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Archive for Juni 2012

Du kannst schon…

♥ Mit dem Puppenwagen ganz lässig über sämtliche Hürden hinwegfahren, indem du cool das Vorderrad anhebst und den Wagen dann mit dem typischen Blick der gestressten jungen Mama weiterschiebst.

♥ Deine Turnschuhe unter allen anderen erkennen und mir bringen, wenn wir aus der Kita nach Hause gehen.

♥ Deine Windel ganz alleine ins Kinderzimmer tragen und dort in den Windeleimer werfen.

♥ Kleine Krümelchen vom Boden aufheben, in die Küche gehen, den Mülleimer öffnen und sie hineinwerfen (finde ich suuuper, aber WO hast du das bitte gesehen??) – einziges Problem: wenn mir etwas Kleines herunterfällt, kann es gut sein, dass du es für Müll hältst und es wegwirfst, wie neulich den Ersatzknopf meiner Bluse, mein Haargummi…

♥ Mir deine Weste entgegenstrecken, „andieeeehn“ rufen und versuchen, deinen Arm in den Ärmel zu wurschteln. Hach!

♥ Nach links oder rechts schielen, um mich nicht ansehen zu müssen, wenn du etwas „angestellt“ hast- Trinkflasche oder Brot absichtlich auf den Boden werfen, hauen…

♥ Die Namen deiner Lieblingserzieherinnen in der Kita ziemlich gut aussprechen „Juja“ und „Minani“.

♥ Filmreife Wutausbrüche mit Bodenwälzen und Schreien veranstalten, um gleich darauf loszuprusten, wenn ich anfange, Grimassen zu schneiden oder dir einen Bauchkuss gebe.

♥ Wild lostanzen und über beide Ohren strahlen, sobald Musik ertönt.

♥ BUMM sagen, sobald etwas (oder manchmal auch du) umfäll(s)t

♥ Auf die Aufforderung „Bring mir mal bitte…“ oder „Geh mal bitte ins…“ reagieren. Oft. Nicht immer, aber immer öfter.

♥ Deine Pubba mit dem Schoppenfläschchen oder Brei füttern und ihr den Schnulli geben. (auch wenn er manchmal im Puppenauge landet- gut, dass du keine kleineren Geschwister hast…)

…mich zum Lachen bringen und mir den Tag versüßen. Jeden Tag. Herzkind du. ♥

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Mit einem Kollegen habe ich diese Woche ein etwas seltsames Gespräch geführt. Wir plänkelten ein wenig herum, weil er an diesem Tag früher gehen durfte als ich, woraufhin ich ihm genüsslich meinen freien Tag und die Tatsache, dass ich an zwei weiteren Tagen früher fertig sei, unter die Nase rieb.

Seine Antwort darauf: „Hm, jetzt könnte ich ja gemein sein und sagen Ätsch, dafür hast du ein Kind!“ -“ Jaaaaaaa… ZUM GLÜCK!!“, war meine strahlende Antwort darauf. Ätsch?? Ähm, hallo??? Da ich weiß, dass dieser Kollege Single mit einem eher genuss- und spaßorientierten Leben ist, war mir schon klar, dass ein Kind in seiner Vorstellung wohl eher Ballast sein muss, der die Eltern vom Spaßhaben abhält.  Das war auch an seiner nächsten Frage abzulesen: „Bereust du es manchmal?“- „Niemals. Nicht eine Minute. Sie ist das Beste, was mir je passieren konnte.“ Mehr gab´s dazu nicht zu sagen.

Wer keine Kinder möchte und sich nicht vorstellen kann, ein Kind großzuziehen, der kann auch nicht verstehen, wie wundervoll es ist, Eltern zu sein. So vieles liegt außerhalb der Vorstellungskraft, ist unbeschreiblich und ganz wunderbar. Wenn ich mir überlege, wie mein Leben aussah, ehe ich dich bei mir hatte, muss ich manchmal grinsen. Im Rückblick und im Vergleich zu heute erscheint es mir oft so leer. Was habe ich damals mit all dem Platz in meinem Herzen gemacht, der heute alleine dir gehört?

Meine Süße, als ich noch nicht deine Mama war,

… da hatte ich keinen Schimmer, wie wundervoll es ist, wenn morgens ein kleiner Mensch unter die Decke gekuschelt kommt, seine kleinen Händchen um mein Gesicht legt und „Mama, eia“ flüstert.

… konnte ich nicht einmal ahnen, wie es sich anfühlt, im Dunkeln auf das Geräusch deines Atems zu lauschen und in der Sekunde, in der man nur Stille hört, zu spüren, dass meine ganze Welt an dir hängt.

… da hätte ich nie gedacht, dass ich einmal vor Stolz fast platzen würde, nur weil mein Kind laut „ENDE“ schreit, wenn es auf einem kleinen Bild am anderen Ende des Raumes eine winzige Ente entdeckt.

… da hatte ich keine Vorstellung von der Liebesexplosion in meinem Herzen, wenn lautes Rascheln und das Tapsen von nackten Füßen auf dem Fliesenboden erkennen lassen, dass du  morgens nach wenigen Minuten aufwachst, wenn ich nicht mehr im Bett liege.

… da wusste ich überhaupt nicht, wie schön es ist, wenn du abends nach deinem „Bobbi“ (Schoppi) in meinem Arm langsam in den Schlaf findest.

… da hatte ich völlig vergessen, wie lustig es sein kann, quatschmachend durch die ganze Wohnung zu toben.

… da hätte ich nie gedacht, dass ich einmal in Begeisterungsstürme, lautes „Jaaa, suuuper!!!!!!!!“, Klatschen und Johlen ausbrechen würde, nur weil mein Kind auf dem Pucky so toll durch die Wohnung rollt/ alleine die große Rutsche runterrutscht/ einen Arm ins T-Shirt steckt (…)

… da wusste ich nicht, wie sehr man jemanden schon in ganz wenigen Stunden vermissen kann.

… da hatte ich noch keine Ahnung davon, wie sehr du mich zum Lachen bringen kannst, wenn du mit dem Zeigefinger wackelst und mit hoher Stimme „Nein nein!“ singst oder  wenn du einen Elefanten siehst und dir (oder auch mir) die Nase zuhältst.

… da wusste ich nicht, wie wunderbar es ist, zum Geräusch deiner Atemzüge einzuschlafen.

Als ich noch nicht deine Mama war, da wusste ich gar nicht, wie sehr man einen anderen Menschen lieben kann.

Es ist so schön, dass es dich gibt!

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… um mal ganz ehrlich zu sein… 😉

Als ich noch nicht deine Mama war,

… da wusste ich auch noch nicht, dass es Tage gibt, an denen ist man so müde, dass die Beine wehtun und man beim Aufstehen schon die ersten Tränen vergießt.

… da wusste ich genauso wenig, dass auch winzige Babymädchen ihre Mamas in hohem Bogen anpinkeln können.

… da hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie sehr ständiges mit-Gegenständen-irgendwo-dagegen-schlagen an meinen Nerven zerren kann.

… da hätte ich nie gedacht, dass Mamasein auch bedeuten kann, monatelang nicht einmal abends eine Stunde für mich alleine zu haben, weil das Baby tagsüber fast nie und abends immer nur ganz kurz am Stück schläft.

… da hatte ich zum Glück keine Ahnung davon, dass es auch Babys gibt, die schreien, sobald sie abgelegt werden und dass es deshalb passieren kann, dass Mama schon morgens um halb 11 nur noch am Heulen ist, weil das Baby das komplette Duschen, Anziehen, Zähne putzen usw. hindurch nur geschrien hat.

… da hatte ich keinerlei Vorstellung davon, wie grausam es manchmal sein kann, auf nüchternen Magen Windeln des Grauens zu wechseln (und sich drei zusätzliche Hände zum Füße halten, Feuchttücher reichen, Kind davon abhalten seine Legotiere in die Windel zu werfen (…) zu wünschen)

… da wurde ich NIE davon geweckt, dass ein anderer Mensch an meinen Haaren (und nur an ganz wenigen, damit es auch richtig wehtut) zog oder mich ganz laut anbrüllte.

… da konnte ich mir nicht vorstellen, dass deine Schmerzen mir mehr als meine eigenen wehtun könnten.

… da wusste ich nicht, wie schrecklich es sich anfühlt, monatelang NIE von selbst aufzuwachen, sondern immer und zu den unmöglichsten Zeiten von einem anderen Menschen aus dem Schlaf gerissen zu werden. (Wie Folter. Meine Meinung.)

… da hatte ich auch keine Vorstellung davon, wie frustrierend es manchmal ist, deine Trotzphasen mitzuerleben.

Mein Schatz, als ich noch nicht deine Mama war, da war ich ausgeschlafener und erholter. Ich ging öfter zum Frisör und viel öfter abends aus. Ich arbeitete mehr und hatte mehr Geld zur Verfügung. Ich hatte bessere Nerven und nahm mir Zeit für die Dinge, die mir Spaß machten. Ich las mehr, unternahm mehr und lackierte mir öfter die Nägel. Mein Bett, meine Wohnung, meine Freizeit und mein Bücherregal gehörten mir ganz allein. Ich konnte lange liegen bleiben, sonntags den ganzen Tag fernsehen, morgens ungestört frühstücken und stundenlang telefonieren.

Mein Schatz, als ich noch nicht deine Mama war, da war mein Leben nicht mal halb so schön wie heute. Ganz ehrlich.

Ich liebe dich! Deine Mama.

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1 Jahr, 6  Monate, 1 Woche und einen Tag alt

…und du steckst mitten in einem ganz gewaltigen (Sprach-)Entwicklungsschub.

Das ist einerseits ganz toll, denn dein Wortschatz wächst nahezu täglich und du kannst immer besser sagen oder zeigen, was du möchtest und was dir gerade wichtig ist.  Andererseits bleiben natürlich auch die Nebenwirkungen dieser Entwicklung nicht aus. Kein Licht ohne Schatten und so…

Dein Schlafpensum ist mal wieder aufs absolute Minimum zusammengeschrumpft. Aktuell sind wir bei etwa dreißig Minuten Mittagsschlaf; und dies auch an Tagen, an denen du um 6 Uhr mit mir aufstehen musstest und einen actionreichen Vormittag in der Kita hinter dich brachtest. Ich wundere mich wirklich, wie du das durchhältst. (Und bete darum und hoffe sehr, dass dies bitte, bitte, bitte nur eine vorübergehende Phase sein möge, ja?. Ja? JA???) Leider äußert sich dieser Schlafmangel an manchen Tagen in schlechter Quengellaune (wen wundert´s??) und Klettigkeit allerersten Grades. Dagegen ist nun wirklich nichts einzuwenden. Leider ist dein Nähebedürfnis jedoch meist dann am Größten, wenn Mama gerade heiße Marmelade in Gläser abfüllen, Abendessen kochen oder schnell (HA!!) ein paar Sachen zusammensuchen muss. Genau DAS ist dann der Augenblick, in dem du NUR auf dem Arm sein kannst und dich bei Nichterfüllung dieses Wunschs schreiend und weinend und strampelnd auf dem Boden windest. Und genau DAS sind die Momente, da ahne ich, wie sich so ein Nervenzusammenbruch anfühlen muss. Aber zum Glück sind das nur einige Momente. Und in der restlichen Zeit freuen wir uns gemeinsam daran, was du schon alles kannst. Und das ist so einiges!

Was du seit neuestem kannst und magst:

  • Ganz plötzlich sprichst du neue Wörter, die man (oder zumindest ich) dir nicht bewusst vorgesprochen hat, sondern die du beim Erzählen, Zeigen oder Vorlesen aufgeschnappt haben musst. Heute zeigtest du im Drogeriemarkt auf die Kinderzahnbürsten und sagtest „Beaa“, was mich etwas verwirrte : „Bea“ als Wort für „Zahnbürste“?? Meintest du vielleicht Biiäää?? „Da ist doch keine Brille“, sagte ich und wunderte mich ein bisschen, was du dort wohl gesehen haben könntest. Bis mich die Bekannte, die wir getroffen hatten, darauf aufmerksam machte, dass eine der Zahnbürsten eine Bärenform hat. Waaaah, mein Kind kann „Bär“ sagen! Hach!
  • Mit deiner „Pubba/ dem „Bebi“ spielst du deine Lieblingsspiele nach. Dabei lässt du die Pubba in die Hände klatschen und rufst „Bagge Bagge“. Und auch „Hobbe Hobbe“ wird hier seit neuestem gespielt, wobei Pubba bei „…dann macht der Reiter pluuuuuuuums“ auch wirklich hintenüber gekippt wird. ♥
  • Du liebst Musik. Läuft im Auto deine KinderliederCD, dann klatschst du im Rhythmus mit und hast gleich vieeel bessere Laune. Lieblingslieder der CD: Was müssen das für Berge sein, Rommel Bommel und Wer will fleißige Handwerker seh´n. Wenn du mal wieder wütest, weil ich dir das Gesicht waschen/die Windel wechseln/ das Oberteil ausziehen (…) muss, dann hilft es oft, leise Was müssen das für Berge sein anzustimmen, damit du ruhiger wirst. Läuft das Pippi Langstrumpf- Lied, dann fängst du sofort an zu wippen, willst an die Hände genommen werden und im Takt zur Musik hüpfen.
  • Aller-, aller-, allerliebstes Lieblingsspielzeug?? Der neue Puppenbuggy! Wenn du ihn loslassen musst, weil er leider nicht mit auf die Wickelkommode/in die Dusche/ in den Hochstuhl passt, schreist du sofort los. Das erste, was du siehst und worauf du dich stürzst, sobald wir die Wohnung betreten? Genau, der Buggy! Der wird dann geschäftig durch die Wohnung geschoben, die Legokatze unten im Körbchen liegend, Pubba und Stoffeselchen einträchtig in der Babyschale sitzend. Und du bist glücklich. Ein echtes Mädchen eben 😉
  • Ganz neu hast du den Zug mit den Bauklötzchen für dich entdeckt. Für deine Verhältnisse richtig lange und konzentriert kannst du bei deinem „Auddo“ sitzen, die Bauklötze darauf stapeln und es mit lautem „Brummm brumm brumm“ durch die Gegend schieben. So verlockend ist der Zug für dich, dass du am Samstag sogar mit lautem „Dangee dangee“ darum batest, in den Laufstall zu dürfen, weil der Zug darin stand. Zeichen und Wunder…
  • Bälle und Wawas siehst du überall, egal wie klein und versteckt sie sind. Schon so manches Mal musste ich erst lange suchen, bis ich das mit „Bajjj BAjjjjj, BAJJJJJJJ!!!!“ berufene Objekt schließlich als kleine Glaskugel im Fenster eines Hauses, an dem wir vorbeigingen identifizieren konnte.
  • Du erkennst dich selbst im Spiegel. Als ich dir vorige Woche einen Cremetupfen auf die Nase machte und dich vor den Spiegel stellte, fand dein kleiner Zeigefinger ruckzuck die cremige Stelle an der Nase und rieb die Creme weg.
  • Mama? Mama?? MAMA!!!! tönt es hier drölfzig Mal jeden Tag. Und ich gebe zu, ich genieße es jedes einzelne Mal. Du variierst deine „Mama“s nach Lautstärke, Tonfall und Eindringlichkeit und bringst die Leute um uns herum oft zum Schmunzeln, weil du mal wieder nachdrücklich „Mammmaaaaa“ rufst, als wolltest du dich bei allem, was du tust vergewissern, dass deine Mama auch bei dir ist. ♥
  • Du isst dein Essen immer geschickter ganz alleine mit Hilfe von Löffel oder Gabel. Zu beobachten, wie konzentriert und gekonnt du kleinste Essensfitzelchen auf die Gabel aufspießt und dann zufrieden zum Mund führst, macht mich unendlich stolz auf mein großes Kind.

Kleine große Maus, immer deutlicher zeigst du mir, dass du ein kleines Mädchen und schon längst kein Baby mehr bist. Ein Mädchen mit Pferdeschwanz, eigenem Willen und riesiger Lebensfreude. Ein Mädchen, das gerne Fußball spielt und Auddos liebt. Das von anderen Kindern fasziniert ist und das am liebsten den ganzen Tag mit ihrem Puppenbuggy durch die Weltgeschichte fahren möchte. Ein manchmal zorniges Mädchen, das sich nicht entscheiden kann, ob Mama gerade doof ist oder nicht und deshalb zwischen in den Arm nehmen und wegschubsen wechselt. Ein ganz oft gut gelauntes und vor Freude quietschendes Mädchen, das mit seiner Freude an allen Dingen jeden drumherum ansteckt. Ein manchmal unendlich müdes Mädchen, das den ganzen Nachmittag die Augen reibt und sich an den Haaren zieht, aber dennoch nicht die Augen schließen kann (man könnte ja etwas verpassen!!). Ein Mädchen, das am liebsten den ganzen Tag nur essen würde. Das im Moment mal wieder eine ganz ausgeprägte Mama-Phase hat.

Mein Mädchen. Mein Glück. Ich liebe dich. So sehr.

Deine Mama

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Vorsatz

Ich werde meine Balkonpflanzen regelmäßig gießen ich werde meine Balkonpflanzen regelmäßig gießen ich werde meine Balkonpflanzen regelmäßig gießen ich werde meine Balkonpflanzen regelmäßig gießen ich werde meine Balkonpflanzen regelmäßig gießen …

Ich liebe Blumen und ich liebe meinen Balkon mit Blumen darauf. Leider ist mein grüner Daumen etwas… unterentwickelt. Aber ich habe den festen Vorsatz, das zu ändern. Und um den Vorsatz zu bekräftigen, kaufe ich morgen das tolle Olivenbäumchen und die Hortensie, die mir im Pflanzenmarkt gestern zugezwinkert haben. Ja, und ann heißt es regelmäßig gießen.

Das wird doch wohl zu schaffen sein, oder? Oder? ODER????

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Mein Mädchen,

heute vor 18 Monaten lag ich im Kreißsaal und war noch etwas mehr als eine Stunde davon entfernt, dich kennenzulernen. Es war die schlimmste, anstrengendste Phase dieser Geburt. Presswehen, immer wieder Presswehen und nichts tat sich, so schien es mir. Immer wieder wartete ich darauf, das erlösende „Jetzt kommt das Köpfchen“ zu hören, aber das sollte noch eine ganze Weile dauern…

Achtzehn Monate, eineinhalb Jahre. Eine kleine Ewigkeit. Wie lange das her ist, wurde mir gestern klar, als wir uns mit deiner frischgeschlüpften Großcousine zum Spazierengehen trafen. Fünf Wochen ist sie alt und lag friedlich schlafend und winzigklein in ihrem Wagen. Und daneben du, mein großes, großes Mädchen.

Du bist gerade etwa 82 cm groß und wiegst ca 10 Kilo. Das ist gar nicht so schwer, wenn man bedenkt, dass du am Liebsten den ganzen Tag lang essen würdest.. Morgens in der Kita bist du zufrieden, wenn du mit deiner Vesperbox in den Frühstücksraum marschieren darfst. Mittags beim Abholen höre ich meist „Sie hat wieder 2 (3) Portionen gegessen!“. Und zuhause ist das erste, was ich von dir höre: „NANANE!!“ – in einem Kasernenbefehlston, der mich immer wieder zum Lachen bringt. Meist isst du also eine Banane oder ein Müsli mit Erdbeeren und Banane. Gehen wir noch in die Stadt, so isst du dort noch ein Einback oder ein Rosinenbrötchen und abends oft noch ein oder zwei Brote und eine Tomate. Wenn du zuhause ferühstückst, dann dürfen es gerne zwei bis zweieinhalb Brote sein (das esse ich auch!). Du siehst, wenig ist das nicht 😉

Es gibt fast nichts, was dir nicht schmeckt und das ist wirklich toll. Es macht darum auch riesigen Spaß, für dich zu kochen und dir Neues anzubieten, denn du probierst ganz furchtlos und spuckst nur selten etwas aus.

Was du am liebsten isst und trinkst: Pfannkuchen, Reis-Gemüse-Pfanne, Spätzle, Spargel, Bananen, Marmeladenbrote, Erdbeeren, Trauben, Tomaten, Karotten, frischgepressten Orangensaft, Wasser, deinen Schoppi, Apfelsaftschorle, Rotbäckchensaft…

Dass du trotz deiner Esserei doch recht zart bist, liegt sicher daran, dass du ein solcher Wirbelwind bist. Kleine Maus, manchmal wünschte ich mir wirklich, du könntest einmal für fünf Minuten still sitzen. Vielleicht ein Buch mit mir ansehen oder ein Puzzle machen. Aber von wegen. Action, action, action. Es gibt Tage, da bist du pausenlos in Bewegung, wie aufgezogen. Da wird überall gesucht, entdeckt und ausprobiert. Schranktüren geöffnet, Schubladen aufgezogen, Bücher aus dem Regal geworfen- das volle Programm eben.

Im Moment ist zu meinem Leidwesen dein liebstes Spiel, auf der Couch zu hüpfen zu klettern und sich über irgendwelche Kissen zu werfen. Dabei bist du so wild und ungestüm, dass ich nur darauf wartem dass du irgendwann herunterfällts. Und zwar mit Schwung. Heute war ich glücklicherweise daneben und konnte dich gerade noch festhalten, als du mit dem Gesicht voran hinbter einem Kissen her rutschtest. Ich möchte mir lieber nicht ausmalen, wie dein Gesichtchen sonst ausgesehen hätte. Ich versuche immer wieder, dir beizubringen, dass auf der Couch nicht gehüpft wird, aber das ist schwierig. Denn du scheinst mein Schimpfen und ernstes „Nein“überhaupt nicht als erst zu empfinden, sondern kreischst und lachst meist vor Vergnügen und kriegst dich kaum noch ein. Ich hoffe sehr, ich finde einen Weg, dir das klarzumachen, ehe du wirklich einmal von der Couch fällst.

Furchtlos bist du nicht nur zuhause, auch auf dem Spielplatz tobst du wie eine Große. Diese Woche bist du zum ersten Mal alleine gerutscht und hast durch stundenlanges „Üben“ auch entdeckt, wie du am besten alleine die Leiter zur Rutsche bezwingst. Auch die Schaukel liebst du sehr und manchmal, wenn ich ganz viel Glück habe, kannst du auch versunken eine Weile mit deinem Eimerchen, Schäufelchen und Förmchen im Sand spielen und ganz ruhig sitzenbleiben. Manchmal…

Beim Spielen zuhause liebst du vor allem deine Puppen. „Pubba, Pubba“, höre ich immer wieder und oft muss die kleine Puppe, deine Mimi, auch mit ins Bett. Tagsüber wird sie im Puppenwagen umhergefahren, geküsst, mit „Eias“ bedacht und darf „Backe backe“ machen, wobei du sie in die Hände klatschen lässt. Richtige Mädchenspiele eben ;-). Neben den Puppen ist jedoch vor allem der „Baj“ angesagt. Du liebst Bälle und entdeckst sofort, wenn irgendwo einer herumliegt. Und du spielst auch ganz toll mit ihnen, kickst wie eine kleine Fußballerin, im Stand, aus dem Laufen und mit richtig viel Schwung. (Und wenn du ein „Tor“ schießt, klatschst du dir selbst Applaus. 😉 ). Wer weiß, wie sich das noch entwickelt… 😉

Deine Sprachentwicklung hat in den letzten Wochen einen riesigen Sprung gemacht. Auf Fragen kannst du mit Ja oder Nein antworten, du verstehst vieles und kannst langsam einige der Gegenstände um dich herum benennen. Eine Auswahl:

dinda – trinken

Booo – Brot

Nunu – Schnuller

biddee – bitte

dangeee – danke

ja

nei/ nein

allo – Hallo

dada – tschüss

Wawa – Hund

MMa – Oma

Tande – Tante

Buba – Opa

Dinda –  Kinder

Mama

Papa

Miau – Katze

Pubba – Puppe

Bajj – Ball

Bambampe – Bauchnabel

Nanane – Banane

Waaah – Tiger, Löwe

Muh – Kuh

Mäh – Schaf

Uume – Blume

Bam – Baum (kurioserweise auch Leberfleck, Mamas B.rust und Bauch)

Am – Arm (als Antwort auf die Frage “Willst du auf den Arm?)

Running Gag ist nach wie vor der “Küsschen – Dialog” : “Kriegt die Mama (der Opa, die Oma…) einen Kuss?” – “NEINNN!”. Lustigerweise bist du bei anderen Kindern, Puppen und Spielzeug eine große Küsserin und auch ich muss den Lieblingsspielsachen immer wieder meine Liebe beweisen. Mehrmals am Tag streckst du mir kleine Legotiere, Stofftierchen oder Pubbas entgegen, damit ich sie küsse oder “Eia” mache. Zum Glück bekomme ich mein tägliches Küsschen beim Verabschieden in der Kita und wenn ich viiiiiel Glück habe, streckst du mir auch mal am Nachmittag dein kleines Schnütchen entgegen und gibst mir einen Schmatz.

Leider ist das Schlafen tagsüber gerade ein wenig problematisch. Du schläfst zwar nach wie vor alleine ein, wachst aber nach ca. 40 Minuten wieder auf. Und das ist zu wenig für uns beide. Du wirst unheimlich früh wieder müde und möchtest am liebsten um 18 Uhr wieder schlafen und ich schaffe es in dieser Zeit kaum, das Chaos in der Wohnung zu lichten, geschweige denn mal ein paar Minuten für mich zu haben. Hoffentlich pendelt sich das wieder ein, wenn morgen wieder die Kita beginnt.

Was sich in den letzten Wochen definitiv weiterentwickelt hat, ist dein eigener Wille. Nicht, dass du den nicht schon vorher gehabt hättest, aber er äußert sich nun auch gerne mal in einem handfesten Trotzanfall. Von auf-den-Boden-werfen bis hin zu steif-machen-und-schreien ist wirklich alles dabei. Treten, heulen, weinen… Das Wickeln artet oft in riesiges Geschrei aus, das die Nachbarn sicher vermuten lässt, du würdest gerade geschlachtet. Ääähm, nö, eigentlich nicht. Besonders nach anstrengenden Kita und Spielplatztagen bist du abends oft richtig müde und fertig, was die Stimmung beim Wickeln und bettfertig machen nicht gerade verbessert. Dann kann es schonmal vorkommen, dass du das gesamte Fertigmachen über durchbrüllst. Und ich gebe zu, manchmal möchte ich einfach mitbrüllen oder antworte schon mal mit einem gereizten “Das Windelwechseln mach MIR gerade auch nicht mehr Spaß als dir, das musst du nicht meinen!!”. Mamas sind eben auch nur Menschen.

Zum Glück bessert sich die Laune beim anschließenden Booo essen und dem Schoppi immer wieder, so dass unsere Abende immer sehr ruhig und schön ausklingen. Den Schoppi trinkst du immer auf einem Kissen auf der Couch, über die ich dann immer eine kleine Decke lege, falls mal etwas Milch danebenläuft. Seit du selbst auf die Couch klettern kannst, kommt es schon mal vor, dass du bereits rüberläufst, die Decke ausbreitest und dich bereits in Position begibst, während ich die Milch warmmache. Beim ersten Mal habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich dich da liegen sah!

Nach dem Schoppi bekommst du deinen Schnuller und dann liegst du noch eine Weile bei mir, den Kopf in meine Halsbeuge gekuschelt und döst vor dich hin oder schläfst schon mal ein. So sitzen wir dann und können beide zur Ruhe kommen. Später trage ich dich dann in dein Zimmer. Bist du noch wach, dann beten wir, ich decke dich zu und sage dir gute Nacht. Und wenn ich dann später ins Bett gehe, dann hole ich dich rüber ins große Bett. Erstens ist es einfach schön, dich bei mir zu haben, zum anderen erleichtert es das nächtliche Schnullersuchen oder das Trösten nach einem schlechten Traum unheimlich, denn so schläfst du ratzfatz wieder ein und in vielen Nächten weiß ich hinterher gar nicht, ob du überhaupt einmal wachwurdest, weil wir so schnell wieder eingeschlafen sind.

Während ich gestern abend diesen Eintrag schrieb, hörte ich dich plötzlich aus dem Babyphone weinen. Ich ging schnell hinüber in dein Zimmer und fand dich weinend im Bett sitzen. Als ich dich aus dem Bettchen hob, wirktest du völlig wach und wolltest dich auch nicht wieder hinlegen lassen. “Nein, nein!” war die entschiedene Reaktion auf meine Versuche. Also nahm ich dich mit hinüber und legte dich ins mein Bett. Das war ok, jedoch nur, solange ich daneben lag. Als ich vorsichtig aus dem Schlafzimmer schlich, um die Lichter ausschalten und mich bettfertig machen zu gehen, hörte ich es hinter mir sofort rascheln und tapsen- du kamst hinterher. Na gut, nahm ich dich eben mit (auch wenn ich befürchtete, du könntest so wach werden, dass die nächsten Stunden an Schlaf nicht mehr zu denken sei…). Gemeinsam machten wir die Lichter aus und gingen ins Bad, wo ich mich fertigmachte und dir noch eine frische Windel verpasste. Dann legten wir uns gemeinsam ins Bett. Im Dunkeln konnte ich die Digitalanzeige des Videorecorders sehen. 00:30. Während du auf mich klettertest und deinen Kopf in meine Halsbeuge legtest, erzählte ich dir, dass 18 Monate zuvor gerade die allerletzten Minuten deiner Geburt angebrochen waren. Ganz still lagst du da und hörtest mir zu. Und so kam es, dass wir um 00:38 Uhr, auf die Minute genau 18 Monate, nachdem du geboren und mir auf die Brust gelegt wurdest, beieinander lagen wie damals. Ganz still und friedlich und voller Liebe.

Mein Mädchen. Zum 18-Monatsgeburtstag wünsche ich dir alles Gute und gebe dir einen dicken Kuss.

Ich liebe dich, mein Schatz!

Deine Mama

 

 

 

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