu unser aller Freude!!)

…habe ich heute deinen 12. Zahn entdeckt und befürchte, du zahnst schon wieder (wo soll das nur enden??)

…liebst du es, Kissen durch die Gegend zu tragen, um dich darauf fallen zu lassen und glücklich zu strahlen

… erzählst du unglaublich lange und komplizierte Geschichten (oft am “Telefon”), die aus “Ja? Draidrai! Dra. Ja? Dodo. …” bestehen und von vielfältiger Mimik und eifrigem durchs Zimmer laufen begleitet werden. Zum Fressen ist das!

… sitzt du total zufrieden und glücklich im neuen, vorwärtsgerichteten Kindersitz, genannt “der Thron”.

… sind Pfannkuchen mit Spinat oder Marmelade eines deiner absoluten Lieblingsessen.

… hast du diese Woche deine erste “richtige” Puppe bekommen und trägst sie mit Freude (recht unsanft) durchs Wohnzimmer.

…liebst du es, auf dem Bobbycar zu sitzen und dabei ein Bilderbuch zu lesen.

…kannst du jetzt Duplo-Steine aufeinanderstecken und tust es ganz lässig, als könntest du das schon seit Ewigkeiten.

…ist Legospielen ein Riesenspaß für uns beide: ich baue ein Haus und du baust systematisch, Stein für Stein, alles wieder ab und wirfst die Steine dann in den Legoeimer oder auf den Boden.

… findest du auf die Frage  “Wo ist die Mama?” hin auch auf zehn Jahre alten Bildern zielsicher deine Mama.

… wirst du langsam auch mal ein bisschen “wütig”, wenn etwas nicht nach deinem Kopf geht und du kannst dann empört und verzweifelt weinen, strampeln und dich bemitleiden. Herzig. (Nicht immer.)

…bist du heute genau 14 Monate alt.

Herzlichen Glückwunsch zum Monatsgeburtstag, mein Schatz! Ich liebe dich. ♥

Mein kleines großes Olivenkind, liebe Püppi: Ein neuer Abschnitt deines, unseres Lebens hat begonnen. Du bist nun offiziell ein Kita-Mädchen.

Aufgeregt war ich diese Woche, als müsse ich dich für eine Woche und nicht nur eine Stunde fortgeben. Wie ein aufgescheuchtes Huhn huschte ich am Dienstagabend durch die Wohnung, schaute immer wieder nach, ob ich dir auch alles eingepackt hatte. Windeln, Wechselkleidung, Schnuller für die Mittagsschläfchen in einigen Wochen, Hausschuhe, Trinken…

Ich gebe zu, mein Herz wurde mal wieder bleischwer, als ich daran dachte, dass du nun jeden Tag auch ein “eigenes Leben” ohne mich haben wirst und einen großen Teil vieler Tage verbringen wirst, ohne dass ich bei dir sein, teilhaben oder einfach nur zusehen darf. Ist das egoistisch? Vielleicht. Aber ich betrachte es als großes Privileg und riesige Freude, miterleben zu dürfen, wie du dir Stück für Stück die Welt eroberst. Es gibt keine schönere Aufgabe, als deine Erfolge mit dir zu feiern und deine Tränen zu trocknen. Deshalb tut es eben auch so weh, an all die Dinge zu denken, die du ohne mich erleben wirst und bei denen ich nicht für dich da sein kann. Ich war übrigens nicht immer so eine Heulsuse, nur damit du´s weißt- das liegt nur an dir!

Neben all der Wehmut war da aber auch ein kleiner Teil meines Herzens, der gespannt und neugierig war, wie du diese Herausforderung meistern würdest. Und was mich an diesem Abend tröstete, war die Gewissheit, dass du dich ganz wunderbar zurechtfinden würdest, so wie ich dich kenne.

Am nächsten Morgen machtest du dich mit deinem Papa auf den Weg zur KiTa. Kaum drinnen, da gingst du auch schon auf Entdeckungstour. Als dein Papa alle Räume anschauen durfte, liefst du vor ihm her, als seist du schon seit Monaten heimisch. Eineinhalb Stunden wart ihr dort und du warst nur damit zugange, das Turnzimmer zu erkunden, Spielsachen zu untersuchen und herumzustromern. Von Anhänglichkeit oder Unsicherheit keine Spur. Im Umgang mit den anderen Kindern warst du recht unberührt, du nahmst wenig Notiz von ihnen, außer, um ihnen das ein oder andere Spielzeug zu entwenden… Der erste Tag zeigte mal wieder, wie offen du für alles Neue bist und welches Vertrauen du in deine Bezugspersonen hast. Nach eineinhalb spannenden Stunden holte ich euch wieder ab und ließ mir natürlich minutiös alles von deinem ersten Tag berichten :)

Am zweiten Tag hatte ich die große Freude, dich begleiten zu dürfen. Schließlich musste ich doch einmal sehen, wie du dich zurechtfindest, um beruhigt in meinen ersten Arbeitstag starten zu können. Als wir in der Kita ankamen, wurden wir bereits herzlich von Sabine, deiner Bezugserzieherin, begrüßt, mit der ich bereits das Vorgespräch führen durfte. Bis ich mich vor der Türe meiner Schuhe entledigt hatte, warst du bereits den Flur hinunter und hinein ins Turnzimmer gelaufen, ohne dich auch nur einmal nach mir umzudrehen- ein gelungener Start! Im Turnzimmer lief lustige und laute Musik, zu der die KiTa-Leiterin mit einigen strahlenden und mitsingenden, mithüpfenden Kindern tanzte. Was für ein Anblick! Und du? Du “warfst” dich mitten hinein ins Getümmel und begannst, mitzuwackeln mitzutanzen und in die Hände zu klatschen. Nachdem die Tanzstunde beendet war, führte dich deine Runde durchs Turn- und hinüber ins Spielzimmer, dicht gefolgt von deiner neuen Freundin Sophia, die zwar über dein Mitspielen (Gleise nehmen und damit herumfuchteln “Hey, niss wednehme”, Buch wegnehmen…) nicht immer ganz erfreut war, aber trotzdem immer in deiner Nähe blieb. Süß war das, wie ihr beiden Seite an Seite spieltet und zum Glück hielt Sabine mehrere dieser Augenblicke mit dem Foto fest, um sie in dein Portfolio einfügen zu können. Nur einmal musstest du bei mir Mamanähe tanken-kurz auf meinen Arm gehopst und direkt wieder runter und los… Die meiste Zeit warst du damit beschäftigt, alles genau zu untersuchen. Spielküche, Telefon, Tücher, Bücher, der große Spiegel und die Eisenbahn – so vieles galt es zu entdecken, du warst in deinem Element. Nach eineinhalb Stunden merkte man dir jedoch deutlich an, dass du dein Limit erreicht hattest- glasige Augen und ein immer unsicherer werdender Gang, was deiner guten Laune jedoch keinen Abbruch tat…

Müde, aber bester Dinge machten wir uns auf den Heimweg. Du erschöpft und voll neuer Eindrücke, ich aufgedreht, zufrieden und mit der Gewissheit im Kopf und dem Herzen, dass ich die richtige Wahl mit deiner Betreuung getroffen habe, denn du fühlst dich dort offensichtlich pudelwohl.

Olivenkind, ich war wieder einmal unglaublich stolz auf dich. Die Offenheit und Fröhlichkeit, mit der du dir die KiTa-Welt zu erobern begannst, zeigte mir einmal mehr, was für ein besonderer kleiner Mensch du doch bist. Ich freue mich so sehr, dass deine ersten “Arbeitstage” so erfolgreich und schön für dich verliefen und bin schon sehr gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden (vor allem, ob wir die Erfolgswelle auch in Punkto “schlafen” weiterreiten können…)

Viel Spaß für deinen dritten Tag am Montag! Dir beim Menschsein zuzusehen bringt mein Herz zum Tanzen.

♥ Deine Mama

Kleiner Wasserfall

Ich weiß nicht, was ich dir in den letzten Tagen ins Essen gemischt habe, aber wenn du nicht gerade den heißgeliebten Schnulli im Mund hast, bist du nur am Erzählen. Vieles verstehe ich leider nicht, aber du trägst es so ausdrucksstark (und laut!) vor, dass man trotzdem direkt mitplaudert. Neuerdings sprichst du aber auch einige Worte nach und wendest manche auch ganz gezielt an. Dein aktuelles Repertoire:

Ja (dein aktuelles Lieblingswort, von eifrigem Kopfnicken begleitet)

Da (oft von andächtigem Fingerzeigen begleitet)

Dada/ Dade – Danke

Bittebitte

Mama

Baba

Mma – Oma

Bba – Opa

 

… to be continued…

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