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Archive for 9. Januar 2012

… macht die Uhr und scheint im Moment schneller und schneller zu gehen. Die Tage fliegen nur so vorbei und mit ihnen rückt auch der Tag näher, an dem die ruhigen und schönen Tage meiner Elternzeit endgültig der Vergangenheit angehören. Keine drei Wochen bleiben uns mehr und der Gedanke daran erfüllt mich mit Unruhe und einem Gefühl der Panik.

Panik, dass ich diese letzten Tage und Wochen nicht genügend ausnutzen, genießen, mit Leben füllen könnte. Das ist bescheuert, ich weiß. Und so versuche ich, die Gedanken zu verdrängen und einfach weiterhin unseren Alltag, jeden Tag anders und doch von so viel Vertrautem erfüllt, zu genießen.  Leicht ist das nicht immer, denn so vieles will erledigt und abgehakt werden. Kuscheln, aufstehen, frühstücken, anziehen. Die Püppi tagfein machen, dabei knuddeln, küssen und sich an der meist unverschämt guten Laune dieses wunderbaren Kindes freuen. Schnell das Telefon holen, weil da ja noch ein paar Anrufe zu erledigen waren. Und dann, schwuuups, ist fünf Telefonate und ein gekochtes Essen später auch schon der Vormittag vorüber. Und wenig später ist der Abend da, ein weiterer Tag neigt sich dem Ende zu und mit ihm rücken auch die Gedanken und Befürchtungen näher, gegen die ich mich tapfer zu wehren versuche. Aber so ganz gelingt leider doch nicht immer…

Gerade die Kita wirft immer wieder viele Frage und Überlegungen auf. Zum Glück haben wir nun doch einen vollen Platz angeboten bekommen, denn alles andere hätte mir Bauchschmerzen bereitet- jede Woche auf die Anwesenheit des Typs oder alternativ auf meine Eltern angewiesen sein, das muss ich nicht haben. Zumal vier Tage genauso teuer (und zwar wirklich sehr, sehr teuer) sind, wie fünf. Aber bisher haben wir noch keinen Termin für eine Vorbesprechung. Ich hoffe, es geht nun wirklich alles glatt, schließlich hat mich diese Kita schon einmal in Angst und Schrecken versetzt, indem sie mir den fest zugesagten Platz lapidar absagte…

Und dann all die Mama-Herzschmerz-Gedanken:

Wird die Eingewöhnung gelingen? War es die richtige Entscheidung, ihrem Vater die Eingewöhnung zu überlassen? (Eigentlich schon. Ich bin mir sicher, dass er leichter loslassen und ihr so unterschwellig signalisieren kann, dass sie sich dort „wohlfühlen darf“. Außerdem denke ich, dass die starke Bindung zwischen der Püppi und mir ein Ankommen in der Kita nicht unbedingt leichter machen würde.) Kann sich mein Mädchen so ohne weiteres in diesen so ganz anderen und neuen Tagesablauf integrieren? Kann sie in der neuen Umgebung schlafen? Wird sie schnell Vertrauen zu den Betreuerinnen fassen? Wird es ihr Vertrauen in mich erschüttern, auf einmal viel weniger Zeit mit mir und dafür mehr Zeit mit Papa und in der Kita zu verbringen? Wie wird es für mich sein, einen großen Teil des Tages getrennt von meinem Töchterchen zu verbringen? Und für sie, mich erst nachmittags wieder zu sehen?

Zusätzlich natürlich das Gedankenkarussel zum Themenkreis „Wiedereinstieg in den Job“:

Wie schnell werde ich mich wieder einfinden? Wieviel habe ich „verlernt“? Und wie lange wird es dauern, wieder anzukommen? Werden meine Arbeitszeiten so gelegen sein, dass sie erlauben , auch weiterhin die Nachmittage mit ihr zu verbringen? Und schaffe ich es auch, ein wenig Zeit für mich freizuschaufeln? Abends? Oder muss ich die Abende komplett für Haushalt und Vorbereitungen opfern? 

Man kennt das alles. Und auch wenn ich mir die letzten Wochen nicht von all den Fragen verderben lassen will, zumal grübeln noch nie irgendetwas besser gemacht hat, bleiben all die Gedanken in meinem Hinterkopf.

Doch neben all diesen Fragen ist da auch die Hoffnung, dass alles gut wird. Dass uns beiden diese Veränderung auch gut tut. Mir der Kontakt mit Erwachsenen, der Austausch, meine lieben Kollegen, die geistige Arbeit. Mal wieder über komplett andere Themen zu reden. Kompetent sein. Frau sein, Mensch sein. Nicht „nur“ Mama. Obwohl ich auch das liebend gerne noch eine ganze Weile länger gewesen wäre, so ist es nicht… Trotzdem. Und für mein Mädchen hoffe ich, dass ihr die Zeit mit den anderen Kindern, die intensive Betreuung durch die Erzieherinnen, die neue Selbstständigkeit und die vielen neuen Eindrücke gut tun. Sie Neues lernt und entdecken kann. Selbstvertrauen gewinnt. Dass sie Spass hat, die Zeit dort genießt und die Stunden mit mir dann als umso schöner wahrnehmen kann.

Hach ja. Wir werden sehen. Letztendlich wird es die Zeit zeigen, wie es kommt. Schneller, als gedacht, vermutlich.

Tick, tack…

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