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Posts Tagged ‘Bauchgefühl’

Wenn ich mich an das letzte Jahr zurückerinnere, an den Wiedereinstieg in meinen Beruf, die Umstellung darauf, eine gewisse Zeit des Tages ohne das Olivchen zu verbringen, dann ist ein Gefühl, das in mir aufsteigt, Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass meine Tochter so problemlos den Sprung von „24 Stunden täglich Mama“ zu 6 oder 7 Stunden KiTa-Trubel geschafft hat. Dankbarkeit für das gute Gefühl, mit dem ich sie dort immer abgegeben habe. Dankbarkeit für das Vertrauen, dass ich immer in die Betreuung dort setzen konnte. Ein Vertrauen, ohne das ich nicht jeden Tag beruhigt zur Arbeit hätte fahren und mich dort voll und ganz meinen Aufgaben widmen können, ohne ständig zu grübeln, wie es meinem Kind wohl gerade geht.

Warum ich darüber nachdenke? Weil genau dieses Vertrauen, dieses beruhigende Gefühl, derzeit nicht mehr in dem Maße gegeben ist, wie ich es mir wünschen würde und für mein Wohlbefinden bräuchte. Weil ich derzeit morgens im Auto die Monate zähle, bis meine Tochter in den Kindergarten wechseln kann und ich das bei einer Betreuung, die mich und den Vater meines Kindes rund 460 Euro jeden Monat kostet, mehr als traurig finde.

In den ersten 11 Betreuungsmonaten durfte das Olivchen seine KiTa-Stunden in einer überschaubaren und sehr behaglichen Umgebung  verbringen. Die KiTa war in einer Vier-Zimmer-Altbauwohnung untergebracht, in der eine sehr warme und einladende Atmosphäre herrschte. Die Kinder fanden sich dort wunderbar zurecht und das Olivchen lebte sich in der heimeligen Umgebung sehr schnell ein. Bald wurde bekannt, dass der Träger der Kita einen Umzug in ein großes Gebäude, in welchem dann mehrere Krippen- und Kindergartengruppen untergebracht sein würden, plante. Nun gut, das würde zwar einige Organisation erfordern, da mit dem Umzug auch eine gewisse Schließzeit und eine erneute Eingewöhnungsphase verbunden sein würden, trotzdem klang alles wunderbar- ein großzügiger Außenbereich, Inklusion in den Gruppen, große Sport- und Kunsträume und eine moderne und funktionale Ausstattung der neuen Räumlichkeiten. Dass sich die Öffnungszeiten nach hinten verschieben sollten, so dass ich das Olivchen an meinen frühen Tagen statt wie gewohnt um 6.50 erst um 7 Uhr abgeben können würde, war ein erster Wermutstropfen für mich (zumal ich in den neuen Räumlichkeiten mehr Betreuungskosten zahlen musste), der jedoch einfach nicht zu ändern war. Bei einer Fahrtzeit von 30 Minuten und einem starren Arbeitsbeginn um 7.45 bedeutet das nun Stress an jedem meiner frühen Tage. Aber damit muss ich mich wohl oder übel abfinden. Die täglichen Challenges im Working Mum Alltag, sozusagen. Dennoch war ich hinsichtlich des Umzugs positiv gestimmt.

Das neue Kinderhaus zu sehen, als ich das Olivchen nach der Eingewöhnungswoche zum ersten Mal selbst in der Krippengruppe abgab, war dann doch… überraschend. Die Erzieherinnen und die Leitung hatten alles sehr nett und einladend dekoriert. Dennoch war der Unterschied zu den behaglichen Räumen der bisherigen Krippe krass. Statt einladender Gemütlichkeit kühles Grau, nackter PVC, im Eingangsbereich blanke Betonwände. Nun ja. Dafür eine wirklich tolle Ausstattung in den Räumen, ein Kunstraum mit Staffeleien, ein Bällebad, Haba-Spiele, die mein Mutterherz höherschlagen ließen. Und ein Olivchen, das sich wohlzufühlen schien. Also schluckte ich das ungute Gefühl hinunter. Aber die nächsten Bauchpikser kamen direkt im Anschluss: Die Gruppe des Olivchens ist im zweiten Stock. Eine Krippengruppe mit Kleinkindern im Alter von ein bis drei Jahren im zweiten Stock unterzubringen, finde ich schon „spannend“. Dass dieser zweite Stock durch eine geradeläufige, lange Treppe, die weder durch einen Absatz, noch durch eine Wendung einen Sturz abbremsen kann, erreicht wird, finde ich als Mutter beunruhigend. Dasss diese Holztreppe jedoch in einem nackten Betonabsatz endet, DAS halte ich in einer Einrichtung für (Klein)Kinder für grob fahrlässig. Jeden Tag wenn ich das Gebäude über diese verdammte Treppe verlasse, habe ich einen Klumpen im Magen und versuche, mir NICHT vorzustellen, wie der (ja nun durchaus im Bereich des Möglichen liegende) Sturz eines kleinen Kindes auf dieser Treppe wohl ausgehen würde.  Das Gespräch mit der KiTa-Leitung , in dem ich entgeistert nachfragte, wann dieser Absatz mit Teppich oder Ähnlichem verkleidet werde,  ergab, dass das „so sein solle“. („Das ist nun mal der Stil des Architekten, die Wände sind ja genauso!“ -Ähm, hallo?) Ich bestand darauf, dass dies noch einmal mit dem Architekten besprochen und neu gestaltet werden müsse. Aktueller Stand: Der Architekt sieht kein Problem in diesem Absatz. Und mehr könne man nun nicht tun. Die Leiterin gab mir nun seine E-Mail-Adresse, nachdem sie nach eigener Aussage auf Granit biss. Als Elternbeirätin werde ich mich nun zuerst mit den anderen Eltern in Verbindung setzen, ehe ich ich mit diesem Architekten in Verbindung setze. Aber es muss sich etwas tun. Und die laxe Haltung der Kita-Leitung á la „Der Archtekt hat immer Recht“ stört mich sehr. Es geht hier um Kinder und um grundsätzliche Sicherheitsfragen. Da scheint mir das zweifelhafte ästhetische Konzept des Architekten doch eher zweitrangig.

Dass mir an diesem ersten Tag auf mein Nachfragen hin ganz nebenbei eröffnet wurde, man werde die ersten beiden Wochen gar nicht (!!) mit den Kindern ins Freie gehen, weil so viele Eingewöhnungskinder da seien und nach der Eingewöhnung wegen des noch unfertigen Außengeländes auch nicht regelmäßig hinauskönnen, war da noch die Sahnehaube. Zum Glück zahlte sich zumindest in diesem Fall meine Hartnäckigkeit aus, so dass nach intensiven Gesprächen mit KiTa-Leitung die Kinder zumindest an ein paar Tagen der Woche vormittags Sauerstoff tanken können. Auch das für mich eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wenn die vielen Eingewöhnungskinder das nicht zulassen, müssen sie versetzt aufgenommen werden, meine ich. Aber auf Kosten der anderen betreuten Kinder darf und kann diese Intensivphase nicht gehen. Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe: wieso Eltern, deren Kind dort den ganzen Tag betreut wird, nicht auf die Barrikaden gehen. Mein Kind kommt nachmittags auch noch einmal „raus“, schließlich hole ich sie fast immer um 14 Uhr ab und habe dann meist Gelegenheit, mit ihr noch etwas an der frischen Luft zu unternehmen. Und trotzdem ist mir Bewegung im Freien in der KiTa wichtig.  Aber ich scheine die einzige Querulantin zu sein, die ständig nachhakt, fragt, fordert.

Fest steht: mein Bauchgefühl ist im Moment bezüglich der Olivchenbetreuung nicht das Beste. Zum Glück habe ich nach wie vor Vertrauen in die Erzieherinnen unserer Gruppe, die einen wirklich tollen Job machen. Aber die Rahmenbedingung, das „Drumherum“ sollte eben auch stimmen, denke ich. Und das ist derzeit einfach nicht zu 100%  gegeben.

Was denkt ihr? Glucken-Mama oder berechtigte Sorgen?

 

 

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…sehe ich in unseren neuen Lebensabschnitt, der nächste Woche beginnt. Ab Mittwoch startet die Eingewöhnung für das Olivenkind und Freitag ist mein erster Arbeitstag. Hatte ich bis vor wenigen Wochen noch Bauchschmerzen, wenn ich nur an Arbeit und KiTa-Start  dachte, bin ich mittlerweile recht positiv gestimmt.

Ganz sicher war dafür auch der Kita/Kindergarten-Hickhack verantwortlich, der mich in den Wochen vor Weihnachten einige Nerven kostete. Zunächst die Entscheidung, ob Kindergarten oder Kita. Dann, nach dieser Entscheidung für die (deutlich teurere, dafür aber nähergelegene und sehr viel länger geöffnete) Kita plötzlich eine Absage durch derenVerwaltung, dass der Platz bereits intern vergeben sei. Da war ich erstmal baff. Gar kein Betreuungsplatz, und das 8 Wochen vor meinem Wiedereinstieg?? Glücklicherweise zeigte man sich in der Verwaltung nach einer (sehr deutlichen)  E-Mail meinerseits so entgegenkommend, mir einen Platz in einer anderen Kita ihrer Trägerschaft (nur 2 Häuser weiter) anzubieten. Der Besichtigungstermin in der anderen Kita offenbarte freundliche Räume, nette Betreuerinnen, aber auch zwei Kinder, die auf „stillen Stühlen“ saßen und das Geschimpfe einer Erzieherin, das ich während der Wartezeit mithören durfte. Hm. Ganz klar, ich finde es wichtig, dass mein Kind in der Kita auch „erzogen“ wird, aber so etwas beim ersten Termin mitzuerleben war befremdlich und ließ mich mit gemischten Gefühlen und flauem Magen nach Hause gehen. Als die Betreuungsveträge unter Dach und Fach waren, war ich dennoch erleichtert, schließlich war die Betreuung für das Olivenkind damit zuverlässig gewährleistet. Und – oh Wunder- es gab eine weitere Änderung: Vor zwei Wochen wurde mir mitgeteilt, dass sich außerplanmäßig doch ein Platz in Kita Nr.1 (blickt noch irgendein Leser durch?? Wer´s bis hierhin geschafft hat: Kompliment!) ergeben hatte und die Püppi damit in der Kita untergebracht würde, in der ich ein wirklich erfreuliches Erstgespräch gehabt hatte. Erleichterung!

Nach all diesem Hin und Her war es ein gutes Gefühl, letzte Woche zum Vorgespräch zu gehen, um die Eingewöhnung und grundsätzliche Fragen zu besprechen. Eine Stunde saßen Frau W. und ich mit der Püppi im kleinen Büro der Einrichtung zusammen. Für mich gab es Kaffee und liebevoll angerichtete Schokolade (damit hatten sie mich ja schon im Sack), für das Olivenkind eine Spieldecke mit verschiedenen Spielsachen (nette Idee, aber ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass alles im Büro interessanter war für mein wildes Mädchen, oder?). Das Gespräch war herzlich, aufschlussreich und zeigte mir vor allem, dass die Betreuerinnen ihren Job offensichtlich sehr ernst nehmen und bereit sind, auf die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Kinder einzugehen. Und auch das Gesamtkonzept kommt meinen Wünschen für mein Kind sehr entgegen. Insgesamt also ein durchweg positiver Eindruck und ein wirklich gutes Bauchgefühl- jaaaaaa!!! Das Olivenkind schien sich pudelwohl zu fühlen, stromerte beim Verabschieden gleich mal durch alle Räume und strahlte Frau W., die auch die Bezugsbetreuerin sein wird, begeistert an.

Jetzt muss nur die Eingewöhnung noch klappen, die der Typ mit unserem Mädelchen machen wird. (Außer am zweiten Tag, da will ich mit ihr hin- ich glaube, ich muss sie dort mal gesehehn haben, um mit gutem Gefühl arbeiten gehen zu können. Mittwochs habe ich leider noch nen Zahnarzttermin <örks> und Freitag arbeite ich bereits <Megaörks>. Aber der Donnerstag, der ist meiner.)  Achja, mein Jobstart am nächsten Freitag… Arbeitszeiten habe ich immer noch keine und wie es aussieht, werde ich auf jeden Fall zwei Nachmittage haben- das heißt, ich sehe das Olivenkind erst gegen 17 Uhr an diesen Tagen- das wird hart. Ich hoffe nur, ich komme um den dritten Nachmittag herum und es läuft alles halbwegs glatt mit dem Wiedereinstieg. Falls ihr also ein paar Däumchen übrig habt: bitte jetzt einmal kräftig drücken!!

Insgesamt hoffe ich, es läuft mal ausnahmsweise alles nach Plan. Was wäre das für eine schöne Überraschung.

Aber wie gesagt, ich bin (noch) zuversichtlich…

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