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Archive for Dezember 2012

Geschützt: Ausatmen

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Staunen

Derzeit wirklich jeden Tag bringst du mich zum Staunen, kleine Püppi.

Nicht nur darüber, was du alles schon kannst- und das ist wirklich einiges. Nicht etwa darüber, dass ich schon richtige kleine Dialoge mit dir führen kann. Dass du „wenn-dann“ Zusammenhänge ganz oft begreifst (und somit empfänglich für fiese kleine Mama-Bestechungsversuche bist). Dass du es verstehst, wenn ich dir erkläre, dass der Schokomikilaus erst nach dem Mittagessen gegessen wird und so lange auf dem Tisch auf dich wartet („OK! Tüss, Mikilaus!“). Dass du schwierigere Holzpuzzles machst und mich mit deinem Blick für Formen völlig überraschst. Dass du die Freude über deinen Adventskalender auf eine Weise ausdrückst, die ich von einem älteren Kind, aber nie im Leben von einer Zweijährigen erwartet hätte („Mami, Ventskalender haben, ja?“ – „Ja, Maus, wir gehen rüber und du darfst dein Päckchen für heute aufmachen!“ – „Jaa! Ventskalender!“ und fünfmaliges stürmisches Umarmen und Strahlen war deine Reaktion).

Nein, es ist dein oft so einfühlsames und so ungeheuer liebevolles Wesen, das mich immer wieder aufs Neue staunen lässt. Hier zwei Situationen der letzten Tage:

Du lässt dich derzeit oft nur sehr ungern wickeln oder umziehen und zeigst deinen Unmut auch sehr körperlich mit starkem Treten. Ich habe mir angewöhnt, dir dann so ruhig wie möglich zu erklären, dass du nun eine frische Windel/ einen Schlafanzug/… brauchst und dass es mich sehr traurig macht, wenn du nach mir trittst, weil es weh tut. Seit etwa drei Tagen reicht es meist schon, wenn ich deinen Namen sage. Dann hältst du inne, siehst mich an und sagst fragend:“Mama traurig sein?“ Meist nehmen wir uns dann in den Arm und dein Wutanfall ist vergessen. Und mein Herz, das hüpft vor Mamastolz und Freude.

Vergangene Nacht konntest du wegen deines starken Hustens nur sehr schlecht schlafen und weintest und riefst nach mir, bis ich mich mit dir hinlegte. Wir lagen also nebeneinander im Bett, du hattest dich an mich angekuschelt und streicheltest mir durch die Haare, wie du das zum Einschlafen gerne machst. Irgendwann bliebst du mit deinem Finger an einer Strähne hängen und zogst daran. Vor Schreck und weil es weh getan hatte, begann ich ein wenig zu schimpfen („Ach Mensch, das tut mir weh! Pass bitte auf!“). Plötzlich hörte ich dich undeutlich etwas murmeln. „Mäuschen, das hab ich leider nicht verstanden. Was hast du gesagt?“ – „Suligung, Mami! Mami tsuligung“.

Staunen, jeden Tag.

 

 

 

 

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♥ Beim Blick auf die verschneite Landschaft: „Wahnsinn, Snee!“

♥ Derzeitiger Dauerbrenner: Die Frage, wo Menschen und Dinge sind. „Nuni hin?“ – „Oma hin?“ – „Mann hin?“ (Sehr gerne in der Endlosversion, die man am Besten durch die Gegenfrage „Ja, wo ist denn die Oma hingegangen?“ unterbricht 😉 )

♥ Als mir nachts im Zimmer der Deckel des Hustensafts hunterfällt ganz trocken: „Hoppla! Hoppla, Mama!“

♥ „Opa Apikanne bracht!“ (Opa hat die Kaffeekanne mitgebracht)

♥ Tierische Wortschöpfungen: Entefant, Giraffel, Affel

♥ „Olibia Mickilaus haben?“

♥ Beim Sandmännchen schauen: „Hallo, Puppe!“

♥ „Papa Minsen. Einbeiten.“

♥ Beim Anblick deiner Geburtstags-Wimpelgirlande: „Oh God!“

♥ Beim Anblick des ersten geschmückten Weihnchtsbaumes in der Stadt: „Oh! Mama, sau mal! Ball dran!“

♥ „Mama, wad mags du?“ -“ Wad magt ia?“

♥ Mama ein Bilderbuch vorlesen: „Rüffelo. Augen: Daaaaaa. Nase auch. Haare auch da. Mama mitgucken?“

♥ „Eine Terze (ein Bär/Snee…) ist das“ triumphierend vor sich hinmurmeln.

♥ „Mama, tomm mal her!“ sagen und die Mama im Bett so fest mit beiden Armen umarmen, dass sie fast keine Luft mehr kriegt.

♥ „Mama sönes Haare“ sagen und der Mama übers Haar streicheln.

♥ Wenn du morgens kochst, während ich mich fertigmache. Kopf ins Badezimmer stecken: „Mama, Tarotten gibt´s, okeeee? Und Momate auch, ja?“ Geschäftig dazu nicken und ab.

♥ Telefongespräch mit Oma, bei dem ich mein eigenes Wort nicht verstehe, weil du die ganze Zeit „Rüberraschung haben!“ und „Avenzkalender haben bitte??“ brüllst. Ich gebe dir Oma, die nach einigen Beschwichtgungsversuchen schließlich zu anderen Mitteln greift: Oma: „Wenn du weiter so brüllst, dann nimmt der Nikolaus die Küche morgen vielleicht einfach wieder mit und schenkt sie einem anderen Kind!“ – Du: „NEIN! Olibia meines Küsse!“ -Kurzes Überlegen deinerseits, damm reichst du mir den Telefonhörer mit den Worten: „Oma fort!“

♥ Abendlicher Dialog, als du weinend erwachst und mit zerwühlten Locken im Bett sitzt: „Mäuslein, hast du schlecht geträumt?“ – „Jaaaa!“ – „Das war nur ein Traum. Ich mache dir gleich eine frische Windel, ok?“ – „Hm. Mama große Heia?“ – „Willst du gleich mit rüber ins große Bett liegen?“ – „Jaaaa. Tsarly au mit.“ -„Den Charly nehmen wir mit, klar!“ – „Decke au mit!“ – Ja, deine Decke kommt auch mit.“ – „Ega au mit!“ – „Okay, Edgar auch.“ – „Ist jetzt alles ok? Kannst du schlafen?“ – „Hmmm“ und genüßliches Umdrehen im großen Bett.

Gesungenes:

♥ „Anneliese, ach Anneliese, warum bit du böse mich? Anneliese du wei doch ich liebe nua dich!“

♥ „Meckaling du leines Ding…“

♥ „Happy happy to ypuuuu!“

♥ „Und er such sich einen anden Pinguin… Pitsch patsch Pinguin…“

♥ „Kika-Kikaniiiiiiinchen… dibedibedab“

♥ „Hoppe hoppe Raida, fenda denda reida, fenda in de Graben. Raida plums!“

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Geschützt: Von Sorgen

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Mein Schatz,

heute ist er, dein großer Tag: du wirst zwei Jahre alt. Einerseits scheint es mir, als hätte ich dich erst gestern auf meine Brust gelegt bekommen, hätte gerade eben erst deine zarten Wirbelchen unter meinen Händen gespürt. Andererseits ist es, als wärst du schon immer Teil meines Lebens, Teil von mir. Wir beide sind gemeinsam gewachsen und genauso, wie du dich in den letzten beiden Jahren entwickelt hast, so habe auch ich mich verändert, weiterenwickelt. Habe gelernt, mich zurückzunehmen. Habe gelernt, wie sehr ich lieben kann. Habe (zu oft) entdeckt, wo meine Grenzen liegen und wie weit ich sie aus Liebe ausdehnen und verschieben kann. Wie beide haben von- und miteinander gelernt. Als Einheit, als Familie.

Du bist in diesem vergangenen Jahr vom Baby zum Kleinkind gereift. Hast nach dem sicheren Gang das Rennen, Hüpfen und Tanzen für dich entdeckt. Bist vom Mama-Dada-Erzählen zum Sprechen und zum Singen gekommen. Hast deine Persönlichkeit weiterentwickelt und die Welt für dich entdeckt. Selbstständig bist du geworden. Ein KiTa-Kind, das sich problemlos vom sicheren Zuhause gelöst und seine ersten Schritte ins „eigene Leben“ gemeistert hat. Was die KiTa angeht, bist du ein kleines Gewohnheitstier geworden. Der einzige Tag im vergangenen Jahr, an dem ich dich weinend verabschieden musste, war der, an dem ich dir kein Frühstück eingepackt hatte, weil du zu Hause schon so viel gefühstückt hattest. Ein böser Fehler, denn der Wechsel in deiner täglichen Routine „ankommen und erstmal etwas essen“ warf dich völlig aus der Bahn. Dein gewohnter Rhythmus, der dir schon zu Hause in so Vielem gut tut, gab und gibt dir eben auch dort, im Kindagarten Halt. Es ist so schön zu sehen, wie wohl du dich dort fühlst. Wie du mit den anderen Kindern spielst, deine Erzieherinnen mit Namen begrüßt „Moagen Menanieee!“ „Hallo ´Abine!“ und genau weißt, wo in dieser kleinen und vertrauten Welt alles seinen Platz hat.

Zuhause ist es manchmal kaum zu fassen, wie unkompliziert es mit dir ist- du bist völlig zufrieden, wenn du in deiner gewohnten Umgebung bist, deine Spielsachen und Gefährte (allen voran das heißgeliebte PukyWutsch) zur freien Verfügung hast und mich immer in deiner Nähe weißt. Schwierig wird es meist nur dann, wenn wir es eilig haben, ich dich „nur noch schnell“ wickeln, umziehen, fürs Schlafengehen fertigmachen (…) muss. Dann nämlich hast du meist ü-ber-haupt gar keine Lust, das mit dir machen zu lassen. Genau in dieser Minute willst du nur auf meinen Arm/ Falladfahleeeeen/Lego bauen (…) und zeigst mir deinen Unwillen durch lautes Schreien, mit den Füßen treten und bitterliches Weinen. Wenn du etwas möchtest, dann machst du diesen Wunsch durch lautes und betontes Rufen („PU-PPEN-WAAA-GEN haben OLibia!“) deutlich und ich muss mir dabei oft auf die Zunge beißen, um nicht laut loszuprusten, so bestimmt skandierst du deine Wünsche. Wann immer ich dich so höre, bin ich mir sicher, dass du in der Kita keine Probleme haben dürftest, dich gegen die älteren Kinder durchzusetzen…

Überhaupt, andere Kinder. Ich habe noch nie ein Kind erlebt, das so verliebt in andere Kinder ist, wie du es bist. Siehst du ein anderes Kind, das dich interessiert, so gehst du meist vor ihm in die Hocke, strahlst es an und fängst in zuckersüßestem Ton ein Gespräch an: „Hallo?“. Dabei lässt du dich von Desinteresse oder schlechter Laune deines Gegenübers nicht im Mindesten aus dem Konzept bringen. Deinen besten Freund P. begrüßt du mit einem derart verliebten Strahlen und einem so süß geflöteten „Hallo P!“, dass seine Mama und ich jedesmal in uns hinein grinsen müssen. Du bist eine leidenschaftliche „Drückerin“ und Küsserin, magst es aber nicht, wenn andere Kinder dich mit einer Umarmung überrumpeln. Umgekehrt lässt du dich jedoch vom Weinen oder Weglaufen deiner „Opfer“ nicht beirren und drückst und herzt sie unbeirrt weiter.

Jeden Montag freust du dich riesig auf unser Kinderturnen. Auch wenn das Anstehen oft unglaublich lange dauert und Mama dir jedes Mal den Spaß verdirbt, sobald du dich heimlich an den Geräten nach vorne schleichen willst (hätte sicher überhaupt keiner gemerkt!), macht es großen Spaß. Du machst Purzelbäume auf den weichen Matte, hüpfst bis du nicht mehr kannst, balancierst zehnmal hintereinander seitlich über den Stufenbarren und kletterst in einem Affenzahn die ganze Sprossenwand hinauf. „Schwebende“ oder wackelige Konstruktionen sind dir noch unheimlich, du bevorzugst es, festen Halt unter deinen Füßen zu spüren. Du liebst es, die Kästen hinaufzuklettern, rennst leidenschaftlich gern über den Parcours aus Kästen mit Matten darüber und bist glücklich, wenn du auf dem Mattenwagen durch die Halle fahren darfst.

Die Musik gehört zu deinen Leidenschaften und erprobtes Mittel, um einen deiner berüchtigten Wutanfälle abzuwenden.

Deine am liebsten gesungenen Lieder:

  • Heidi: Heidi, Heiiiiiiiidi, deine Welt Beeeerge. Dungel Tannen, grine Wiesen Sonnenschein, Heidiiii, Heidi, brau du glicklichsein. Holaidi, hollaidi, holaidi, hollaidi…
  • Meckaling du kleines Ding, such dia eine Tänzerin, huheissasa, huheisassa, ooooo wie ludig tanzt man daaaaa…
  • Tateane, tateane, Sonne Mond und Deeeerne…
  • Tufftufftuff die Eidenbaaahn, wer will mit Juklia faaaahn, alleine fahlen mag ich nis, nehme mia Fofia mit

Deine derzeitigen Lieblingslieder, die du immer wieder hören möchtest (und zu denen du wild und unermüdlich tanzt):

  • Bibi Grampgrump (->Pippi Langstrumpf, von Mama gesungen)
  • Kleine Dampedia (Kleines buntes Trampeltier)
  • Anne Kaffeekanne
  • Krebs (Kawuras)

Was das Spielen angeht, so liebst du derzeit:

  • PukyWutsch fahren
  • Bücher anschauen ->Grala nein! (Klara sagt nein) ->Weiße Fisch (Kleiner weißer Fisch) ->Sachen suchen…
  • Lego bauen
  • Malen
  • mit deiner neuen Küche spielen

Dein derzeitiges Lieblingsessen und -trinken:

  • Pfannkuchen
  • Kuchen aller Art 😉
  • Mandarinen
  • Brezel
  • Käääääse
  • Joghurt
  • Igel (Früchteriegel)
  • Abbelnolle (Apfelschorle)
  • Sobbi

Deine Lieblingsmenschen außerhalb der engsten Familie:

  • Fofia (und deren Eltern)
  • Melalie
  • P.
  • die Nachbarsjungs deiner Großeltern, M. und L. („M. Arm nehmen? L. Hand geben?“)

Wahnsinnig spannend ist derzeit deine sprachliche Entwicklung. Ich habe den Eindruck, du saugst alles, was du hörst, auf wie ein Schwamm. Du sprichst alles nach und hast eine so unglaublich trockene Art, das mitzuteilen, was du denkst, dass du mich damit regelmäßig zum Lachen bringst. Außerdem bist du derzeit geradezu unheimlich höflich und ich schmelze regelmäßig dahin, wenn du Sätze wie „Mama Olibia Kuhlen leinmachen bitte? Bitte Mami?“ sagst. Hach!

  • Beim Anblick meines Adventskalenders morgens: „Oh Gog! Mama! Sau mal!“ (Ähnliches beim Anblick deiner Geburtstagswimpelgirlande- „oh God!“
  • Beim Umziehen: „Mama, Olibia hilft dia! Olibia Hose ausdiehn!“
  • Ich singe im Auto bei einem Kinderlied mit – „NEIN, Mama!“. Ich höre auf zu singen und wippe rhythmisch mit, „tanze“ ein weniog. „NEIIIIN, Mama!“. Ich muss lachen und frage: „Darf ich jetzt gar nichts mehr machen hier?“ – „Nein, Mama, Audo fahlen!!!!!“
  • Bei deinen Großeltern: „Sitz, Emmy! Aus, Emmy! Emmy, weg da!“#
  • „Wad magst du Mami?“
  • „Du dut deslafen, Mami?“

Mein Schatz, ich könnte noch Stunden so weiterschreiben. Es gibt noch so vieles zu erzählen. Vieles, das kaum zu beschreiben ist. Dass ich mich jedesmal wie frisch verliebt fühle, wenn ich mich darauf freue, dich in der Kita abzuholen, zum Beispiel. Wie mein Herz vor Liebe fast platzt, wenn ich dich im Schlaf lächeln sehe. Dass dein erstes „Hab´is lieb, Mama!“ so unbeschreiblich schön war, genauso wie jedes spontane „Sön da du da bit, Mami!“. Dass es mit jedem Tag noch schöner ist, mit dir zusammen eine Familie zu sein.

Aber all das schreibe ich dir ein andermal auf. Statt dessen sage ich dir nur dies:

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, mein kleines großes Mädchen. Du Wunder in meinem Leben.

Ich liebe dich unendlich, mein Kind.

Deine Mama

 

 

 

 

 

 

 

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