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Mit ‘Mamasein’ getaggte Artikel

Im Drogeriemarkt, meine Mutter und ich “streiten” darüber, ob sie die Windeln für die KiTa bezahlen darf.

NEIN, Mama! (erhobener Zeigefinger) Du darfst nicht mit der Oma simpfen! Das darfst du nist!

Nach Streichelzoo mit Oma:

Hab is die Tiere gefüttert! Hab ist de Esel gefüttert. Hat de Ziege de Hand abgesleckt, Mama! Aba des is net slimm!

Im Supermarkt, Hand aufs Band legend:

Solln ma die Hand auch zahlen, Mama?

Schaut mir beim Anziehen im Badezimmer zu, ich ziehe gerade eine Jeans an:

Packst du de Popo ein, Mama? Hast du de Busen auch eingepackt?

Sieht im Wäschekeller im Korb der Nachbarn einen BH.

Is des ein Buse, Mama?

Hört “Wenn Worte meine Sprache wären”

Hat der Mann die Warze nicht, Mama?

Bei JEDEM Einkauf im Drogeriemarkt:

Darf is bitte ein Traubensucker haben? ♥

Abends, als sie im großen Bett wartet, bis ich mich auch hinlege:

Mama, was MACHST du denn??

Olivchen, abends, als ich mich umziehe: “Da is dein Bauch, Mama! Der is nackig!” -Ich, spaßend: “Ja, den pack ich jetzt ein! Den will ja keiner sehn!” Am nächsten Morgen, mein Schlafanzug rutscht hoch. Olivchen:

“Is zieh des runter Mama! Des will doch keiner sehn!”

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Es ist 5. 42. Der Wecker klingelt. Todmüde widerstehe ich dem Drang, meine Augen noch einmal zu schließen und stehe auf.  Noch ehe ich das Bett verlassen kann, quiekt schon das Olivenkind, das über einen eingebauten Mama-Sensor zu verfügen scheint. Die Tage, an denen mir eine einsame Tasse Kaffee und ein kurzes Nachrichten lesen vergönnt ist, kann ich übers Jahr an einer Hand abzählen. Tja, so ist das nunmal.

Ich richte Honig- und Marmeladenbrote für das Olivchen und mich, mache mir Kaffee und für die Püppi einen “Babykaffee” (Tasse warme Milch mit etwas Honig und einem “Stohlhalm”). Nach dem Frühstück machen wir uns zu den Klängen von “Bibi Blocksberg” fertig und verlassen -mal wieder ein paar Minuten zu spät- um 6.50 das Haus. Dass ich das Auto freikratzen muss, kostet uns ein paar weitere kostbare Minuten. Ich übe mich in Gelassenheit, indem ich mir ins Gedächtnis rufe, dass eine mögliche Verspätung auch kein Beinbruch ist und wir fahren in die Kita. Der Musikwunsch des Morgens meiner Tochter ist “Gimmulo” (“Gimme Love” von Ed Sheeran), womit ich gut leben kann- auch wenn ich bei einem mantraartig vorgetragenen “Gimmulo hören,Mama? Gimmulo? Mamaaaaa, GIMMULO H-Ö-R-E-N!!” ohnehin nicht viele Wahlmöglichkeiten habe. Ein Glück, dass unser Musikgeschmack eigentlich nur bei “Die Türen vom Bus” und Heidi” auseinandergeht ;-)

In der KiTa gibt gerade eine andere Mutter ihren bitterlich weinenden Sohn ab, als wir ankommen. Nach einigen Minuten verlässt sie- selbst mit den Tränen kämpfend- das Gebäude, während ich mein Kind in den Gruppenraum begleite. Ich ringe dem Olivchen noch einen Abschiedskuss ab, ehe es sich begeistert auf den Puppenwagen stürzt. Als ich gehe, hat sich der weinende Kleine schon komplett beruhigt. Schnell verlasse ich das Gebäude und hoffe, seine Mama zu sehen, um ihr dies noch sagen zu könne, aber leider erwische ich sie nicht mehr. Schade.

Nach einer stockenden Autofahrt, die durch Schnee und Kälte länger dauert, als dies normalerweise um diese Uhrzeit der Fall ist, laufe ich um Punkt 7.45 im Klassenzimmer ein. Ich hatte nicht einmal Zeit, meinen Mantel auszuziehen. Zum Glück ist die Klasse an diesem Tag pflegeleicht und arbeitet toll mit. So macht das Spaß :)

Der Vormittag vergeht wie im Flug und ich habe das Glück, in einer Freistunde noch ein wenig Schreibtischarbeit erledigen zu können. An diesem Tag kann ich bereits um 12.50 gehen, so dass ich schon um 13.30 an der KiTa bin. Diesmal muss ich Überzeugungsarbeit leisten, um das Olivchen zu bewegen, mit mir nach Hause zu gehen. Doch da meine Putzperle an diesem Tag um 14 Uhr vor der Türe stehen wird, und ich vorher noch gerne etwas essen würde, treibe ich die Maus zur Eile an. Zuhause schaffe ich es noch, ein wenig aufzuräumen und hastig einen Teller Schupfnudeln zu essen, ehe es – zur großen Freude des Olivchens- an der Türe klingelt. Sie liebt Frau B. nämlich heiß und innig, was zum Glück auf Gegenseitigkeit beruht. Frau B. und ich trinken einen Kaffee, dann beginnt sie sauber zu machen, während ich eine riesige H&M- Bestellung sichte. Um 15 Uhr verabschieden wir uns und brechen zu unserem wöchentlichen Spieldate mit dem besten Freund des Olivchens und seiner Mama auf. Da sie aufgrund extremer Schwangerschaftsübelkeit kaum das Haus verlassen kann, treffen wir uns heute bei ihnen zu Hause und das Olivchen ist vor Aufregung und Vorfreude ganz aus dem Häuschen. Zu süß! Vorher fahren wir noch bei der Sparkasse vorbei, wo ich 1000 Euro einzahlen und überweisen muss, die ich in der Schule für ein Förderprogramm eingesammelt habe. Ein gutes Gefühl, die viele Kohle wieder los zu sein! Dann halten wir bei unserem Lieblingsbäcker und kaufen ein gigantisches Kuchenpaket.

Der Nachmittag bei den Freunden vergeht wie im Flug und wir alle genießen die Stunden sehr. Es ist so schön zu sehen, wie die beiden Kinder miteinander blödeln, spielen, Quatsch machen. Beste Freunde, seit ihrer Geburt. Haach!

Gegen 18 Uhr verabschieden wir uns unter wütendem Gekreische und Weinen des Olivchens, dass komplett überdreht ist und nicht gehen möchte. Ich bin nassgeschwitzt, bis wir endlich in Jacken und Schuhen die Wohnung verlassen können. Auf dem Heimweg fahren wir noch am Supermarkt vorbei, wo ich schnell die Zutaten für Spinatlasagne und ein paar andere Kleinigkeiten einkaufe, denn an diesem Abend kommen mein bester Freund und zwei andere Freundinnen vorbei.

Zuhause angekommen, mache ich das müde Olivchen bettfertig. Während sie ihren abendlichen Schoppi trinkt, lese ich ein wenig die Twittertimeline nach und halte mich über die Papstwahl auf dem Laufenden. Wir kuscheln noch ein wenig, dann bringe ich die Maus um halb acht in ihr Bett. Nach diesem langen Tag schläft sie bereits, als sie die Matratze berührt, so dass das übliche “Alle sind wach”-vorlesen und unser abendliches Gebet heute ausfallen. Ich ziehe mich um, stelle Weißweingläser bereit und zünde Kerzen an. Um 20 Uhr 20 klingelt mein Handy- der Besuch ist da. Während wir Mädels plaudern und niedrige Küchendienste verrichten dürfen, kocht der beste Freund eine phantastische Spinatlasagne. Gegen halb elf verlassen uns die Mädels, der beste Freund und ich sitzen noch ein wenig länger beisammen, trinken Wein und unterhalten uns. Um 1 Uhr ruft er sich ein Taxi, denn im Gegensatz zu mir muss er am nächsten Morgen um 6 Uhr aufstehen.  Ich räume noch schnell die Spülmaschine ein und beseitige die Spuren des Abends und mache mich bettfertig.

Gegen 1.15 wechsle ich dem Olivchen die Windel und falle völlig erschöpft neben ihr ins Bett. Licht aus, komatöser Schlaf an.

Alle weiteren Tagebuchblogger gibt es hier.

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Ich erwache um 8.15 vom Weckton meines Handys. Da ich es schaffe, beim Ausschalten des Alarms das Handy zu Boden zu werfen, sitzt auch das Olivchen senkrecht neben mir im Bett. Ich öffne die Jalousien und sehe Sonnenschein. Die Sonnenstrahlen können zwar die Müdgkeit nicht vertreiben, trotzdem wärmen sie die Seele. Das Olivchen erklärt mir, dass sie ein Honigbrot essen möchte und wir gehen zusammen in die Küche. Nach einem wirklich üppigen Frühstück (zwei große Honigbrote für das Olivenkind!) machen wir uns fertig und ich fahre das Olivchen in die KiTa. Normalerweise schaffen wir es an meinem freien Tag meist gegen halb neun aus dem Haus, aber nach dem langen Abend gestern tat es unendlich gut, ein halbes Stündchen länger zu schlafen und den Tag entspannt zu beginnen. So sind wir um halb zehn die letzten, die an der KiTa ankommen. Ich verabschiede mich und fahre nach Hause. Im Keller räume ich Waschmaschine und Trockner ein und aus, in der Wohnung geht es mit der Spülmaschine weiter. Anschließend schreibe ich der besten Freundin eine WhatsApp und frage, ob sie mich im April zu einem Vortrag von Michael Winterhoff begleiten möchte- sie will, juchhu! Zeitgleich trudeln ein paar WhatsApps des Typs ein, die mich ärgern und nerven, also lege ich das Handy beiseite,  mache mir einen neuen Kaffee und telefoniere eine halbe Stunde mit meiner Mutter.

Danach sollte ich eigentlich an den Schreibtisch, aber langsam machen sich Schlafmangel und der leckere Weißwein vom Vorabend bemerkbar, so dass ich mein schlechtes Gewissen ignoriere, mich auf die Couch werfe und ein wenig Mädchenfernsehen schaue-ein seltener Luxus. Danach schaffe ich es, einen Schwung Hefte zu korrigieren und etwas vorzubereiten. Langsam ist Land in Sicht!

Später brate ich mir schnelle Käsespätzle. Dann räume ich auf, gehe duschen und fahre um viertel nach zwei zur Kita, um das Olivchen abzuholen. Mit der Zauberformel “heute gehen wir Fofia besuchen” kann ich sie schnell zum Mitkommen bewegen, puh. Nach einem kurzen Boxenstopp zuhause- Hände und Gesicht waschen, Windel wechseln, neue Zöpfe flechten, brechen wir wieder auf. Aus dem Auto rufe ich bei der besten Freundin an, die diese Woche nach einer OP krankgeschrieben ist, und fahre noch schnell  bei ihr vorbei. Wir gehen eine kurze Runde miteinander spazieren, dann müssen das Olivchen und ich weiter.

Um 15 Uhr 45 klingeln wir an der Tür meines Cousins und seiner Frau, die eine wahre Herzensfreundin und Mama meines Pateninds “Fofia” ist. Die Mädchen begrüßen sich begeistert und spielen trotz des Altersunterschieds von fast 1,5 Jahren einträchtig mit- und nebeneinander. Wir Mamas versuchen, uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen und fangen vermutlich 25 Themen an, die wir durch Unterbrechungen wie “Mama, Kuchen haben?” nie zu Ende bringen. Es gibt köstliche Joghurttörtchen und Latte Macchiato und ich bin im Mamahimmel. Ein wunderbarer Nachmittag.

Um 18 Uhr verabschieden wir uns von unseren Gastgeberinnen und brechen auf. Zum Glück sehen wir uns ja bereits am Sonntag wieder, wenn wir uns zum Brunchen treffen- ich freue mich riesig darauf! Auf dem Heimweg halte ich noch kurz an der Tankstelle ums Eck, wo ich uns eine Brezel und ein Laugenbrötchen kaufe. Zuhause angekommen, essen wir gemeinsam zu Abend- das Olivchen glücklich eine “Blyioner-Brezel”, ich mein Brötchen.

Um 18 Uhr 30 macht das Olivchen stolz noch ein Pipi in die Toilette. Dann darf sie mit der gelben Badeente duschen. Unter singen und erzählen putzen wir Zähne, die Maus wird eingecremt und angezogen und freut sich auf ihren Schoppi.

Während sie trinkt, verschicke ich ein paar Geburtstagseinladungen an Freunde. Auch heute schläft mein Kind nach dem Shoppi in meinem Arm ein- ein wunderschönes Gefühl. Ich frage mich kurz, wie sehr mir das wohl eines Tages fehlen wird, wenn sie dafür zu groß ist.

Um 19 Uhr liegt das kleine große Mädchen im Bett. Ich räume ein wenig auf und versuche, drei Familienmitglieder anzurufen, erreiche jedoch niemanden. Das hartnäckige Rufen des Bügelkorbs ignorierend, setze ich mich um 19.15 ans Notebook.

Um 20.15 schalte ich die Topmodels ein und amüsiere mich über die Zickereien beim Umstyling. Nebenbei verblogge ich meinen Mittwoch und den heutigen Tag.

Endlich Feierabend! Schnell ein paar Pistazien holen und Füße hoch- geschafft!

 

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Heute, als wir vom Einkaufen nach Hause fuhren und du hinten im Auto “Zu lauter machen, Mama!” verlangtest, weil eines deiner Lieblingslieder im Radio lief, da hatte ich auf einmal das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Plötzlich sitzt da hinten im Kindersitz ein richtiges, großes Kind. Eines, das “Den Nuni lass´mer da,” sagt, wenn wir aus dem Auto steigen. Eines das “Is will aussteigen” brüllt, wenn es keine Lust mehr hat, im Buggy zu sitzen. Natürlich ist das Quatsch, dieses “Zeitsprung-Gefühl”. Schließlich hat sich all das langsam entwickelt. Aber wir sind einfach gerade an einem Punkt angelangt, von dem ich vor allem in der ersten Zeit mit Baby, so schön sie auch war, sehnsüchtig geträumt habe. Davon, ein Kind zu haben, mit dem man reden kan. Das sagen kann, WO es nun gerade wehtut, nachdem es hingefallen ist. Eines, mit dem man gemeinsam den Tisch decken und auch wieder abräumen kann. Das erzählt, was es nachts geträumt hat (Lenno spielen!). Mit dem man sich an den Tisch setzen und malen kann. Oder ein Buch lesen. Oder den Sandmann gucken.

Ein Kind, mit dem man sich auch mal eine Runde unterhalten kann:

“Wie heißt denn die große Puppi?”

“Wursalat!”

“Und die kleine Puppi?”

“Kleine Wursalat!”

Was ich mit all dem sagen will? Dass ich dieses Alter gerade unheimlich genieße. Das sage ich zwar in jedem Alter (und so soll das ja auch sein! :-) ), aber es stimmt. Jeden Tag lache ich mich kaputt über irgendetwas, was du sagst oder tust oder ich schmelze dahin, weil du etwas so unheimlich niedliches gesagt hast.  Das wiegt die Wutanfälle beim Abholen aus der KiTa (Frisse Windel machen! – NEIIIN! Frisse Windel NIST! NEIIIIIIN! Hose anziehn NIST!), die Quengelnachmittage, weil du in der KiTa wieder nicht in den Mittagsschlaf gefunden hast und die Trotzanfälle, bei denen du nicht mehr Treppe laufen/im Buggy fahren/ auf dem Arm sein/ selba laufen/ an der Hand gehen/ Puppenwagen schieben… willst, mehr als auf.

Und weil es so schön ist, hier noch ein kleines Best of deiner Plaudereien aus der letzten Zeit:

“Hab is lieb, du tleiner Mamihase!”

Morgens im Bett (in mein Ohr geflüstert, ich schlafe noch): “Mamaaa? Woll´n ma Fernseh gucken??”

Beim Frühstück, als ich es wage, deine Toastbrotwürfel mit der Hand auf deinen Teller zu schieben: “MAMA (Teenietonfall)!! Mit den Fingern nist! Mit dem Messa!”

“Mama? Wie heißt du, Mama? “-  “Ich heiße … . Und wie heißt du?” “Oliiiibia. Wie heißt du, Olibia? *pruuuust*”

“Wo geh´ ma hin, Mama?”

Als wir an einem unserer Lieblingsrestaurants vorbeikommen (geniale Burger und Pommes): “Da geh´ma rein! Pommef essen!”

“Mama, Krade nie mea Sorgen um Geld hören?” “Mama, Hababibi hören?”

“Woll´n ma aufstehn, Mama? Woll´n ma Toastbrot essen gehn?”

Und, unspektakulär, aber einer meiner Lieblingssätze: “Mama, Pipi machen? Mama, Windel wechseln?” Damit hast du nämlich in den letzten Tagen immer öfter rechtzeitig darum gebeten, auf die Toilette gesetzt zu werden. Erste Anzeichen von Stubenreinheit, sozusagen. Yeah!

Hach, kleine Maus, ich kann dir kaum sagen, wie stolz ich jeden Tag auf dich bin. Einfach nur, weil du bist, wie du bist. Wild, neugierig, lustig, liebevoll, immer in Bewegung. Mein Wirbelwind. Mein Mädchen.

Es ist unendlich schön, dass es dich gibt mein Schatz. Ich liebe dich so sehr.

Deine Mama

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… das Gefühl, wenn ich dich aus der Kita abholen darf. Als die Erzieherin deinen Namen ruft, kommst du aus dem Spielzimmer. Du siehst mich in der Türe stehen und rennst mit einem Strahlen im Gesicht und lautem “Mamiiii!” auf mich zu. Am liebsten würde ich fünf Minuten mit dir hier stehenbleiben und dich nur an mich drücken. Deinen Duft riechen und einfach das Gefühl genießen, dich wieder bei mir zu haben. Die Liebe spüren, die mein Herz überflutet. Statt dessen zappelst du los, die Erzieherin berichtet mir, wie lange du geschlafen hast und du und ich, wir diskutieren miteinander, ob Schuhe anziehen/ Jacke anziehen/ nach Hause gehen wirklich nötig ist (“NAIIIN!”). Wir ziehen dich an und ich frage, ob du den anderen noch Tschüss sagen möchtest. Du rufst den anderen Kindern ein “Tschüss” zu, ehe du dich jeder Erzieherin einzeln zuwendest. “Tüss, Dendy! Tüss, Babine! Tüss, Agnes!”- Ich stehe im Flur und platze fast vor Stolz auf dich. Draußen, an der Steintreppe, strecke ich dir meine Hand entgegen und du legst deine hinein. Liebe überflutet mich und ich drücke deine Hand. Es gibt kaum etwas Schöneres als dieses Gefühl, deine kleine, warme Hand so in meiner zu spüren. Voller Vertrauen und Nähe. Auf dem Weg zum Auto erzählst du mir, was du siehst (“Oh sau, Mama! Feiawea!”) und berichtest mir kleine Bruchstücke aus deinem Kindergartentag (“Linus weinen!”).  Und ich höre dir zu und freue mich unendlich, dich wieder bei mir zu haben.

So ist das wohl, mit Kindern. Dass die kleinen Alltagsdinge manchmal genau die sind, die das Herz zum Überfließen bringen.

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Die Zeit zwischen den Jahren habe ich genutzt, um intensiv darüber nachzudenken, was ich mir für das Neue Jahr wünsche.

Wie soll mein 2013 werden? Ich meine jetzt nicht Vorsätze wie “mehr Sport machen”, auch wenn das natürlich eine gute Sache ist. Es ging mir vielmehr darum, wie zufrieden ich 2012 mit meinem Alltag war und ob ich 2013 in  dieser Form weiter machen will. Und ich habe festgestellt: das kann und will ich nicht. Mit Müh und Not habe ich mich in die Weihnachtsferien geschlept und die ersten Tage damit verbracht, aus vollen Zügen die Gesellschaft des Olivchens und den entschleunigten Alltag zu genießen. In den letzten Monaten empfand ich den “normalen” Alltag als extrem stressig und die Wochenenden waren fast zu kurz, um meine leeren Akkus wieder aufzuladen. Dadurch ging mir natürlich auch einige Freude am Beruf flöten, was ich sehr schade fand. Und auch die Alltagsqualität leidet, ebenso wie die gemeinsame Zeit mit dem Olivchen. Das möchte ich nicht mehr.

Ich möchte versuchen, in 2013 mehr Ruhe in unseren Familienalltag zu bringen. Weniger Hetze, mehr Zeit für uns. Zeit zum Spielen, Basteln, Malen, Lesen. Für mich bedeutet das, mich noch besser zu strukturieren. Durchdachter einzukaufen, besser zu planen. Mehr auf mich selbst zu hören und mir weniger Druck von außen machen zu lassen. (“Wir müssen uns UBEDINGT diese Woche treffen! Ich hab die Kleine EWIG nicht gesehen!”)

Es bedeutete auch, einen Versetzungsantrag zu stellen, in der Hoffnung, eine Stelle zu bekommen, die weniger Fahrzeit und hoffentlich auch bessere Arbeitszeiten mit sich bringt. Die Teilzeit nicht nur verspricht, sondern auch hält. Im Gegenzug opfere ich tolle Kollegen, ein gutes Arbeitsklima und Arbeitsbedingungen, die ich anderswo sicherlich nie mehr bekomme. Aber die Familienzeit mit dem Olivchen wiegt all das auf. Und ich hoffe, ich werde mich auch an einem neuen Arbeitsplatz schnell einleben, nette Kollegen haben und zurechtkommen.

Neben diesem Hauptziel, Entschleunigung, möchte ich im Neuen Jahr:

  • mehr backen und in der Küche Neues ausprobieren
  • einen neuen Haarschnitt wagen
  • strukturierter vorbereiten
  • systematisch alle Krimskramsecken der Wohnung ausmisten (heute gleich drei Hotspots ausgeräumt- yay!)
  • mich mehr bewegen (ja nee, is klar…)
  • mich endlich wieder verlieben
  • mir wieder mehr Zeit zum Lesen nehmen
  • immer wieder hinterfragen, ob ich die Mutter bin, die ich meinem Kind gerne sein möchte- aufmerksam, nicht abgelenkt, geduldig. (dazu wird es noch einen eigenen Blogeintrag geben)
  • früher ins Bett gehen. Habe ich im letzten Jahr schon besser geschafft (von einigen Ausreißern abgesehen), aber ich denke, da geht noch was. Vor allem das (oft) sinnlose im Internet surfen, statt einfach mal ins Bett zu gehen, möchte ich weitestgehend reduzieren.

Und jetzt: auf geht´s, 2013! Packen wir´s an!

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Mein Schatz,

heute ist er, dein großer Tag: du wirst zwei Jahre alt. Einerseits scheint es mir, als hätte ich dich erst gestern auf meine Brust gelegt bekommen, hätte gerade eben erst deine zarten Wirbelchen unter meinen Händen gespürt. Andererseits ist es, als wärst du schon immer Teil meines Lebens, Teil von mir. Wir beide sind gemeinsam gewachsen und genauso, wie du dich in den letzten beiden Jahren entwickelt hast, so habe auch ich mich verändert, weiterenwickelt. Habe gelernt, mich zurückzunehmen. Habe gelernt, wie sehr ich lieben kann. Habe (zu oft) entdeckt, wo meine Grenzen liegen und wie weit ich sie aus Liebe ausdehnen und verschieben kann. Wie beide haben von- und miteinander gelernt. Als Einheit, als Familie.

Du bist in diesem vergangenen Jahr vom Baby zum Kleinkind gereift. Hast nach dem sicheren Gang das Rennen, Hüpfen und Tanzen für dich entdeckt. Bist vom Mama-Dada-Erzählen zum Sprechen und zum Singen gekommen. Hast deine Persönlichkeit weiterentwickelt und die Welt für dich entdeckt. Selbstständig bist du geworden. Ein KiTa-Kind, das sich problemlos vom sicheren Zuhause gelöst und seine ersten Schritte ins “eigene Leben” gemeistert hat. Was die KiTa angeht, bist du ein kleines Gewohnheitstier geworden. Der einzige Tag im vergangenen Jahr, an dem ich dich weinend verabschieden musste, war der, an dem ich dir kein Frühstück eingepackt hatte, weil du zu Hause schon so viel gefühstückt hattest. Ein böser Fehler, denn der Wechsel in deiner täglichen Routine “ankommen und erstmal etwas essen” warf dich völlig aus der Bahn. Dein gewohnter Rhythmus, der dir schon zu Hause in so Vielem gut tut, gab und gibt dir eben auch dort, im Kindagarten Halt. Es ist so schön zu sehen, wie wohl du dich dort fühlst. Wie du mit den anderen Kindern spielst, deine Erzieherinnen mit Namen begrüßt “Moagen Menanieee!” “Hallo ´Abine!” und genau weißt, wo in dieser kleinen und vertrauten Welt alles seinen Platz hat.

Zuhause ist es manchmal kaum zu fassen, wie unkompliziert es mit dir ist- du bist völlig zufrieden, wenn du in deiner gewohnten Umgebung bist, deine Spielsachen und Gefährte (allen voran das heißgeliebte PukyWutsch) zur freien Verfügung hast und mich immer in deiner Nähe weißt. Schwierig wird es meist nur dann, wenn wir es eilig haben, ich dich “nur noch schnell” wickeln, umziehen, fürs Schlafengehen fertigmachen (…) muss. Dann nämlich hast du meist ü-ber-haupt gar keine Lust, das mit dir machen zu lassen. Genau in dieser Minute willst du nur auf meinen Arm/ Falladfahleeeeen/Lego bauen (…) und zeigst mir deinen Unwillen durch lautes Schreien, mit den Füßen treten und bitterliches Weinen. Wenn du etwas möchtest, dann machst du diesen Wunsch durch lautes und betontes Rufen (“PU-PPEN-WAAA-GEN haben OLibia!”) deutlich und ich muss mir dabei oft auf die Zunge beißen, um nicht laut loszuprusten, so bestimmt skandierst du deine Wünsche. Wann immer ich dich so höre, bin ich mir sicher, dass du in der Kita keine Probleme haben dürftest, dich gegen die älteren Kinder durchzusetzen…

Überhaupt, andere Kinder. Ich habe noch nie ein Kind erlebt, das so verliebt in andere Kinder ist, wie du es bist. Siehst du ein anderes Kind, das dich interessiert, so gehst du meist vor ihm in die Hocke, strahlst es an und fängst in zuckersüßestem Ton ein Gespräch an: “Hallo?”. Dabei lässt du dich von Desinteresse oder schlechter Laune deines Gegenübers nicht im Mindesten aus dem Konzept bringen. Deinen besten Freund P. begrüßt du mit einem derart verliebten Strahlen und einem so süß geflöteten “Hallo P!”, dass seine Mama und ich jedesmal in uns hinein grinsen müssen. Du bist eine leidenschaftliche “Drückerin” und Küsserin, magst es aber nicht, wenn andere Kinder dich mit einer Umarmung überrumpeln. Umgekehrt lässt du dich jedoch vom Weinen oder Weglaufen deiner “Opfer” nicht beirren und drückst und herzt sie unbeirrt weiter.

Jeden Montag freust du dich riesig auf unser Kinderturnen. Auch wenn das Anstehen oft unglaublich lange dauert und Mama dir jedes Mal den Spaß verdirbt, sobald du dich heimlich an den Geräten nach vorne schleichen willst (hätte sicher überhaupt keiner gemerkt!), macht es großen Spaß. Du machst Purzelbäume auf den weichen Matte, hüpfst bis du nicht mehr kannst, balancierst zehnmal hintereinander seitlich über den Stufenbarren und kletterst in einem Affenzahn die ganze Sprossenwand hinauf. “Schwebende” oder wackelige Konstruktionen sind dir noch unheimlich, du bevorzugst es, festen Halt unter deinen Füßen zu spüren. Du liebst es, die Kästen hinaufzuklettern, rennst leidenschaftlich gern über den Parcours aus Kästen mit Matten darüber und bist glücklich, wenn du auf dem Mattenwagen durch die Halle fahren darfst.

Die Musik gehört zu deinen Leidenschaften und erprobtes Mittel, um einen deiner berüchtigten Wutanfälle abzuwenden.

Deine am liebsten gesungenen Lieder:

  • Heidi: Heidi, Heiiiiiiiidi, deine Welt Beeeerge. Dungel Tannen, grine Wiesen Sonnenschein, Heidiiii, Heidi, brau du glicklichsein. Holaidi, hollaidi, holaidi, hollaidi…
  • Meckaling du kleines Ding, such dia eine Tänzerin, huheissasa, huheisassa, ooooo wie ludig tanzt man daaaaa…
  • Tateane, tateane, Sonne Mond und Deeeerne…
  • Tufftufftuff die Eidenbaaahn, wer will mit Juklia faaaahn, alleine fahlen mag ich nis, nehme mia Fofia mit

Deine derzeitigen Lieblingslieder, die du immer wieder hören möchtest (und zu denen du wild und unermüdlich tanzt):

  • Bibi Grampgrump (->Pippi Langstrumpf, von Mama gesungen)
  • Kleine Dampedia (Kleines buntes Trampeltier)
  • Anne Kaffeekanne
  • Krebs (Kawuras)

Was das Spielen angeht, so liebst du derzeit:

  • PukyWutsch fahren
  • Bücher anschauen ->Grala nein! (Klara sagt nein) ->Weiße Fisch (Kleiner weißer Fisch) ->Sachen suchen…
  • Lego bauen
  • Malen
  • mit deiner neuen Küche spielen

Dein derzeitiges Lieblingsessen und -trinken:

  • Pfannkuchen
  • Kuchen aller Art ;-)
  • Mandarinen
  • Brezel
  • Käääääse
  • Joghurt
  • Igel (Früchteriegel)
  • Abbelnolle (Apfelschorle)
  • Sobbi

Deine Lieblingsmenschen außerhalb der engsten Familie:

  • Fofia (und deren Eltern)
  • Melalie
  • P.
  • die Nachbarsjungs deiner Großeltern, M. und L. (“M. Arm nehmen? L. Hand geben?”)

Wahnsinnig spannend ist derzeit deine sprachliche Entwicklung. Ich habe den Eindruck, du saugst alles, was du hörst, auf wie ein Schwamm. Du sprichst alles nach und hast eine so unglaublich trockene Art, das mitzuteilen, was du denkst, dass du mich damit regelmäßig zum Lachen bringst. Außerdem bist du derzeit geradezu unheimlich höflich und ich schmelze regelmäßig dahin, wenn du Sätze wie “Mama Olibia Kuhlen leinmachen bitte? Bitte Mami?” sagst. Hach!

  • Beim Anblick meines Adventskalenders morgens: “Oh Gog! Mama! Sau mal!” (Ähnliches beim Anblick deiner Geburtstagswimpelgirlande- “oh God!”
  • Beim Umziehen: “Mama, Olibia hilft dia! Olibia Hose ausdiehn!”
  • Ich singe im Auto bei einem Kinderlied mit – “NEIN, Mama!”. Ich höre auf zu singen und wippe rhythmisch mit, “tanze” ein weniog. “NEIIIIN, Mama!”. Ich muss lachen und frage: “Darf ich jetzt gar nichts mehr machen hier?” – “Nein, Mama, Audo fahlen!!!!!”
  • Bei deinen Großeltern: “Sitz, Emmy! Aus, Emmy! Emmy, weg da!”#
  • “Wad magst du Mami?”
  • “Du dut deslafen, Mami?”

Mein Schatz, ich könnte noch Stunden so weiterschreiben. Es gibt noch so vieles zu erzählen. Vieles, das kaum zu beschreiben ist. Dass ich mich jedesmal wie frisch verliebt fühle, wenn ich mich darauf freue, dich in der Kita abzuholen, zum Beispiel. Wie mein Herz vor Liebe fast platzt, wenn ich dich im Schlaf lächeln sehe. Dass dein erstes “Hab´is lieb, Mama!” so unbeschreiblich schön war, genauso wie jedes spontane “Sön da du da bit, Mami!”. Dass es mit jedem Tag noch schöner ist, mit dir zusammen eine Familie zu sein.

Aber all das schreibe ich dir ein andermal auf. Statt dessen sage ich dir nur dies:

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, mein kleines großes Mädchen. Du Wunder in meinem Leben.

Ich liebe dich unendlich, mein Kind.

Deine Mama

 

 

 

 

 

 

 

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Heute bist du ganze 22 Monate alt. Das heißt, in 2 (nur noch ZWEI??!!) Monaten wirst du deinen 2. Geburtstag feiern. Der Wahnsinn! Derzeit habe ich fast das Gefühl, als müsste ich dich nächste Woche in den “richtigen” Kindergarten und übernächste Woche in die Schule schicken. Die Zeit rennt!

Es ist ein wirklich phantastisches Alter, in dem du gerade bist. Klar, jedes Alter war/ ist toll, aber im Moment kann ich die Zeit mit dir einfach in vollen Zügen genießen. Keine Frage, das ist nicht immer so (dazu vielleicht mehr in einem anderen Post ;-) ), aber die meiste Zeit bist du einfach sonnig und es macht riesigen Spaß, meine Zeit mit dir zu verbringen.  Sicherlich liegt das auch mit daran, dass ich durch die Arbeit leider weniger Zeit für dich bzw. mit dir habe, als ich mir das wünschen würde und deshalb jede Minute mit dir genieße. Aber größtenteils liegt es an dir. Du bist einfach ein kleiner Sonnenschein. Wenn du nicht gerade einen filmreifen Wutanfall bekommst, weil irgendetwas nicht nach deinem Köpfchen geht, dann bist du einfach nur herzig. Du bist nicht mehr ganz zu ruhelos, stellst nicht alles auf den Kopf, sobald ich für fünf Minuten beschäftigt bin, sondern spielst oder genießt es, bei mir zu sein. Du singst selbsterfundene Lieder (Lalilalala…; Dudidudidu…), in denen ich manchmal Fragmente mir bekannter Lieder (…wohnen, unden oda oben??/ Dambedia…) wiedererkenne, du läufst, nein, du tanzt durch die Welt, du quatschst mir von der ersten wachen Minute an die Ohren voll (Mama? Mami? Sau mal! …) und lächelst mich mit betörenden Augenaufschlägen an oder bringst mich mit Versteckspielen und lustigen Grimassen zum Lachen. Du hörst alles und siehst alles und du merkst dir alles. Wenn ich dich beim Nachhausekommen frage, ob du heute noch in die Badewanne möchtest, dann brauche ich dich eine halbe Stunde später nicht duschen zu wollen, denn du erinnerst dich genau: “Badeanne!!”. Wenn es am Vortag bei Oma Kuchen gab, dann forderst du beim nächsten Besuch “Kuhen holen?”! So ist das.

Heute hatten deine Großeltern Hochzeitstag. Wir waren spazieren, haben Kuchen gegessen und sind abends essen gegangen. Ich hatte ein paar Bedenken, ob du das Abendessen im Restaurant durchhalten würdest, denn langes Sitzen im Hochstuhl gehört bekanntlich nicht zu deinen Stärken. Entsprechend überrascht war ich, wie entspannt dieser Abend verlief. Du hast deinen Kinderteller fast völlig aufgegessen und danach komplett zufrieden mit Opa gemalt und den ganzen Tisch unterhalten. Dein absolutes Highlight war jedoch das Eis, das dir die nette Bedienung spendierte. Eine Kugel Erdbeereis mit Waffel UND Smarties! Selten habe ich dich so konzentriert gesehen wie beim Verputzen des Eisbechers. Bereits nach wenigen Minuten hattest du dir Technik perfektioniert, mit der du den Becher am besten leer essen konntest. Es blieb tatsächlich nicht das kleinste Restchen mehr übrig. Wir anderen amüsierten uns köstlich darüber, wie du geschickt das Schälchen schräg hieltst, um alle Reste herauslöffeln zu können und genauso über dein verzücktes und gleichzeitig hochkonzentriertes Gesicht. Es war ein wirklich schöner Abschluss eines gelungenen Tages.

Und wie es so oft ist an diesen Tagen, kommt man ins Nachdenken. An die vergangenen Jahre. Ich dachte daran, wie schön wir es haben und wie gut es uns geht und stellte gleichzeitig fest, wie sehr sich unser Leben in den vergangenen Jahren verändert hat…

Heute vor zwei Jahren…

… stand ich einen knappen Monat vor dem Mutterschutz. Ich arbeitete noch, war aber nur noch sporadisch eingesetzt. Psychisch war ich schwer angeschlagen. Es war einerseits anstrengend, mir in der Arbeit nichts anmerken zu lassen, andererseits hielt mich genau das aufrecht. Ich wusste, mit meinen Kollegen über meine Situation zu sprechen, wäre über meine Kräfte gegangen. Ich wollte mich und meine Situation niemandem erklären müssen, daher war es leichter, alle in dem Glauben zu lassen, es liefe alles normal bei uns. Wenn mich Kollegen fragten, ob es mir keine Angst mache, dass der Vater so weit entfernt arbeite, denn es sei schließlich viel zu tun mit so einem Baby, dann musste ich mich schon sehr beherrschen, um nicht laut zu lachen. Das war wirklich meine geringste Sorge. Der Bauch wurde größer und deine Ankunft immer greifbarer. Ich freute mich riesig,war aufgeregt und hatte Angst. Die Tage wurden immer kürzer und das trübe Herbstwetter schlug mir stark aufs Gemüt. Der Geburtsvorbereitungskurs hatte begonnen und dein Geburtstermin rückte näher. Im Schwangerschaftsyoga versuchte ich, ein wenig Ruhe und Kraft zu tanken.Ich lauschte deinen Herztönen am CTG und überlegte mir, was ich für das Wochenbett vorkochen wollte. Babykleidung wurde gewaschen und mit klopfendem Herzen in den Schrank gelegt, nur um sie einen Tag später mit verliebtem Blick wieder in die Hand zu nehmen.

Und: ich freute mich auf dich. Neben der Traurigkeit, der Angst und dem Gefühl von Einsamkeit, weil eben kein zweites Elternteil mit mir auf deine Ankunft hinfieberte, war da eine riesige Freude auf dich. Auf das Leben mit Baby und das Mamasein. Freude darauf, den süßen Duft deines Köpfchens zu riechen und stolz den Kinderwagen zu schieben. Freude darauf, dich stundenlang in den Armen zu halten und nachts deinen Atem zu hören. Vorfreude, dieses Zappeln, das wie Wellen meinen kompletten Bauch bewegte, endlich ohne Hindernisse beobachten zu können. Dich zu halten, zu küssen und deine Mama zu sein.
Und heute weiß ich: ich hatte keine Ahnung davon, was mich erwartete. Welche Aufgabe und welches Glück auf mich wartete.

Heute vor einem Jahr…

…warst du genau zehn Monate alt. Wir verbrachten die Woche um den 03. Oktober im Urlaub. Du hattest in der Woche zuvor begonnen durchzuschlafen und ich genoss das ungemein. Nach einem dreiviertel Jahr mit teils wirklich höllischen Nächten war dies eine unglaubliche Erholung für mich. Und auch abends hattest du mehr Ruhe gefunden. Es gab Abende, da wachtest du kein einziges Mal auf. Die gute Bergluft und die vielen neuen Eindrücke, die du den Tag über genießen durftest, schienen dir sehr gut zu tun. Es war ein toller Urlaub., zumal ich immer wieder daran dachte, wie ich im November des Vorjahres genau hier hochschwanger Urlaub gemacht hatte. Wie vieles hatte sich doch verändert, seit du da warst! Zehn Monate war ich deine Mama und ich war es mit vollem Herzen. Auch wenn mich diese zehn Monate mich oft genug an meine Grenzen gebracht hatten- sie waren wunderschön.

Noch hatte ich vier volle Monate mit dir zu Hause und ich konnte mir nicht vorstellen, wie es werden würde, wenn ich wieder anfangen musste zu arbeiten. Wir hatten uns so aufeinander eingespielt. Morgens gegen acht trankst du deinen Schoppi im Laufstall, während ich frühstückte. Dann ging ich ins Badezimmer, duschte und zog mich an, bevor ich dich holte und dich tagfein machte. Anschließend wurschtelten wir meist ein wenig in der Wohnung herum, gingen einkaufen oder spielten, ehe es Mittagessen gab. Manchmal machten wir gemeinsamen Mittagsschlaf, manchmal legte ich dich alleine hin (wobei du alleine immer vieeeel kürzer schliefst…). An den Nachmittagen trafen wir uns zum Spazierengehen mit anderen Mamas und ihren Babys oder mit meinen Freundinnen, besuchten deine Oma oder gingen einkaufen. Montagnachmittags trafen wir uns jede Woche mit deinem Freund P. und seiner Mama zum gemeinsamen Spazierengehen. Mittwochs hatten wir Babyschwimmen, nach dem wir beide immer völlig platt und reif für den Mittagsschlaf waren. Donnerstags war PeKip und Freitagmorgen der Musikgarten. Es war eine wunderbare und intensive Zeit. Das Gefühl von Langeweile, vor dem ich mich im Mutterschutz manchmal gefürchtet hatte, kam niemals auf. Statt dessen: Leben. Neue Menschen, neue Unternehmungen, neue Erfahrungen. Und du! Meine Sonne, meine Herausforderung, meine große Liebe. Manchmal hast du mich wahnsinnig gemacht, mit deiner Schlaferei, mit deiner kurzen Aufmerksamkeitsspanne, damit, dass ich immer gefragt war und du dich außer der halben Stunde morgens nie alleine beschäftigen wolltest. Damit, dass ich abends nicht einfach sagen konnte: “Geh du bitte, ich KANN nicht mehr!” Ich musste können.

Aber: all das machtest du mehr als wett. Mit deinem Wesen, deinem Lächeln, deiner Liebe. Deinem Mamamamama. Dem Duft deiner Haut und deinem zuckersüßen Lächeln. Damit, dass es dich gab. Mein Kind, meine große Liebe.

Heute…

… bist du also 22 Monate alt. Manchmal machst du mich immer noch wahnsinnig und ich dich vermutlich auch. Wenn du beim Kürbissuppe essen auf einmal anfängst zu grinsen und mit dem Löffel in der Luft herum wedelst, zum Beispiel. Oder wenn du beim Wechseln einer wirklich grausamen Windel mittendrin die Zusammenarbeit verweigerst und mich mit den Füßen wegtrittst, zum Beispiel. Wenn du nicht mehr Treppe laufen möchtest, während ich drei Taschen, einen Wäschesack und einen Korb in den dritten Stock trage, zum Beispiel.

Ansonsten ist es einfach wunderbar mit dir. Du lernst jeden Tag neue Wörter, saugst sie auf wie ein Schwamm und bringst mich zum Lachen, wenn du auf einmal Worte wie “Quatschnudel” nachsprichst. Du zählst von 5 bis zehn und ich habe keine Ahnung, woher du das kannst.

Zwei Tage in der Woche sehe ich dich erst gegen 17 Uhr wieder. Das ist für dich insofern schön, weil du an diesen Nachmittagen, während ich arbeite, exklusive Oma- und manchmal auch Opa-Zeit hast. Aber es macht mich manchnmal traurig, dass uns, dir und mir, diese Zeit fehlt. Als ich vergangene Woche außerplanmäßig an zwei aufeinanderfolgenden Tagen so spät nach Hause kam, hingst du am dritten Tag nachmittags wie ein Äffchen an mir und suchtest meine Nähe. Wir haben beide daran zu knabbern, wenn wir uns so lange nicht sehen. Ohnehin bist du viel kuscheliger geworden. Abends bekomme ich einen Gutenachtkuss, du umarmst mich täglich mehrmals stürmisch und oft wirfst du dich lachend auf meinen Rücken, wenn ich gerade auf dem Boden sitze oder mich herunterbücke.

Du schläfst seit einem Jahr durch und schläfst abends und mittags ohne Probleme alleine ein. Dein Heiabett, wie du es selbst nennst, liebst du heiß und innig. Du gehst gerne in die KiTa und magst deine Erzieherinnen und Spielkameraden. Du bist immer noch ein wilder kleiner Wirbelwind, der ständig in Bewegung ist. Bist älter geworden, kleinkindlicher. Hast dich verändert, weiterentwickelt und bist doch ganz DU geblieben.

Und wenn ich so zurückschaue auf die vergangenen beiden Jahre, dann bin ich unendlich froh und dankbar. Dankbar um dieses Wunder in meinem Leben. Darum, wie schön mein Leben mit dir ist. Unser Familienleben. Wie sehr ich dich liebe und wie aufregend es ist, dich beim Aufwachsen zu begleiten und zu unterstützen, Deine Mama zu sein. Manchmal fühle ich mich wie der größte Versager, manchmal habe ich das Gefühl, gar nicht so schlecht in dem zu sein, was ich tue. Letzteres besonders dann, wenn ich dich bei etwas beobachte und heimlich vor Stolz auf dich fast platze. Wenn du anderen Kindern auf dem Spielplatz zum Beispiel ihre Sandspielsachen mit einem “Bitte” überreichst. Oder du deinen besten Freund zur Begrüßung umarmst und seinen Rücken streichelst. Dann denke ich, dass ich gar nicht so viel falschmachen kann, so wunderbar, wie du bist.

Ich liebe dich, mein Mädchen!

Deine Mama

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… tönt es hier von morgens bis abends. Du siehst alles, hörst alles und kommentierst alles- es ist einfach wahnsinnig goldig! Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, will ich bei jedem Bagger “Schau mal!” rufen, bis mir einfällt, dass du ja längst mit deinen kleinen Kita-Freunden beim Frühstück sitzt.

Überhaupt, das Autofahren mit dir ist wirklich ein Erlebnis. Dich von der Kita abzuholen, pure Unterhaltung. Es gibt kaum etwas, das du nicht siehst und du berichtest darüber so akribisch wie ein Fernsehreporter:  “Sau mal, Mama! Wauwau! Sau mal, Lullelum! Mama! Maaamaa! Sue aus! Ocken aus! Sau mal, Bagger!” Mit dir sehe ich Dinge, die ich früher nicht beinmal wahrgenommen habe. Ich kann mich wieder für Traktoren und Bagger begeistern. Baustellen finde ich richtig spannend, seitdem ich miterleben darf, wie sehr du dich an ihnen freust. Wenn wir mittags zuhause ankommen, du ohne Schuhe und Socken, ein wenig k.o. vom Vormittag, aber voller Mitteilungs- und Tatendrang, dann freue ich mich schon auf die Zeiten, wenn du mir beim gemeinsamen Jogu-Essen von deinem Tag in der Kita erzählen kannst.

Schauen wir mittags gemeinsam ein Wimmelbuch an, dann zeigst du mir die Babyenten, Beine (weinendes Mädchen), Heee! Handtuch! (ein Junge, der zum Anderen “Hey, das ist mein Handtuch!” sagt) und Krieggich (Fangen spielende Kinder, die “Ich krieg dich” sagen).

Abends singst du derzeit noch ein wenig im Bett, ehe du einschläfst. Und ich sitze vorm Babyphone, grinse in mich hinein und möchte am Liebsten jedem auf der Welt zeigen, was für ein wundervoller kleiner Mensch hier in meiner Wohnung lebt.

Du liebst es, Enten zu füttern und wirfst ihnen mit Schwung und “Bitte! Appetit!” trockenes Brot zu. BobbyCar (Bukaki!)fähst du wie eine Wilde und schaffst es, mit deiner Fahrweise ein neues Paar Schuhe (“Für die 15 Minuten brauchen wir doch die Schoner nicht!”) innerhalb kürzester Zeit zu ruinieren.

Du kannst sagenhaft wütend werden und weißt manchmal kaum, wohin mit all den Gefühlen, die dich da gerade umtreiben. Dann trittst du um dich, kneifst dich selbst in die Wange und schreist wie eine wilde Katze. Wenn wir beide Glück haben, lässt du dich durch ein Lied, ein Spielzeug oder die Bitte, mir bei etwas zu helfen, von deinem Zorn ablenken. Aber leider klappt das nicht immer.

Mittlerweile verstehst du nahezu alles, was man dir sagt und freust dich riesig, wenn man dich in alles Mögliche einbezieht. Du kannst deine Socken in deinen Schrank räumen, wenn ich dich dazu auffordere, wirfst deine Windel selbst weg und bringst manchmal sogar unaufgefordert frische Windeln mit ins Bad. Außerdem liebst du es, Müll wegzuwerfen, den Tisch zu decken und dir oder mir die Haare zu kämmen.

Du reihst selbstverständlich zwei, manchmal auch drei Wörter aneinander und kannst ganz genau sagen, was du willst. “Couch sitzen! Sandia! (Sandmann)” ist nur ein Beispiel dafür.

Heute wurde mir zum ersten Mal seit ganz langer Zeit gesagt, du sähest mir ähnlich, was mich unendlich stolz machte.Du bist nämlich der hübscheste Mensch, den ich kenne. Aber besonders objektiv bin ich da wohl nicht ;-)

Wenn ich dir abends beim Schlafen zusehe, werde ich oft so von Liebe überwältigt, dass mir Tränen in die Augen steigen. Wir zwei. Eine Familie. Pure Liebe.

Mein kleines, großes Wunder du. Mein Mädchen. Ich liebe dich.

Deine Mama

 

 

 

 

 

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Mäuschen, nächste Woche bist du sage und schreibe 21 Monate alt. So viel Zeit, gefüllt mit Glück, ersten Malen, Angst, Spaß, Ärger- mit LEBEN!!

Und dieses Leben mit dir ist vor allem eines nie: langweilig. Die letzten Wochen haben wir unheimlich Vieles miteinander unternommen und den Sommer in vollen Zügen genossen.

Wir waren tagelang im Schwimmbad, wo du aus dem Kleinkinderbecken einfach nicht mehr herauszubekommen warst. Die ersten Tage konnte ich meinen Kaffee im Becken trinken und vor mich hin träumen, während du quietschzufrieden und von den doch etwas frischen Wassertemperaturen völlig unbeeindruckt mit deiner Gieskanne Wasser in dein Lieblingsförmchen fülltest. Gut, nicht NUR ins Förmchen- oft genug bekam auch ich eine Dusche mit dem Gießkännchen verpasst, was dich jedes Mal schelmisch grinsen ließ. Wegen dir hätten wir den kompletten Nachmittag im Becken verbringen können und ich konnte dich in der Tat nur für wenige Minuten an unseren Platz lotsen, wo du innerhalb von Sekunden eine Schüssel Obst inhaliertest und dann sofort wieder mit dem Wort “Bajer” auf den Lippen in Richtung Wasser ranntest. Leider wurde das Babybecken nach ein paar Tagen etwas langweilig für dich, so dass du riskante Spielplatzexperimente und ausgedehnte Touren durch das gesamte Freibadgelände unternehmen musstest, was bei den tropischen Temperaturen nicht gerade die pure Freude für deine alte Mama war.

Die nächsten heißen Tage verbrachten wir deshalb bei Oma und Opa im Garten, wo du im Planschbecken schwimmen, Blumen gießen und vor allem mit ausgeklügelten Tricks alle Anwesenden nacheinander mit Wasser übergießen konntest, was nicht bei allen auf Begeisterung stieß ;-)

Wir haben uns mit deinen PEKiP-Freunden getroffen, wo ihr miteinander gespielt und auch mal geschubst, gekratzt und geweint habt, während wir Mamas aus dem Staunen über unsere großen Kinder nicht mehr herauskamen. Mit P.´s Mama war ich sogar im Geburtsvorbereitungskurs und der Gedanke an unsere dicken Bäuche in diesem kalten Herbst, an die Abende, an denen wir uns im Raum schräg gegenüber saßen, war einfach unbeschreiblich für mich. Da rennt, erzählt, lacht ihr. Unsere Kinder. Damals wart ihr uns zwar unendlich nah und dennoch schien es so wenig glaubhaft wie ein Traum zu sein, dass wir euch wenige Wochen später in den Armen halten würden.

Wir waren im Streichelzoo, wo du zuerst vor Begeisterung ganz baff warst. Leider hatte ich den Foto nicht schnell genug parat, denn das Bild, wie du inmitten der kleinen Ziegen auf dem Weg standest und dich fasziniert umsahst, wäre Gold wert gewesen. Wie du da standst und jeder Ziege auf ihr Mäh ein ganz empörtes Määääääh zurückgabst, das war einfach bezaubernd. Leider schüchterten dich die vielen Tiere ein wenig ein, so dass du für den kompletten Nachmittag nicht von Omas oder meinem Arm weichen wolltest. Aber auch vom sicheren Hafen aus konntest du unzählige neue Eindrücke sammeln. Zahme, wunderschöne Rehe, riesige Schweine, Erdmännchen, Zebras und Affen wurden mit riesigen Augen bestaunt. Aber das Schönste am ganzen Ausflug, war dein begeistertes “`Nau mal, Mama!”, sobald du etwas Neues entdecktest. Immer wieder. Und mir ging das Herz auf, während ich schaute, worauf du mich so unbedingt aufmerksam machen wolltest.

Sowieso sprichst du mit jedem Tag mehr. Die Aufgabe, deinen Wortschatz noch einmal zusammenzufassen, flösst mir bereits jetzt einen Heidenrespekt ein, denn du saugst neue Begriffe auf wie ein Schwamm. Eine kleine Auswahl meiner derzeitigen Lieblingswörter:

Guigoite – Schildkröte

(Oi)Bibia – du selbst

Nenny – die Mama deines besten Freundes

Minani – deine Bezugserzieherin

Gaukel – Schaukel

Mäne munen – Zähne putzen

Nau mal – schau mal

Sand – Sandmännchen

Kabi -  Kaffee

beine – weinen

ginkungung – trinken (besonders kurios, da du das Wort “trinken” durchaus kennst und korrekt anwenden kannst)

Kex – Keks

Teilweise bildest du bereits kleine Sätze, vor allem wenn du dich über irgendewtas ärgern musst. Als Oma dir neulich deinen Eimer wegnahm, brach eine wahre Schimpftirade los, in der wir immer wieder die Worte Oma, Oibibia und Eimel hörten. <3 Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass du mir morgens aus deinen Träumen erzählen möchtest. Denn warum sonst solltest du mich frühmorgens um halb sechs wecken, um mir aufgeregt von den “Bande” (Elefanten) zu erzählen?
Zum Glück warst du nach meinem nachdrücklichen Hinweis auf die Uhrzeit bereit, noch eine Runde zu schlafen, ehe du dann zwei Stunden später deinen Bobbi einfordertest.

Du bist ein kleiner Wirbelwind. Stürmisch, sonnig und sprühend in deinem ganzen Wesen. Temperamentvoll und mitreißend. Du kannst furchtbar wütend auf mich werden und streckst doch nur kurze Zeit später wieder die Arme aus, um dich von mit trösten zu lassen. Ich kann dir nie lange böse sein und du weißt schon jetzt genau, mit welchen Tricks du mich herumbekommst. Wenn ich wegen irgendetwas schimpfe, dann schielst du meist an mir vorbei, schaust dann grinsend und mit bezauberndem Aufgenaufschlag zu mir auf und schneidest Grimasen, um mich zum Lachen zu bringen. Du testest deine -und auch meine Grenzen – aus, was für uns beide oft nicht einfach ist. Du sitzt ungerne still, sondern tobst, kletterst, entdeckst lieber. Zurufe kannst du so gut ignorieren, dass deine Betreuerinnen im Kindergarten bereits einen Hörtest (!!) mit dir durchführten, weil du in der Gruppe nahezu nie auf deinen Namen reagierst, während du spielst. Diese Fähigkeit wird dir im Teenageralter sicher treue Dienste leisten… Wenn du durch die Wohnung stürmst, komme ich an manchen Tagen aus dem “Nein” sagen gar nicht mehr heraus, weil du zielsicher genau die Dinge tun willst, bei denen ich mit Platzwunden, ausgeschlagenen Zähnen oder ähnlichem rechne. Du bist unheimlich verschmust, auch wenn du deine Schmuseeinheiten eher im Vorbeigehen abholst. Langsam hast du zu meiner großen Freude Puzzles für dich entdeckt, bei denen du zumindest eine gewisse Zeit auf der Stelle sitzen bleibst. Und auch “manen” ist heißbeliebt. Jeder Kugelschreiber versetzt dich in Entzücken. Auch Bilderbücher liebst du heiß und innig, wenn du während des Lesens ganz stolz alle Dinge benennst, deren Namen du schon kennst. Jedes Buch hat einen eigenen Namen, benannt nach dem Inhalt oder deiner Lieblingsstelle:

“beine” – Wimmelbuch, in dem ein Mädchen weint

“Miau” – Ich bin die kleine Katze

“Muuuh” – Wimmelbuch mit den Tieren

Du liebst es zu kochen und ich freue mich schon jetzt auf dein Gesicht, wenn du an deinem Geburtstag deine Spielküche auspacken wirst. Vor allem Eis wird mit Inbrunst von dir serviert, wobei es mir mein Mamaherz schon schmerzlich zusammenzog, als du einem fremden Kind ein liebevoll zubereitetes “AAaaaais???” anbotst und als Antwort nur ein gemotztes: “Is mag kein Sandeis, is mag nur Schokoladeneis!” erntetest. Nur mit geballten Fäusten und einem betont fröhlichen: “Machst du MIR eines, Schatz? Ich lieeeeebe Sandeis nämlich!” konnte ich mich selbst davon abhalten, dem blöden Gör ein “Iss es gefälligst, du Blödmann!” zuzubrüllen. So etwas tut man schließlich nicht, auch wenn das Mamaherz noch so sehr ächzt und wehtut. Vor allem, wenn ich an die Zeit denke, in der du diese Kämpfe ohne mich ausfechten musst. Auch wenn ich weiß, dass du wilde kleine Kämpferin solche Situationen vermutlich viel besser wegsteckst, als ich das jemals könnte.

Mein Mädchen, meine Große, mein “Mäushein” – danke, dass du mich die Welt jeden Tag mit deinen Augen neu entdecken darf. Dass du mir auf so viele Arten dein Vertrauen zeigst. Dass du mich als deine Mama ausgesucht hast.

Ich liebe dich so sehr.

Deine Mama

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