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Archive for the ‘Glück’ Category

Ich bin ein fürchterlicher Schlamper. PUNKT. Deshalb hat es natürlich suuuper geklappt, den Menüpunkt „101 Dinge“ auch mal auf den neuesten Stand zu bringen. Nicht. Und das ist wirklich schade, denn als ich dieses Blogstiefkind (was für ein doofes Wort, wenn man es genau betrachtet…) vor einigen Tagen erneut unter die Lupe nahm, da fiel mir auf, dass ich einige Punkte schon angegegangen habe. Und alleine das Durchlesen der Liste machte mir ein ganz wohliges Bauchkribbeln. Hach ♥

Und um all diese schönen Pläne, Wünsche und Ideen nicht gleich wieder zu vergessen, kommt nun das erste Update:

 

 

Beginn des Projekts: 22.04.2012

 

Ende: 18.01.2016

 

Erledigt: 13/101

 

Und hier nun meine 101 Dinge:

 

  1. Kleider bei ebay einstellen oder zum Container bringen
  2. Bücher “ausmisten”
  3. mit dem Olivchen in den Zoo gehen
  4. mit dem Olivchen in den Zirkus gehen
  5. in einer lauen Sommernacht die Sterne anschauen und mich fühlen, als läge mein ganzes Leben noch vor mir
  6. erste Weihnachtsplätzchen mit dem Olivchen backen
  7. auf dem Balkon Weißwein trinken, Erdbeeren essen und ein Buch lesen
  8. Mama-Tochter Picknick
  9. an den Bodensee fahren, zum Affenberg gehen und eine Bootsfahrt machen
  10. zum Speeddating gehen und darüber bloggen
  11. Stuhlkissen für die Kinderstühle nähen
  12. Erdbeertiramisu machen
  13. eine Shelly für mich nähen -> Werde ich wohl in etwas Anderes ändern. Den Shelly-Schnitt finde ich eigentlich gar nicht sooo schön.
  14. zur Massage gehen
  15. ein Kleid fürs Olivchen
  16. eine Tasche für die Sandelsachen nähen
  17. eine Tasche fürs Kinderturnen nähen
  18. zur Pediküre gehen
  19. im Bayrischen Hof übernachten
  20. Schuhschrank ausräumen (und nur noch Lieblingsschuhe darinlassen)
  21. meine Eltern zum Essen auf den Balkon einladen
  22. Abstellraum aus- und neu einräumen  Mottenplage sei dank *hust*
  23. eine tolle, wilde Ausgehnacht erleben
  24. mindestens alle zwei Monate ein Buch lesen, das mich beruflich “weiterbildet”
  25. mindestens einmal pro Woche Sport machen. Kleine Übungen sind ein Anfang. (0/142)
  26. einen Fahrradsitz für das Olivchen kaufen und sie in den Ferien mindestens zweimal in der Woche mit dem Rad zur KiTa fahren. War wohl nix…
  27. helle Strähnchen machen lassen
  28. mindestens ein tolles Sommerkleid kaufen, das ich liebe.
  29. Schminksachen aussortieren
  30. Dachfenster putzen
  31. neue Schultasche gönnen
  32. zur Kosmetikerin gehen
  33. einen Pizzastein für den Backofen kaufen
  34. das Leben genießen- genau so, wie es ist
  35. mindestens einmal pro Woche bloggen (1/142) *hust*
  36. Tim Bendzko-Konzert besuchen
  37. Küssen. Mit Schmetterlingen.
  38. das Meer sehen und mit nackten Füßen durch den Sand laufen.
  39. Fotoalbum mit Olivchens erstem Jahr kleben
  40. Fotoalbum mit Olivchens zweitem Jahr kleben
  41. Blog in “Privatform” bringen und drucken (herausfinden, wie am besten)
  42. für mich Fotobücher vom Olivchen fertigmachen
  43. Kamera einschicken War nicht nötig- dafür neues Objektiv gekauft und alles läuft wieder, juhuuuu
  44. Grundlagen des Fotografierens lernen
  45. neues Geschirr
  46. ersten Kindergeburtstag für mein Kind ausrichten
  47. Paris
  48. Erziehungsverhalten reflektieren. Immer wieder.
  49. neue Patchworkdecke nähen
  50. Nähschrank neu organisieren
  51. langer Spaziergang nur für mich alleine
  52. Adventskalender für meine Schwester machen
  53. Adventskalender fürs Olivchen
  54. im Dezember ein großes Geburtstagsfest feiern
  55. Apfelbrei selbst machen und einfrieren
  56. Erdbeer-Rhabarber-Marmelade kochen
  57. Pfirsichmarmelade kochen
  58. Nektarinenmarmelade kochen
  59. ins Museum gehen
  60. nach Metzingen fahren
  61. öfter backen
  62. wieder mehr auf meine Ernährung achten
  63. Gefrierschrank von Altlasten befreien und abtauen
  64. Kühlschrank abtauen und auswaschen
  65. viele schöne Abende mit Freunden bei mir zuhause
  66. Übernachtungsparty mit dem Patenkind, seiner Mama, dem Olivchen und mir
  67. einen Beratungstermin ausmachen
  68. Yoga machen
  69. Fortbildung besuchen
  70. mit dem Olivchen nach Heidelberg fahren, bummeln und den Nachmittag auf der Neckarwiese verbringen
  71. Gitarre spielen lernen
  72. Die Schöne und das Biest anschauen (Film)
  73. Die Schöne und das Biest als Musical sehen
  74. Fitnessstudio mit Kinderbetreuung
  75. Schneckennudeln backen
  76. Dampfnudeln mit selbstgemachter Vanillesauce machen
  77. Nespresso Maschine kaufen
  78. ins Schwimmbad gehen
  79. Hautarzt-Termin ausmachen
  80. mit dem Olivchen in den Zirkus gehen -> doppelt, ich ersetze durch „Puppentheater besuchen“(check!)
  81. externe Festplatte entrümpeln
  82. Schulmaterial aussortieren
  83. Keller aufräumen
  84. tolle Fotos von mir und dem Olivchen machen lassen
  85. Singleleben genießen
  86. Ausflug ins Elsass
  87. Eis essen gehen
  88. zu Primark fahren
  89. Kinder Weihnachtsgottesdienst besuchen
  90. Open Air Kino
  91. in Holland am Strand Pommes essen
  92. mich versetzen lassen (beruflich)
  93. einmal im Monat Brot backen (0/33) hmpf.
  94. so oft wie möglich im Freien frühstücken
  95. stricken lernen
  96. nach vorne sehen
  97. neue Rezepte für lange Arbeitstage finden
  98. Arbeitszimmer aufräumen
  99. im Kinderzimmer Fotos aufhängen
  100. neue Bücher lesen
  101. einen Traum wahr werden lassen

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Als ich diese Woche meinen Schreibtisch aufräumte und ein paar alte Ordner ausmistete, fielen mir zwei linierte Blätter in die Hände, die mich schon seit Jahren begleiteten. Als ich vor 10 Jahren mit meiner damals besten Freundin für eine Woche in den Urlaub flog, stolperte ich in einer Zeitschrift über einige „Lebensregeln“, die mich tief berührten. Es handelt sich hierbei um die Lebensregeln des 14. Dalai Lama. Viele Menschen haben ein Lebensmotto oder ein Sprichwort, dass sie begleitet. Bei mir sind es diese Regeln, die ich immer wieder hervornehme, versuche zu verinnerlichen  und die mir sehr viel bedeuten. So viel, dass mich die Fresszettel, auf denen ich mir diese 19 Punkte damals notierte, bis heute nicht verlassen und 3 Umzüge überlebt hat. Einige von euch kennen sie sicher schon, für die anderen habe ich sie hier noch einmal aufgeschrieben.

 

Lebensregeln

 

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Heute, als wir vom Einkaufen nach Hause fuhren und du hinten im Auto „Zu lauter machen, Mama!“ verlangtest, weil eines deiner Lieblingslieder im Radio lief, da hatte ich auf einmal das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Plötzlich sitzt da hinten im Kindersitz ein richtiges, großes Kind. Eines, das „Den Nuni lass´mer da,“ sagt, wenn wir aus dem Auto steigen. Eines das „Is will aussteigen“ brüllt, wenn es keine Lust mehr hat, im Buggy zu sitzen. Natürlich ist das Quatsch, dieses „Zeitsprung-Gefühl“. Schließlich hat sich all das langsam entwickelt. Aber wir sind einfach gerade an einem Punkt angelangt, von dem ich vor allem in der ersten Zeit mit Baby, so schön sie auch war, sehnsüchtig geträumt habe. Davon, ein Kind zu haben, mit dem man reden kan. Das sagen kann, WO es nun gerade wehtut, nachdem es hingefallen ist. Eines, mit dem man gemeinsam den Tisch decken und auch wieder abräumen kann. Das erzählt, was es nachts geträumt hat (Lenno spielen!). Mit dem man sich an den Tisch setzen und malen kann. Oder ein Buch lesen. Oder den Sandmann gucken.

Ein Kind, mit dem man sich auch mal eine Runde unterhalten kann:

„Wie heißt denn die große Puppi?“

„Wursalat!“

„Und die kleine Puppi?“

„Kleine Wursalat!“

Was ich mit all dem sagen will? Dass ich dieses Alter gerade unheimlich genieße. Das sage ich zwar in jedem Alter (und so soll das ja auch sein! 🙂 ), aber es stimmt. Jeden Tag lache ich mich kaputt über irgendetwas, was du sagst oder tust oder ich schmelze dahin, weil du etwas so unheimlich niedliches gesagt hast.  Das wiegt die Wutanfälle beim Abholen aus der KiTa (Frisse Windel machen! – NEIIIN! Frisse Windel NIST! NEIIIIIIN! Hose anziehn NIST!), die Quengelnachmittage, weil du in der KiTa wieder nicht in den Mittagsschlaf gefunden hast und die Trotzanfälle, bei denen du nicht mehr Treppe laufen/im Buggy fahren/ auf dem Arm sein/ selba laufen/ an der Hand gehen/ Puppenwagen schieben… willst, mehr als auf.

Und weil es so schön ist, hier noch ein kleines Best of deiner Plaudereien aus der letzten Zeit:

„Hab is lieb, du tleiner Mamihase!“

Morgens im Bett (in mein Ohr geflüstert, ich schlafe noch): „Mamaaa? Woll´n ma Fernseh gucken??“

Beim Frühstück, als ich es wage, deine Toastbrotwürfel mit der Hand auf deinen Teller zu schieben: „MAMA (Teenietonfall)!! Mit den Fingern nist! Mit dem Messa!“

„Mama? Wie heißt du, Mama? „-  „Ich heiße … . Und wie heißt du?“ „Oliiiibia. Wie heißt du, Olibia? *pruuuust*“

„Wo geh´ ma hin, Mama?“

Als wir an einem unserer Lieblingsrestaurants vorbeikommen (geniale Burger und Pommes): „Da geh´ma rein! Pommef essen!“

„Mama, Krade nie mea Sorgen um Geld hören?“ „Mama, Hababibi hören?“

„Woll´n ma aufstehn, Mama? Woll´n ma Toastbrot essen gehn?“

Und, unspektakulär, aber einer meiner Lieblingssätze: „Mama, Pipi machen? Mama, Windel wechseln?“ Damit hast du nämlich in den letzten Tagen immer öfter rechtzeitig darum gebeten, auf die Toilette gesetzt zu werden. Erste Anzeichen von Stubenreinheit, sozusagen. Yeah!

Hach, kleine Maus, ich kann dir kaum sagen, wie stolz ich jeden Tag auf dich bin. Einfach nur, weil du bist, wie du bist. Wild, neugierig, lustig, liebevoll, immer in Bewegung. Mein Wirbelwind. Mein Mädchen.

Es ist unendlich schön, dass es dich gibt mein Schatz. Ich liebe dich so sehr.

Deine Mama

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… das Gefühl, wenn ich dich aus der Kita abholen darf. Als die Erzieherin deinen Namen ruft, kommst du aus dem Spielzimmer. Du siehst mich in der Türe stehen und rennst mit einem Strahlen im Gesicht und lautem „Mamiiii!“ auf mich zu. Am liebsten würde ich fünf Minuten mit dir hier stehenbleiben und dich nur an mich drücken. Deinen Duft riechen und einfach das Gefühl genießen, dich wieder bei mir zu haben. Die Liebe spüren, die mein Herz überflutet. Statt dessen zappelst du los, die Erzieherin berichtet mir, wie lange du geschlafen hast und du und ich, wir diskutieren miteinander, ob Schuhe anziehen/ Jacke anziehen/ nach Hause gehen wirklich nötig ist („NAIIIN!“). Wir ziehen dich an und ich frage, ob du den anderen noch Tschüss sagen möchtest. Du rufst den anderen Kindern ein „Tschüss“ zu, ehe du dich jeder Erzieherin einzeln zuwendest. „Tüss, Dendy! Tüss, Babine! Tüss, Agnes!“- Ich stehe im Flur und platze fast vor Stolz auf dich. Draußen, an der Steintreppe, strecke ich dir meine Hand entgegen und du legst deine hinein. Liebe überflutet mich und ich drücke deine Hand. Es gibt kaum etwas Schöneres als dieses Gefühl, deine kleine, warme Hand so in meiner zu spüren. Voller Vertrauen und Nähe. Auf dem Weg zum Auto erzählst du mir, was du siehst („Oh sau, Mama! Feiawea!“) und berichtest mir kleine Bruchstücke aus deinem Kindergartentag („Linus weinen!“).  Und ich höre dir zu und freue mich unendlich, dich wieder bei mir zu haben.

So ist das wohl, mit Kindern. Dass die kleinen Alltagsdinge manchmal genau die sind, die das Herz zum Überfließen bringen.

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Staunen

Derzeit wirklich jeden Tag bringst du mich zum Staunen, kleine Püppi.

Nicht nur darüber, was du alles schon kannst- und das ist wirklich einiges. Nicht etwa darüber, dass ich schon richtige kleine Dialoge mit dir führen kann. Dass du „wenn-dann“ Zusammenhänge ganz oft begreifst (und somit empfänglich für fiese kleine Mama-Bestechungsversuche bist). Dass du es verstehst, wenn ich dir erkläre, dass der Schokomikilaus erst nach dem Mittagessen gegessen wird und so lange auf dem Tisch auf dich wartet („OK! Tüss, Mikilaus!“). Dass du schwierigere Holzpuzzles machst und mich mit deinem Blick für Formen völlig überraschst. Dass du die Freude über deinen Adventskalender auf eine Weise ausdrückst, die ich von einem älteren Kind, aber nie im Leben von einer Zweijährigen erwartet hätte („Mami, Ventskalender haben, ja?“ – „Ja, Maus, wir gehen rüber und du darfst dein Päckchen für heute aufmachen!“ – „Jaa! Ventskalender!“ und fünfmaliges stürmisches Umarmen und Strahlen war deine Reaktion).

Nein, es ist dein oft so einfühlsames und so ungeheuer liebevolles Wesen, das mich immer wieder aufs Neue staunen lässt. Hier zwei Situationen der letzten Tage:

Du lässt dich derzeit oft nur sehr ungern wickeln oder umziehen und zeigst deinen Unmut auch sehr körperlich mit starkem Treten. Ich habe mir angewöhnt, dir dann so ruhig wie möglich zu erklären, dass du nun eine frische Windel/ einen Schlafanzug/… brauchst und dass es mich sehr traurig macht, wenn du nach mir trittst, weil es weh tut. Seit etwa drei Tagen reicht es meist schon, wenn ich deinen Namen sage. Dann hältst du inne, siehst mich an und sagst fragend:“Mama traurig sein?“ Meist nehmen wir uns dann in den Arm und dein Wutanfall ist vergessen. Und mein Herz, das hüpft vor Mamastolz und Freude.

Vergangene Nacht konntest du wegen deines starken Hustens nur sehr schlecht schlafen und weintest und riefst nach mir, bis ich mich mit dir hinlegte. Wir lagen also nebeneinander im Bett, du hattest dich an mich angekuschelt und streicheltest mir durch die Haare, wie du das zum Einschlafen gerne machst. Irgendwann bliebst du mit deinem Finger an einer Strähne hängen und zogst daran. Vor Schreck und weil es weh getan hatte, begann ich ein wenig zu schimpfen („Ach Mensch, das tut mir weh! Pass bitte auf!“). Plötzlich hörte ich dich undeutlich etwas murmeln. „Mäuschen, das hab ich leider nicht verstanden. Was hast du gesagt?“ – „Suligung, Mami! Mami tsuligung“.

Staunen, jeden Tag.

 

 

 

 

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Heute bist du ganze 22 Monate alt. Das heißt, in 2 (nur noch ZWEI??!!) Monaten wirst du deinen 2. Geburtstag feiern. Der Wahnsinn! Derzeit habe ich fast das Gefühl, als müsste ich dich nächste Woche in den „richtigen“ Kindergarten und übernächste Woche in die Schule schicken. Die Zeit rennt!

Es ist ein wirklich phantastisches Alter, in dem du gerade bist. Klar, jedes Alter war/ ist toll, aber im Moment kann ich die Zeit mit dir einfach in vollen Zügen genießen. Keine Frage, das ist nicht immer so (dazu vielleicht mehr in einem anderen Post 😉 ), aber die meiste Zeit bist du einfach sonnig und es macht riesigen Spaß, meine Zeit mit dir zu verbringen.  Sicherlich liegt das auch mit daran, dass ich durch die Arbeit leider weniger Zeit für dich bzw. mit dir habe, als ich mir das wünschen würde und deshalb jede Minute mit dir genieße. Aber größtenteils liegt es an dir. Du bist einfach ein kleiner Sonnenschein. Wenn du nicht gerade einen filmreifen Wutanfall bekommst, weil irgendetwas nicht nach deinem Köpfchen geht, dann bist du einfach nur herzig. Du bist nicht mehr ganz zu ruhelos, stellst nicht alles auf den Kopf, sobald ich für fünf Minuten beschäftigt bin, sondern spielst oder genießt es, bei mir zu sein. Du singst selbsterfundene Lieder (Lalilalala…; Dudidudidu…), in denen ich manchmal Fragmente mir bekannter Lieder (…wohnen, unden oda oben??/ Dambedia…) wiedererkenne, du läufst, nein, du tanzt durch die Welt, du quatschst mir von der ersten wachen Minute an die Ohren voll (Mama? Mami? Sau mal! …) und lächelst mich mit betörenden Augenaufschlägen an oder bringst mich mit Versteckspielen und lustigen Grimassen zum Lachen. Du hörst alles und siehst alles und du merkst dir alles. Wenn ich dich beim Nachhausekommen frage, ob du heute noch in die Badewanne möchtest, dann brauche ich dich eine halbe Stunde später nicht duschen zu wollen, denn du erinnerst dich genau: „Badeanne!!“. Wenn es am Vortag bei Oma Kuchen gab, dann forderst du beim nächsten Besuch „Kuhen holen?“! So ist das.

Heute hatten deine Großeltern Hochzeitstag. Wir waren spazieren, haben Kuchen gegessen und sind abends essen gegangen. Ich hatte ein paar Bedenken, ob du das Abendessen im Restaurant durchhalten würdest, denn langes Sitzen im Hochstuhl gehört bekanntlich nicht zu deinen Stärken. Entsprechend überrascht war ich, wie entspannt dieser Abend verlief. Du hast deinen Kinderteller fast völlig aufgegessen und danach komplett zufrieden mit Opa gemalt und den ganzen Tisch unterhalten. Dein absolutes Highlight war jedoch das Eis, das dir die nette Bedienung spendierte. Eine Kugel Erdbeereis mit Waffel UND Smarties! Selten habe ich dich so konzentriert gesehen wie beim Verputzen des Eisbechers. Bereits nach wenigen Minuten hattest du dir Technik perfektioniert, mit der du den Becher am besten leer essen konntest. Es blieb tatsächlich nicht das kleinste Restchen mehr übrig. Wir anderen amüsierten uns köstlich darüber, wie du geschickt das Schälchen schräg hieltst, um alle Reste herauslöffeln zu können und genauso über dein verzücktes und gleichzeitig hochkonzentriertes Gesicht. Es war ein wirklich schöner Abschluss eines gelungenen Tages.

Und wie es so oft ist an diesen Tagen, kommt man ins Nachdenken. An die vergangenen Jahre. Ich dachte daran, wie schön wir es haben und wie gut es uns geht und stellte gleichzeitig fest, wie sehr sich unser Leben in den vergangenen Jahren verändert hat…

Heute vor zwei Jahren…

… stand ich einen knappen Monat vor dem Mutterschutz. Ich arbeitete noch, war aber nur noch sporadisch eingesetzt. Psychisch war ich schwer angeschlagen. Es war einerseits anstrengend, mir in der Arbeit nichts anmerken zu lassen, andererseits hielt mich genau das aufrecht. Ich wusste, mit meinen Kollegen über meine Situation zu sprechen, wäre über meine Kräfte gegangen. Ich wollte mich und meine Situation niemandem erklären müssen, daher war es leichter, alle in dem Glauben zu lassen, es liefe alles normal bei uns. Wenn mich Kollegen fragten, ob es mir keine Angst mache, dass der Vater so weit entfernt arbeite, denn es sei schließlich viel zu tun mit so einem Baby, dann musste ich mich schon sehr beherrschen, um nicht laut zu lachen. Das war wirklich meine geringste Sorge. Der Bauch wurde größer und deine Ankunft immer greifbarer. Ich freute mich riesig,war aufgeregt und hatte Angst. Die Tage wurden immer kürzer und das trübe Herbstwetter schlug mir stark aufs Gemüt. Der Geburtsvorbereitungskurs hatte begonnen und dein Geburtstermin rückte näher. Im Schwangerschaftsyoga versuchte ich, ein wenig Ruhe und Kraft zu tanken.Ich lauschte deinen Herztönen am CTG und überlegte mir, was ich für das Wochenbett vorkochen wollte. Babykleidung wurde gewaschen und mit klopfendem Herzen in den Schrank gelegt, nur um sie einen Tag später mit verliebtem Blick wieder in die Hand zu nehmen.

Und: ich freute mich auf dich. Neben der Traurigkeit, der Angst und dem Gefühl von Einsamkeit, weil eben kein zweites Elternteil mit mir auf deine Ankunft hinfieberte, war da eine riesige Freude auf dich. Auf das Leben mit Baby und das Mamasein. Freude darauf, den süßen Duft deines Köpfchens zu riechen und stolz den Kinderwagen zu schieben. Freude darauf, dich stundenlang in den Armen zu halten und nachts deinen Atem zu hören. Vorfreude, dieses Zappeln, das wie Wellen meinen kompletten Bauch bewegte, endlich ohne Hindernisse beobachten zu können. Dich zu halten, zu küssen und deine Mama zu sein.
Und heute weiß ich: ich hatte keine Ahnung davon, was mich erwartete. Welche Aufgabe und welches Glück auf mich wartete.

Heute vor einem Jahr…

…warst du genau zehn Monate alt. Wir verbrachten die Woche um den 03. Oktober im Urlaub. Du hattest in der Woche zuvor begonnen durchzuschlafen und ich genoss das ungemein. Nach einem dreiviertel Jahr mit teils wirklich höllischen Nächten war dies eine unglaubliche Erholung für mich. Und auch abends hattest du mehr Ruhe gefunden. Es gab Abende, da wachtest du kein einziges Mal auf. Die gute Bergluft und die vielen neuen Eindrücke, die du den Tag über genießen durftest, schienen dir sehr gut zu tun. Es war ein toller Urlaub., zumal ich immer wieder daran dachte, wie ich im November des Vorjahres genau hier hochschwanger Urlaub gemacht hatte. Wie vieles hatte sich doch verändert, seit du da warst! Zehn Monate war ich deine Mama und ich war es mit vollem Herzen. Auch wenn mich diese zehn Monate mich oft genug an meine Grenzen gebracht hatten- sie waren wunderschön.

Noch hatte ich vier volle Monate mit dir zu Hause und ich konnte mir nicht vorstellen, wie es werden würde, wenn ich wieder anfangen musste zu arbeiten. Wir hatten uns so aufeinander eingespielt. Morgens gegen acht trankst du deinen Schoppi im Laufstall, während ich frühstückte. Dann ging ich ins Badezimmer, duschte und zog mich an, bevor ich dich holte und dich tagfein machte. Anschließend wurschtelten wir meist ein wenig in der Wohnung herum, gingen einkaufen oder spielten, ehe es Mittagessen gab. Manchmal machten wir gemeinsamen Mittagsschlaf, manchmal legte ich dich alleine hin (wobei du alleine immer vieeeel kürzer schliefst…). An den Nachmittagen trafen wir uns zum Spazierengehen mit anderen Mamas und ihren Babys oder mit meinen Freundinnen, besuchten deine Oma oder gingen einkaufen. Montagnachmittags trafen wir uns jede Woche mit deinem Freund P. und seiner Mama zum gemeinsamen Spazierengehen. Mittwochs hatten wir Babyschwimmen, nach dem wir beide immer völlig platt und reif für den Mittagsschlaf waren. Donnerstags war PeKip und Freitagmorgen der Musikgarten. Es war eine wunderbare und intensive Zeit. Das Gefühl von Langeweile, vor dem ich mich im Mutterschutz manchmal gefürchtet hatte, kam niemals auf. Statt dessen: Leben. Neue Menschen, neue Unternehmungen, neue Erfahrungen. Und du! Meine Sonne, meine Herausforderung, meine große Liebe. Manchmal hast du mich wahnsinnig gemacht, mit deiner Schlaferei, mit deiner kurzen Aufmerksamkeitsspanne, damit, dass ich immer gefragt war und du dich außer der halben Stunde morgens nie alleine beschäftigen wolltest. Damit, dass ich abends nicht einfach sagen konnte: „Geh du bitte, ich KANN nicht mehr!“ Ich musste können.

Aber: all das machtest du mehr als wett. Mit deinem Wesen, deinem Lächeln, deiner Liebe. Deinem Mamamamama. Dem Duft deiner Haut und deinem zuckersüßen Lächeln. Damit, dass es dich gab. Mein Kind, meine große Liebe.

Heute…

… bist du also 22 Monate alt. Manchmal machst du mich immer noch wahnsinnig und ich dich vermutlich auch. Wenn du beim Kürbissuppe essen auf einmal anfängst zu grinsen und mit dem Löffel in der Luft herum wedelst, zum Beispiel. Oder wenn du beim Wechseln einer wirklich grausamen Windel mittendrin die Zusammenarbeit verweigerst und mich mit den Füßen wegtrittst, zum Beispiel. Wenn du nicht mehr Treppe laufen möchtest, während ich drei Taschen, einen Wäschesack und einen Korb in den dritten Stock trage, zum Beispiel.

Ansonsten ist es einfach wunderbar mit dir. Du lernst jeden Tag neue Wörter, saugst sie auf wie ein Schwamm und bringst mich zum Lachen, wenn du auf einmal Worte wie „Quatschnudel“ nachsprichst. Du zählst von 5 bis zehn und ich habe keine Ahnung, woher du das kannst.

Zwei Tage in der Woche sehe ich dich erst gegen 17 Uhr wieder. Das ist für dich insofern schön, weil du an diesen Nachmittagen, während ich arbeite, exklusive Oma- und manchmal auch Opa-Zeit hast. Aber es macht mich manchnmal traurig, dass uns, dir und mir, diese Zeit fehlt. Als ich vergangene Woche außerplanmäßig an zwei aufeinanderfolgenden Tagen so spät nach Hause kam, hingst du am dritten Tag nachmittags wie ein Äffchen an mir und suchtest meine Nähe. Wir haben beide daran zu knabbern, wenn wir uns so lange nicht sehen. Ohnehin bist du viel kuscheliger geworden. Abends bekomme ich einen Gutenachtkuss, du umarmst mich täglich mehrmals stürmisch und oft wirfst du dich lachend auf meinen Rücken, wenn ich gerade auf dem Boden sitze oder mich herunterbücke.

Du schläfst seit einem Jahr durch und schläfst abends und mittags ohne Probleme alleine ein. Dein Heiabett, wie du es selbst nennst, liebst du heiß und innig. Du gehst gerne in die KiTa und magst deine Erzieherinnen und Spielkameraden. Du bist immer noch ein wilder kleiner Wirbelwind, der ständig in Bewegung ist. Bist älter geworden, kleinkindlicher. Hast dich verändert, weiterentwickelt und bist doch ganz DU geblieben.

Und wenn ich so zurückschaue auf die vergangenen beiden Jahre, dann bin ich unendlich froh und dankbar. Dankbar um dieses Wunder in meinem Leben. Darum, wie schön mein Leben mit dir ist. Unser Familienleben. Wie sehr ich dich liebe und wie aufregend es ist, dich beim Aufwachsen zu begleiten und zu unterstützen, Deine Mama zu sein. Manchmal fühle ich mich wie der größte Versager, manchmal habe ich das Gefühl, gar nicht so schlecht in dem zu sein, was ich tue. Letzteres besonders dann, wenn ich dich bei etwas beobachte und heimlich vor Stolz auf dich fast platze. Wenn du anderen Kindern auf dem Spielplatz zum Beispiel ihre Sandspielsachen mit einem „Bitte“ überreichst. Oder du deinen besten Freund zur Begrüßung umarmst und seinen Rücken streichelst. Dann denke ich, dass ich gar nicht so viel falschmachen kann, so wunderbar, wie du bist.

Ich liebe dich, mein Mädchen!

Deine Mama

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… tönt es hier von morgens bis abends. Du siehst alles, hörst alles und kommentierst alles- es ist einfach wahnsinnig goldig! Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, will ich bei jedem Bagger „Schau mal!“ rufen, bis mir einfällt, dass du ja längst mit deinen kleinen Kita-Freunden beim Frühstück sitzt.

Überhaupt, das Autofahren mit dir ist wirklich ein Erlebnis. Dich von der Kita abzuholen, pure Unterhaltung. Es gibt kaum etwas, das du nicht siehst und du berichtest darüber so akribisch wie ein Fernsehreporter:  „Sau mal, Mama! Wauwau! Sau mal, Lullelum! Mama! Maaamaa! Sue aus! Ocken aus! Sau mal, Bagger!“ Mit dir sehe ich Dinge, die ich früher nicht beinmal wahrgenommen habe. Ich kann mich wieder für Traktoren und Bagger begeistern. Baustellen finde ich richtig spannend, seitdem ich miterleben darf, wie sehr du dich an ihnen freust. Wenn wir mittags zuhause ankommen, du ohne Schuhe und Socken, ein wenig k.o. vom Vormittag, aber voller Mitteilungs- und Tatendrang, dann freue ich mich schon auf die Zeiten, wenn du mir beim gemeinsamen Jogu-Essen von deinem Tag in der Kita erzählen kannst.

Schauen wir mittags gemeinsam ein Wimmelbuch an, dann zeigst du mir die Babyenten, Beine (weinendes Mädchen), Heee! Handtuch! (ein Junge, der zum Anderen „Hey, das ist mein Handtuch!“ sagt) und Krieggich (Fangen spielende Kinder, die „Ich krieg dich“ sagen).

Abends singst du derzeit noch ein wenig im Bett, ehe du einschläfst. Und ich sitze vorm Babyphone, grinse in mich hinein und möchte am Liebsten jedem auf der Welt zeigen, was für ein wundervoller kleiner Mensch hier in meiner Wohnung lebt.

Du liebst es, Enten zu füttern und wirfst ihnen mit Schwung und „Bitte! Appetit!“ trockenes Brot zu. BobbyCar (Bukaki!)fähst du wie eine Wilde und schaffst es, mit deiner Fahrweise ein neues Paar Schuhe („Für die 15 Minuten brauchen wir doch die Schoner nicht!“) innerhalb kürzester Zeit zu ruinieren.

Du kannst sagenhaft wütend werden und weißt manchmal kaum, wohin mit all den Gefühlen, die dich da gerade umtreiben. Dann trittst du um dich, kneifst dich selbst in die Wange und schreist wie eine wilde Katze. Wenn wir beide Glück haben, lässt du dich durch ein Lied, ein Spielzeug oder die Bitte, mir bei etwas zu helfen, von deinem Zorn ablenken. Aber leider klappt das nicht immer.

Mittlerweile verstehst du nahezu alles, was man dir sagt und freust dich riesig, wenn man dich in alles Mögliche einbezieht. Du kannst deine Socken in deinen Schrank räumen, wenn ich dich dazu auffordere, wirfst deine Windel selbst weg und bringst manchmal sogar unaufgefordert frische Windeln mit ins Bad. Außerdem liebst du es, Müll wegzuwerfen, den Tisch zu decken und dir oder mir die Haare zu kämmen.

Du reihst selbstverständlich zwei, manchmal auch drei Wörter aneinander und kannst ganz genau sagen, was du willst. „Couch sitzen! Sandia! (Sandmann)“ ist nur ein Beispiel dafür.

Heute wurde mir zum ersten Mal seit ganz langer Zeit gesagt, du sähest mir ähnlich, was mich unendlich stolz machte.Du bist nämlich der hübscheste Mensch, den ich kenne. Aber besonders objektiv bin ich da wohl nicht 😉

Wenn ich dir abends beim Schlafen zusehe, werde ich oft so von Liebe überwältigt, dass mir Tränen in die Augen steigen. Wir zwei. Eine Familie. Pure Liebe.

Mein kleines, großes Wunder du. Mein Mädchen. Ich liebe dich.

Deine Mama

 

 

 

 

 

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Netzwerk

Und dann gibt es diese Wochen, da geht einfach alles schief. Den ersten Tag wieder arbeiten und das Kind liegt am Vorabend fiebernd, weinend, nichtessenwollend in meinen Armen. Am ersten langen Arbeitsfreitag ist die gesamte Familie außer Landes, so dass niemand für mich das Olivenkind aus der Kita holen kann. Die Doppelbelastung (haha) zwischen Kind und Job (und den dreihundertvierundsiebzig Sachen, die drumherum zu erledigen sind) ist schon in den ersten Tagen so anstrengend und zermürbend, dass heute Morgen meine Tränen fast schon in der Kita und endgültig auf dem Weg zur Arbeit flossen.

Doch diese Wochen haben auch etwas Gutes, denn sie zeigen mir einmal mehr etwas ganz Wunderbares: Welch wahrhafte Herzensmenschen wir in unserem Leben haben, das Olivenkind und ich.

♥ Da ist meine Mama, die Dienstag ohne zu zögern frei nahm, damit das kranke Olivchen nicht in die Krippe musste und sie versorgte, damit ich nicht noch auch am zweiten Arbeitstag zuhause bleiben musste. (Und mich nachmittags mit den Worten „Jammer NIE wieder über die Betreuungskosten. Man müsste diesen Leuten noch viel mehr zahlen! Dein Kind macht mich fertig!“ empfing… *gg*)

♥ Da ist meine Schwester, die mir vor meinem Mammut-Zahnarzttermin eine Tüte mit köstlichsten Leckereien vorbeibrachte.  O-Ton: „Nervennahrung für hinterher- das kann man alles auch zahnlos essen!“ 😉

♥ Da ist die Chefin, die mir (da sie um die meine wenig familienfreundlichen Arbeitszeiten weiß, die die Mitchefs zu verantworten haben) jegliche Unterstützung zusagt und mir erklärt, ich solle morgens auf keinen Fall rasen, sie habe vollstes Verständnis, wenn ich es morgens nicht pünktlich schaffe.

♥ Da ist die Frau meines Cousins, die eine wunderbare Freundin ist und die mir das Vertrauen schenkt, ihrer kleinen Tochter eine gute Patentante zu sein.

♥ Da ist die Herzfreundin, die sofort und ohne zu zögern zusagte, das Olivenkind heute in der Kita abzuholen und mit ihm auf den Spielplatz zu gehen. Die mir in die Arbeit Spielplatzfotos schickte, um mir zu zeigen, dass alles wunderbar klappte und die beim Abschied sagte, wie dankbar SIE mir sei, weil es solchen Spass gemacht habe.

♥ Da ist der beste Freund, der schon immer alle Computersachen für mich macht und mir bei der Suche nach einem neuen Notebook sagt: „Bestell es am Besten gleich, dann kann ich es dir direkt einrichten und wir haben einen Anlass, uns nächste Woche endlich wieder zu sehen.“

Nur ein paar Beispiele aus den vergangenen beiden Wochen, die mir wieder einmal zeigten, wie viel Glück wir doch mit diesem Netzwerk haben, das uns Halt gibt, in schwierigen Situationen auffängt und uns immer wieder unterstützt.

Und schon allein der Gedanke an all diese Menschen lässt eine trübe Woche schon viel heller werden.

Herzensmenschen eben, wie ich sie jedem wünschen würde. Mit Gold nicht aufzuwiegen.

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Mäuschen, nächste Woche bist du sage und schreibe 21 Monate alt. So viel Zeit, gefüllt mit Glück, ersten Malen, Angst, Spaß, Ärger- mit LEBEN!!

Und dieses Leben mit dir ist vor allem eines nie: langweilig. Die letzten Wochen haben wir unheimlich Vieles miteinander unternommen und den Sommer in vollen Zügen genossen.

Wir waren tagelang im Schwimmbad, wo du aus dem Kleinkinderbecken einfach nicht mehr herauszubekommen warst. Die ersten Tage konnte ich meinen Kaffee im Becken trinken und vor mich hin träumen, während du quietschzufrieden und von den doch etwas frischen Wassertemperaturen völlig unbeeindruckt mit deiner Gieskanne Wasser in dein Lieblingsförmchen fülltest. Gut, nicht NUR ins Förmchen- oft genug bekam auch ich eine Dusche mit dem Gießkännchen verpasst, was dich jedes Mal schelmisch grinsen ließ. Wegen dir hätten wir den kompletten Nachmittag im Becken verbringen können und ich konnte dich in der Tat nur für wenige Minuten an unseren Platz lotsen, wo du innerhalb von Sekunden eine Schüssel Obst inhaliertest und dann sofort wieder mit dem Wort „Bajer“ auf den Lippen in Richtung Wasser ranntest. Leider wurde das Babybecken nach ein paar Tagen etwas langweilig für dich, so dass du riskante Spielplatzexperimente und ausgedehnte Touren durch das gesamte Freibadgelände unternehmen musstest, was bei den tropischen Temperaturen nicht gerade die pure Freude für deine alte Mama war.

Die nächsten heißen Tage verbrachten wir deshalb bei Oma und Opa im Garten, wo du im Planschbecken schwimmen, Blumen gießen und vor allem mit ausgeklügelten Tricks alle Anwesenden nacheinander mit Wasser übergießen konntest, was nicht bei allen auf Begeisterung stieß 😉

Wir haben uns mit deinen PEKiP-Freunden getroffen, wo ihr miteinander gespielt und auch mal geschubst, gekratzt und geweint habt, während wir Mamas aus dem Staunen über unsere großen Kinder nicht mehr herauskamen. Mit P.´s Mama war ich sogar im Geburtsvorbereitungskurs und der Gedanke an unsere dicken Bäuche in diesem kalten Herbst, an die Abende, an denen wir uns im Raum schräg gegenüber saßen, war einfach unbeschreiblich für mich. Da rennt, erzählt, lacht ihr. Unsere Kinder. Damals wart ihr uns zwar unendlich nah und dennoch schien es so wenig glaubhaft wie ein Traum zu sein, dass wir euch wenige Wochen später in den Armen halten würden.

Wir waren im Streichelzoo, wo du zuerst vor Begeisterung ganz baff warst. Leider hatte ich den Foto nicht schnell genug parat, denn das Bild, wie du inmitten der kleinen Ziegen auf dem Weg standest und dich fasziniert umsahst, wäre Gold wert gewesen. Wie du da standst und jeder Ziege auf ihr Mäh ein ganz empörtes Määääääh zurückgabst, das war einfach bezaubernd. Leider schüchterten dich die vielen Tiere ein wenig ein, so dass du für den kompletten Nachmittag nicht von Omas oder meinem Arm weichen wolltest. Aber auch vom sicheren Hafen aus konntest du unzählige neue Eindrücke sammeln. Zahme, wunderschöne Rehe, riesige Schweine, Erdmännchen, Zebras und Affen wurden mit riesigen Augen bestaunt. Aber das Schönste am ganzen Ausflug, war dein begeistertes „`Nau mal, Mama!“, sobald du etwas Neues entdecktest. Immer wieder. Und mir ging das Herz auf, während ich schaute, worauf du mich so unbedingt aufmerksam machen wolltest.

Sowieso sprichst du mit jedem Tag mehr. Die Aufgabe, deinen Wortschatz noch einmal zusammenzufassen, flösst mir bereits jetzt einen Heidenrespekt ein, denn du saugst neue Begriffe auf wie ein Schwamm. Eine kleine Auswahl meiner derzeitigen Lieblingswörter:

Guigoite – Schildkröte

(Oi)Bibia – du selbst

Nenny – die Mama deines besten Freundes

Minani – deine Bezugserzieherin

Gaukel – Schaukel

Mäne munen – Zähne putzen

Nau mal – schau mal

Sand – Sandmännchen

Kabi – Kaffee

beine – weinen

ginkungung – trinken (besonders kurios, da du das Wort „trinken“ durchaus kennst und korrekt anwenden kannst)

Kex – Keks

Teilweise bildest du bereits kleine Sätze, vor allem wenn du dich über irgendewtas ärgern musst. Als Oma dir neulich deinen Eimer wegnahm, brach eine wahre Schimpftirade los, in der wir immer wieder die Worte Oma, Oibibia und Eimel hörten. ❤ Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass du mir morgens aus deinen Träumen erzählen möchtest. Denn warum sonst solltest du mich frühmorgens um halb sechs wecken, um mir aufgeregt von den „Bande“ (Elefanten) zu erzählen?
Zum Glück warst du nach meinem nachdrücklichen Hinweis auf die Uhrzeit bereit, noch eine Runde zu schlafen, ehe du dann zwei Stunden später deinen Bobbi einfordertest.

Du bist ein kleiner Wirbelwind. Stürmisch, sonnig und sprühend in deinem ganzen Wesen. Temperamentvoll und mitreißend. Du kannst furchtbar wütend auf mich werden und streckst doch nur kurze Zeit später wieder die Arme aus, um dich von mit trösten zu lassen. Ich kann dir nie lange böse sein und du weißt schon jetzt genau, mit welchen Tricks du mich herumbekommst. Wenn ich wegen irgendetwas schimpfe, dann schielst du meist an mir vorbei, schaust dann grinsend und mit bezauberndem Aufgenaufschlag zu mir auf und schneidest Grimasen, um mich zum Lachen zu bringen. Du testest deine -und auch meine Grenzen – aus, was für uns beide oft nicht einfach ist. Du sitzt ungerne still, sondern tobst, kletterst, entdeckst lieber. Zurufe kannst du so gut ignorieren, dass deine Betreuerinnen im Kindergarten bereits einen Hörtest (!!) mit dir durchführten, weil du in der Gruppe nahezu nie auf deinen Namen reagierst, während du spielst. Diese Fähigkeit wird dir im Teenageralter sicher treue Dienste leisten… Wenn du durch die Wohnung stürmst, komme ich an manchen Tagen aus dem „Nein“ sagen gar nicht mehr heraus, weil du zielsicher genau die Dinge tun willst, bei denen ich mit Platzwunden, ausgeschlagenen Zähnen oder ähnlichem rechne. Du bist unheimlich verschmust, auch wenn du deine Schmuseeinheiten eher im Vorbeigehen abholst. Langsam hast du zu meiner großen Freude Puzzles für dich entdeckt, bei denen du zumindest eine gewisse Zeit auf der Stelle sitzen bleibst. Und auch „manen“ ist heißbeliebt. Jeder Kugelschreiber versetzt dich in Entzücken. Auch Bilderbücher liebst du heiß und innig, wenn du während des Lesens ganz stolz alle Dinge benennst, deren Namen du schon kennst. Jedes Buch hat einen eigenen Namen, benannt nach dem Inhalt oder deiner Lieblingsstelle:

„beine“ – Wimmelbuch, in dem ein Mädchen weint

„Miau“ – Ich bin die kleine Katze

„Muuuh“ – Wimmelbuch mit den Tieren

Du liebst es zu kochen und ich freue mich schon jetzt auf dein Gesicht, wenn du an deinem Geburtstag deine Spielküche auspacken wirst. Vor allem Eis wird mit Inbrunst von dir serviert, wobei es mir mein Mamaherz schon schmerzlich zusammenzog, als du einem fremden Kind ein liebevoll zubereitetes „AAaaaais???“ anbotst und als Antwort nur ein gemotztes: „Is mag kein Sandeis, is mag nur Schokoladeneis!“ erntetest. Nur mit geballten Fäusten und einem betont fröhlichen: „Machst du MIR eines, Schatz? Ich lieeeeebe Sandeis nämlich!“ konnte ich mich selbst davon abhalten, dem blöden Gör ein „Iss es gefälligst, du Blödmann!“ zuzubrüllen. So etwas tut man schließlich nicht, auch wenn das Mamaherz noch so sehr ächzt und wehtut. Vor allem, wenn ich an die Zeit denke, in der du diese Kämpfe ohne mich ausfechten musst. Auch wenn ich weiß, dass du wilde kleine Kämpferin solche Situationen vermutlich viel besser wegsteckst, als ich das jemals könnte.

Mein Mädchen, meine Große, mein „Mäushein“ – danke, dass du mich die Welt jeden Tag mit deinen Augen neu entdecken lässt. Dass du mir auf so viele Arten dein Vertrauen zeigst. Dass du mich als deine Mama ausgesucht hast.

Ich liebe dich so sehr.

Deine Mama

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Die erste halbe Stunde mit dir ist in meiner Erinnerung etwas verschwommen. In erster Linie liegt das sicher daran, dass ich einfach so überwältigt war. Überwältigt von dir, deinem Duft, davon, deinen kleinen Körper in meinen Armen zu halten. Deine Oma und ich, wir waren hingerissen und wir bestaunten dich kleines Wunder voller Liebe.

Nach einer Weile gab mir deine Oma das Handy und ich rief deinen Vater an, um ihm die Nachricht zu verkünden. „Wie kann das denn sein? Du hast doch erst vor zwei Stunden gesagt, dass ihr ins Krankenhaus fahrt?“ – „Tja, die Kleine hatte es wohl eilig.“

Die Ärztin fragte mich nach einigen Minuten, wie du denn heißen solltest. Ich habe keine Ahnung, war meine Antwort. Etwas entgeistert sah sie mich an, aber für diese Entscheidung musste ich dich erst noch ein wenig ansehen und entscheiden, welcher der beiden Namen, die meine Favoriten für dich waren, denn besser zu dir passte. Und schließlich, nach kurzer Rücksprache mit deiner Oma, war klar, welcher Name der deinige sein würde. Und er passt noch besser zu dir, als ich mir hätte träumen lassen.

Während ich dich noch im Arm hielt, wurde es um uns herum geschäftig. Ein Medikament zur Lösung der Plazenta wurde gespritzt, weil sich diese noch nicht gelöst hatte. Akkupunkturnadeln wurden gesetzt. All das bekam ich nur am Rande mit, denn meine Welt drehte sich nur um dich. Nach einer Weile spürte ich jedoch, wie die Atmosphäre um uns herum aufgeregter und hektischer wurde. Und ich selbst begann, unruhig zu werden. Ich hatte den Eindruck, noch immer viel Blut zu verlieren, es fühlte sich an, als fließe es nur so aus mir heraus. Als ich ängstlich nachfragte, sagte man mir, dass die Toleranzzeit, die man warten könne, bis die Plazenta sich löse, langsam zu Ende ginge. Wenn sich nicht schnell etwas täte, müsse man operieren.

Tja, leider tat sich nichts. Und so musste ich dich gerade dreißig Minuten, nachdem ich dich zur Welt gebracht hatte, in die Arme deiner Oma legen und wurde davongeschoben. Man werde mir eine kurze Narkose geben, so dass ich in etwa zwei Stunden wieder bei dir sein könne. Die Geburtsverletzungen werde man direkt unter der Vollnarkose mit vernähen. (immerhin, wenigstens das würde mir erspart bleiben) Auf dem Weg in den OP war ich schon nicht mehr ganz bei mir. Ich nehme an, die Mischung aus starkem Blutverlust und dem Adrenalinabfall nach der Geburt, hatte mich völlig außer Gefecht gesetzt. Ich erinnere mich daran, wie ich überrascht feststellte, dass meine Hände noch voller Käseschmiere von deinem Rücken waren. Mein ganzer Kopf war erfüllt von Erinnerungen an deinen Babyduft und an das Gefühl, dich im Arm zu halten. Im Laufen klärte man mich über die Risiken der OP auf und ich musste die Einverständniserklärung unterschreiben. Wie bescheuert, dachte ich noch, schließlich hab ich keine Wahl. Vielleicht habe ich es auch laut gesagt.

Das letzte, das ich vor der Narkose denken konnte, war ein kurzes Gebet, in dem ich darum bat, die Operation gut zu überstehen und zu meinem Mädchen zurückkehren zu dürfen.

Als ich mit dir schwanger war, hatte ich ein Ritual, das ich jeden Abend vor dem Schlafengehen pflegte. Ich lag auf meinem Bett, cremte den Bauch ein, spürte, wie du dich bewegtest und ich erzählte dir etwas. Und jedesmal sagte ich dir die selben Dinge. Jeden Abemd. Ich erzählte dir, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis wir uns sehen würden. Dass die Geburt sicherlich für uns beide anstrengend und stressig würde, aber sie würde sich lohnen. Denn ich würde da sein, um dich in Empfang zu nehmen. Und ich würde dich beschützen, lieben und nicht mehr alleine lassen, wenn du erst mal bei mir wärst. Und nun musste ich dieses Versprechen brechen und dich 30 Minuten nach der Geburt bei Oma zurücklassen. Ich weiß, es gibt Schlimmeres, aber es tut dennoch weh. Diese ersten Stunden hätten uns beiden gehört.

Woran ich mich als nächstes erinnere, ist wie ein Alptraum. Ich kam zu mir, als ich durch den Flur zurück in den Kreißsaal geschoben wurde. So stelle ich mir einen schrecklichen Drogentrip vor. Ich sah die Wände auf mich zukommen, verschwimmen und wieder verschwinden. Ich hatte panische Angst, ohne dabei einen klaren Gedanken fassen zu können. Zwischendurch erschien ein Bild vor meinem Auge und verschwand wieder. Ich meinte, dich in den Armen deines Vaters gesehen zu haben, konnte das Bild jedoch nicht greifen. Es dauerte Stunden, bis ich zu mir kaum. Ich hatte Schüttelfrost und furchtbare Schmerzen von der Ausschabung, die ich in meinem weggetretenen Zustand nicht begreifen konnte. Selbst manuell hatte sich die Plazenta kaum lösen lassen, war innerlich festgewachsen. Die Ärztin hatte sich auf meinen Bauch werfen müssen, um sie lösen zu können. Ich übergab mich. Ich weinte. Meine Mutter war bei mir, wischte mir die Stirn und holte mir eine Schale, als mir schlecht wurde. Als dein Vater in den Kreißsaal kam, muss ich geschrien haben „Er soll raus gehen!“. Selbst in diesem Zustand versuchte ich, mich zu schützen vor Menschen, denen ich nicht vertraute. Er blieb draußen und hielt dich. Ich muss wirklich in einem schlimmen Zustand gewesen sein, denn ich erinnere mich, dass er später kurz an meinem Bett saß und meine Hand hielt. Meine Mutter erzählte mir später, dass er ankam, als ich im OP war. Er betrat den Kreißsaal und war schockiert, weil der ganze Raum ein einziges Blutbad war. Da sich alle um mich hatten kümmern müssen, war keine Zeit geblieben, irgendetwas wegzuräumen. Selbst deine Untersuchungen hatten warten müssen. Als er ein Tuch suchte, um dir die Händchen abzuwischen, fand er die Nabelschnur, die in einer Schale lag. Überall Blut, überall Dinge, die zeigten, was in den letzten Stunden hier geschehen war. Eine Geburt. Ein Naturereignis. Nicht vorstellbar, wenn man sie nicht miterlebt hat.

Es dauerte bis 5 Uhr, bis ich dich wieder bei mir haben durfte. Bis ich soweit bei mir war, dass man dich mir anvertrauen konnte. Laura hatte alle nach Hause geschickt, um zu schlafen. Sie legte dich mir auf die Brust und so lagen wir die nächsten Stunden beieinander. Noch heute fühle ich mich dir so am nächsten. Nachts oder morgens kletterst du manchmal auf mich, um den Kopf auf meine Brust zu legen. In den ersten Tagen im Krankenhaus und später zuhause sah man uns fast nur so. Dein Kopf auf meinem Herzen, ganz nah beieinander.

Gegen sieben Uhr fragte ich Laura, wann du denn genau geboren seist und wie deine Maße seien. All dies hatte ich überhaupt nicht mitbekommen, zumal du erst gewogen und gemessen wurdest, als ich im OP war. Es war 7.20, als ich meinen Freunden eine SMS schickte, in der ich von deiner Ankunft berichtete. Zwei meiner Freundinnen mussten auf dem Weg zur Arbeit anhalten, weil sie weinen mussten, als sie von deiner Geburt hörten.Alle freuten sich mit uns.

Und langsam konnte ich es auch fassen. Konnte begreifen, dass ich mein Bauchbaby, mein kleines Wunder gesund in den Armen hielt. Angekommen, wir beide.

Endlich warst du da, mein Mädchen. In meinen Armen, in meinem Leben.

Ich liebe dich. Deine Mama.

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