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Posts Tagged ‘Grrrrrrrrrr!!!!’

Seit ich gestern Morgen bei Twitter die ersten #Aufschrei -Tweets las, kriege ich das Thema nicht mehr aus meinem Kopf. Hunderte Tweets über alltäglichen Sexismus in Form von Beleidigungen, sexuellen Anzüglichkeiten, Belästigung bis hin zu Vergewaltigungen, von unzähligen Frauen in die Welt hinaus geschrien. Wie erschüttert, angeekelt und traurig mich viele dieser Tweets machten, kann ich hier kaum beschreiben. Aber auch das hohle Gefühl des Wiedererkennen bei vielen Aussagen traf mich. Sehr. Denn ganz ehrlich: überrascht war ich nicht. Sexismus existiert, da sind wir uns wohl alle einig. Auch und gerade in unserem ach so fortschrittlichen und gleichberechtigten Land. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich überhaupt etwas zu diesem Thema schreiben „darf“. Schließlich bin ich, wie mir gestern erst wieder bewusst wurde, in vielerlei Hinsicht privilegiert aufgewachsen. Ich durfte in einem Elternhaus großwerden, in dem mir von früh auf beigebracht wurde, dass meine Grenzen wichtig und wertvoll sind und ich jedes Recht habe, diese auch einzufordern und zu verteidigen. Ein Elternhaus, in dem ich stark gemacht und aufgeklärt wurde. In dem gegenseitiger Respekt ein Grundwert war. Ich hatte noch nie eine Beziehung, ob fest oder lose, in der ich mich unterdrückt oder als Frau nicht gleichberechtigt gefühlt hätte. Ich habe noch niemals von einem Partner Gewalt erfahren.

Und dennoch sind mir viele Erfahrungen dieser Frauen nicht fremd. Trotz all dieser Privilegien wird mir erst beim genaueren Nachdenken wieder bewusst, wie vielen Einschränkungen sich Frauen (auch ich) im Alltag unterwerfen. Dazu gehören unzählige nächtliche Taxifahrten, um auf dem dunklen Heimweg nicht belästigt/ angesprochen/ vergewaltigt zu werden. Das sorgfältige Auswählen eines „sicheren Sitzplatzes“ in der nächtlichen S-Bahn. Der große Bogen um die Gruppe alkoholisierter Männer, um nicht angepöbelt/belästigt zu werden. Das bewusste Wählen der Kleidung bei der Arbeit, um keine „falschen Signale“ zu senden.

Und deshalb- weil es mich betroffen macht, betrifft und als Mutter einer Tochter wieder einmal zum Grübeln bringt –  gebe auch ich meinen Senf zu diesem Thema ab.
Die Erinnerungen, die dieser Hashtag in mir hochspült, sind sicherlich nicht traumatisch wie die vieler anderer Twitterinnen. Da habe ich wohl Glück gehabt. Und ich habe auch generell kein Problem damit, auf einen sexistischen Kommentar eine entsprechende Antwort zu geben. Nur: dass ich mich grundsätzlich wehren kann bedeutet nicht, dass ich gezwungen sein möchte, es auch zu tun. Die Antwort auf Belästigung und Sexismus kann nicht ein simples „nun wehrt euch aber mal, Mädels“ sein. Wie jetzt, wehren? Achso! Hey, schön dass wir darüber gesprochen haben! Und schwuppdiwupp haben wir den schwarzen Peter mal wieder den Frauen zugeschoben.

Wie wär´s denn einfach damit: Habt verdammt noch mal Respekt!

Verhaltet euch doch der Frau, die da neben euch in der Bahn sitzt, gegenüber mal so, wie ihr es bei eurer Schwester tätet. Oder so, wie ihr euch wünscht, dass andere eure Frauen, Mütter, Töchter, Schwestern behandeln sollen. Auch wenn sie zufällig große Brüste haben. Oder einen kurzen Rock tragen. Oder so eindeutig nicht in eurer Liga spielen, dass es euch einschüchtert und den Wunsch weckt, es „der da mal zu zeigen“.

Und für alle Männer, die nun erschrocken innehalten und sich beschämt und betroffenm fragen, ob auch ihr Verhalten als sexistisch oder belästigend einzuordnen sei: ich persönlich kenne keine Frau, die je ein Trauma davongetragen hat, weil ihr irgendwer mal auf die Brust geschaut hat. Kann mal passieren, meine ich. Minutenlang draufzuglotzen und dabei anzügliche Geräusche zu machen, aber nicht. Und ja, es ist völlig ok, eine Frau in einem Club anzusprechen. Nicht ok ist, ihr „kein Interesse“ zu ignorieren und ihr penetrant nachzustellen. Es ist völlig in Ordnung,  einer Frau nachzublicken, die man attraktiv findet. Dass es jedoch absolut inakzeptabel ist, ihr ein „geile Titten“ hinterherzubrüllen und sie auf die entsprechende Antwort hin als „Nutte“ zu beschimpfen, erwähne ich jetzt nicht. Ihr kennt den Unterschied. Alle. Er liegt im Respekt und der Wertschätzung, die wir unserem Gegenüber zeigen. Er liegt darin, niemandem Intelligenz, Entscheidungskraft oder Selbstbestimmung aufgrund seines Geschlechts, seiner Haut- oder Haafarbe abzusprechen.

Ich möchte zufällig nicht, dass meine Tochter später von ihrem Lateinlehrer ein „die Klassenarbeit zeigt es mal wieder: Herren sind herrlich, Damen sind dämlich!“ an den Kopf geknallt bekommt. Ich möchte nicht, dass mein Kind überlegen muss, ob es die Unterführung nachmittags mit dem Fahrrad durchfahren kann, weil dort Jugendliche Blow-Job-Bewegungen nachahmen und sie verfolgen. Dass sie nachts aus der S-Bahn einen Freund anrufen muss, um sich vom Bahnhof abholen zu lassen, weil sie Angst hat, von der aufdringlichen Männergruppe, die sie während der Fahrt ungehindert belästigt, ohne dass sich irgendein anderer Fahrgast einmischt, draußen weiter belästigt oder schlimmeres zu werden. Alles selbstverständlich frei erfundene Beispiele, man kann es sich denken.

Ich möchte, dass über diese Probleme geredet wird. Dass wir uns alle etwas bewusster machen, wie alltäglich Belästigung und Sexismus leider immer noch sind. Nicht wegsehen, wenn so etwas passiert, sondern uns auch mal solidarisch zeigen. Über den doofen Witz eben mal nicht lachen. Der Kollegin zur Seite stehen, auch wenn wir sie vielleicht nicht mögen.

Schlimmer als die männlich-chauvinistischen Reaktionen auf die #Aufschrei-Tweets (die ja nun nicht überraschen dürften,  denn ohne Männer dieser Art wäre das Problem schlicht nicht existent), fand ich übrigens die Reaktionen anderer Frauen. In denen von „Wichtigtuerei“ die Rede war. Oder davon, dass Aussagen wie „Holz vor der Hütten“/… ja nun nicht schlimm seien. Nee, sind sie auch nicht. Es kommt eben immer darauf an, wer so etwas sagt. Freundin, Freund, Mann- ok. Geschäftspartner- urgs. Sex ist übrigens auch überhaupt  nicht „schlimm“. 😉 Und trotzdem will ich weder mit meinem Chef, noch einem meiner Kollegen oder gar irgendeinem Fremden schlafen. Und ich möchte gerne die Wahl haben, bittedanke.

Das heißt nicht, dass jeder Blick, jedes freundliche Ansprechen, jedes „Hallo“ auf die Goldwaage gelegt werden muss. Flirten, Aufmerksamkeiten, Blickkontakt, all das ist okay. Manchmal auch schön, aufregend oder auch nervig. Aber: ok. Alles, was Respekt verletzt und Grenzen überschreitet- nicht ok.

Eigentlich ganz einfach, oder?

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… um mal ganz ehrlich zu sein… 😉

Als ich noch nicht deine Mama war,

… da wusste ich auch noch nicht, dass es Tage gibt, an denen ist man so müde, dass die Beine wehtun und man beim Aufstehen schon die ersten Tränen vergießt.

… da wusste ich genauso wenig, dass auch winzige Babymädchen ihre Mamas in hohem Bogen anpinkeln können.

… da hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie sehr ständiges mit-Gegenständen-irgendwo-dagegen-schlagen an meinen Nerven zerren kann.

… da hätte ich nie gedacht, dass Mamasein auch bedeuten kann, monatelang nicht einmal abends eine Stunde für mich alleine zu haben, weil das Baby tagsüber fast nie und abends immer nur ganz kurz am Stück schläft.

… da hatte ich zum Glück keine Ahnung davon, dass es auch Babys gibt, die schreien, sobald sie abgelegt werden und dass es deshalb passieren kann, dass Mama schon morgens um halb 11 nur noch am Heulen ist, weil das Baby das komplette Duschen, Anziehen, Zähne putzen usw. hindurch nur geschrien hat.

… da hatte ich keinerlei Vorstellung davon, wie grausam es manchmal sein kann, auf nüchternen Magen Windeln des Grauens zu wechseln (und sich drei zusätzliche Hände zum Füße halten, Feuchttücher reichen, Kind davon abhalten seine Legotiere in die Windel zu werfen (…) zu wünschen)

… da wurde ich NIE davon geweckt, dass ein anderer Mensch an meinen Haaren (und nur an ganz wenigen, damit es auch richtig wehtut) zog oder mich ganz laut anbrüllte.

… da konnte ich mir nicht vorstellen, dass deine Schmerzen mir mehr als meine eigenen wehtun könnten.

… da wusste ich nicht, wie schrecklich es sich anfühlt, monatelang NIE von selbst aufzuwachen, sondern immer und zu den unmöglichsten Zeiten von einem anderen Menschen aus dem Schlaf gerissen zu werden. (Wie Folter. Meine Meinung.)

… da hatte ich auch keine Vorstellung davon, wie frustrierend es manchmal ist, deine Trotzphasen mitzuerleben.

Mein Schatz, als ich noch nicht deine Mama war, da war ich ausgeschlafener und erholter. Ich ging öfter zum Frisör und viel öfter abends aus. Ich arbeitete mehr und hatte mehr Geld zur Verfügung. Ich hatte bessere Nerven und nahm mir Zeit für die Dinge, die mir Spaß machten. Ich las mehr, unternahm mehr und lackierte mir öfter die Nägel. Mein Bett, meine Wohnung, meine Freizeit und mein Bücherregal gehörten mir ganz allein. Ich konnte lange liegen bleiben, sonntags den ganzen Tag fernsehen, morgens ungestört frühstücken und stundenlang telefonieren.

Mein Schatz, als ich noch nicht deine Mama war, da war mein Leben nicht mal halb so schön wie heute. Ganz ehrlich.

Ich liebe dich! Deine Mama.

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Es gibt ja diese Phasen des Elternseins, da darf dich keiner fragen, wie es dir gerade so geht, denn die Antwort wäre ein stundenlangesr Gejammer Monolog über Schlafmangel, die fehlende Möglichkeit zu duschen und essen und blankliegende Nerven.

Dann gibt es diese Phasen, in denen dich besser auch wieder niemand fragen sollte, denn jeder, der selbst Kinder im Alter deines Herzblatts hat, müsste bei deiner Antwort in neidbedingte Depression verfallen. Das sind die Phasen, in denen einfach alles fließt. Das Kind hat einen guten Schlafrhythmus, ist kuschelig, spielt auch mal ein wenig alleine, du darfst essen, duschen und die Nächte durchschlafen und wenn ihr miteinander unterwegs sind, erliegen alle Leute quietschend dem Charme deines wunderbaren Kindes. Rosazuckerwattewölkchenzeiten.Was die anderen tröstet und du lieber verdrängst: diese Zeiten währen nicht ewig. (spätestens in der Pubertät sind sie vorbei *chrchrchr*)

In den letzten Wochen waren wir hier ziemlich nahe dran am Plüschzuckeralltag und ich gebe zu, ich traute mich kaum, es irgendwo zu erzählen, aus Angst, dieser wunderbare Zustand könne verschwinden, sobald ich darüber spreche.

Seit einigen Tagen jedoch schleichen sich kleine Veränderungen ein, die mich in der Summe an einen Schub denken lassen. Seufz. Ich bin ja keine der „Ohje, ich wachse“-Anhängerinnen, deshalb habe ich keine Ahnung, ob in diesem Alter überhaupt ein Schub anstünde. Denn im Grunde ist es ja völlig egal, ob die Veränderungen nun am neuen Alltagsrhythmus und den Umstellungen auf Kita und weniger Mama als sonst oder am Schub liegen. Das ändert ja nichts daran, wie ich als Mama damit umgehe.

Fakt ist jedenfalls, dass das Olivenkind momentan einige „Schubsymptome“ zeigt, als da wären:

  • Im Laufstall bleiben ist supersupersuperdoof und es muss sofort ein dramatischer Weinkrampf gestartet werden, bei dem das ganze Kind von Schluchzern geschüttelt wird, damit Mama auch merkt, was sie mir da antut (dabei gehts doch nur um ZWEI MINUTEN, verd…!!!)
  • In der Krippe wird nach wie vor nur höchstens eine halbe Stunde geschlafen. Zuhause bin ich unglaublich müde, weine jedoch hysterisch und verzweifelt, sobald ich im Bett alleine gelassen werde- in Mamas Arm mache ich dann eine Stunde Mittagsschlaf. Aber nur da!
  • Ich weine nicht mehr „nur“, sondern stimme ein lautes Jammern an, bei dem ich in meiner eigenen Sprache mein Leid beklage, eingeleitet durch mehrfaches „Jajaja“… (was übrigens herzzerreißend niedlich klingt 😉 )
  • Ich esse wie ein Scheunendrescher. Habe ich nachmittags meine Portion verdrückt, klettere ich auf Mamas Schoß und esse ihren Joghurt weg probiere auch noch, was sie isst. Abends putze ich problemlos zwei Leberwurstbrote (ganz großes Lieblingsvesper gerade!) und einen Schoppen weg. Soviel isst Mama auch, nur ohne Schoppen. Ähm ja.
  • Alleine spielen macht wenig Spaß. Ich will auf Mamas Arm oder auf ihren Schoß, halte es dort jedoch keine drei Minuten aus, dann muss ich runter und das Spiel weinen-Arme ausstrecken-ans Bein hängen… geht von vorne los.

Alles in allem natürlich nicht dramatisch, aber doch eine Veränderung im Vergleich zu den fast schon tiefenentspannten Wochen zuvor. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Maus durch die tägliche „Trennung“ einfach mehr Mamanähe braucht gerade. Und ich bin ehrlich, ich genieße die mittäglichen Couchkuschel/Mittagsschlafrunden auch sehr. Schaun wir mal, wie sich das weiter entwickelt. Grundsätzlich bin ich nämlich schon ein Verfechter des „Mittagsschlaf-im-Kinderbett-Prinzips“, auch wenn Ausnahmen gerne die Regel bestätigen dürfen.

Und was den Rest betrifft: Solange die Nächte bleiben, wie sie sind, beschwere ich mich nicht.

Ach ja:  Murphy, du hast das jetzt nicht gehört, klar?

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…sind die einzige halbwegs verlockende Süßigkeit in meinem ansonsten gut bestückten Süßigkeitenkörbchen. Der Knaller sind die nicht. Aber der Typ hat sie während der Eingewöhnung des Olivenkindes hier deponiert und jetzt ess ich sie in der Not eben auf.

Hmpf. Ganz ehrlich, es wäre gerade Zeit für alle möglichen Süßigkeiten oder Leckereien: Ben&Jerrys Eis, Pistazien, die leckeren Salz- und Pfeffer-Chips von A.ldi, Knisterschokolade – ich könnte stundenlang so weitermachen 🙂 Und ich esse? SCHOKOROSINEN!!!! In dieser Woche, in der ich mir nur das Leckerste verdient hätte, denn so toll lief´s bisher nicht.

Der Anfang war nichtmal so schlecht: Montagmorgen war der erste Tag, an dem wir richtig früh ranmussten. Um halb sechs klingelte der Wecker (hab´ ich schon erwähnt, wie sehr ich frühes Aufstehen hasse?), denn um halb sieben mussten wir zwei Mädels gestylt das Haus verlassen. Hat erstaunlich gut und auch recht entspannt geklappt, was mit daran lag, dass ich genügend Pufferzeit für verschlafenes Vesperdosenrichten und müdes Kaffeeschlürfen eingeplant hatte. Somit konnte ich ein zufriedenes, wenn auch müdes Olivenkind rechtzeitig und ganz in Ruhe in der Kita abgeben und danach zufrieden, wenn auch müde, im Auto weiterdüsen, um etwas für mein Geld zu tun (oder so ähnlich, denn es war einer dieser Tage, an denen man sich doch sehr fragt, wozu man sich überhaupt in Richtung Arbeitsplatz bewegt hat…).

Mittags konnte ich die Vorzüge der Kinderbetreuung genießen, denn während ich ausnahmsweise bereits um halb zwölf zuhause war, musste ich die Püppi erst um 14 Uhr abholen, so dass mir zweieinhalb wunderbare Stunden ganz für mich blieben. Yeah!! Entspannt essen, bisschen aufräumen und sogar *Trommelwirbel und Lichtshow*: ein NICKERCHEN machen!! Auf der Couch, beim Sturm der Liebe auf dem Notebook schauen. Hach! Tiefenentspannt konnte ich anschließend zur Kita fahren, um dort gleich zweimal zu erschrecken: 1. Mein Mäuschen hatte eine riesige (na gut, übertrieben), blutige Schramme über der Augenbraue. Sie war wohl im Hof gegen ein Spielgerät gelaufen- AUA!!! Mamaherzächzen! Heuli!! 2. Das Kind hustet. Und zwar so richtig. Klar, dass die Krankheiten früher oder später auch auf uns zukommen, trotzdem hätte sie sich damit noch ein wenig Zeit lassen können.

Zuhause befragte ich während ihres zweiten Mittagsschlafes (schon das gab mir zu denken- ein Schläfchen in der Kita und noch EINE Stunde Schlaf zuhause? ) die lieben Twitterdamen zum Thema Husten, da ich nicht wegen ner Kleinigkeit zum Kinderarzt rennen wollte. Leider hörte sich jedoch nach dem Aufwachen der Husten so bedenklich an, dass ich kurzentschlossen zum Kinderarzt fuhr. Wir bekamen Hustensaft verschrieben und ich den Rat, das Olivenkind zuhause zu lassen, falls sie am nächsten Tag fiebrig und/oder schlapp wäre. Nach einer unruhigen Nacht bleib ich also mit schlappem, weinerlichem Kind zuhause. Eigentlich war ich sicher, heute wieder arbeiten zu können, doch leider kam gestern abend auch noch Fieber dazu. Noch ein Tag zuhause. Und auch heute wieder: Fieber. Ganz klar, die Gesundheit meines Kindes gibt vor, aber: mir stehen nur 5 Krankentage für sie zu (und vermutlich nochmal 5 Tage, weil ich alleinerziehend bin). Viel ist das nun eben nicht, und wir haben erst Februar. Hoffentlich kommen wir hin damit. Morgen habe ich zum Glück meinen freien Tag, so dass ich die Kleine problemlos noch einmal zuhause lassen kann  und am Freitag kann sie zur Not bei ihrem Papa bleiben, der übers Wochenende da ist. Ich hoffe allerdings, sie Freitag wieder in die Kita geben zu können, um sie nicht zu sehr in der Eingewöhnung zurückzuwerfen.

Und sonst so? Ach ja. Ich bin selbst nicht wirklich fit, weshalb mir die Tage zuhause einerseits sicher guttaten, ich andererseits aber auch wirklich Mühe hatte, das krankheitsbedingte Quengeln des Olivenkindes geduldig hinzunehmen (wobei ich zu ihrer Verteidigung sagen muss, dass sie nur morgens nölig war) . Denn nein, Krankentage mit Kind sind KEIN Urlaub. So.

Außerdem sei festgestellt, dass es Telefongespräche gibt, bei denen man KEINE Frauenstimmen im Hintergrund hören möchte und dass man sich mit einem fiebernden Kind alleinerziehender als sonst fühlt. Ich habe derzeit teeniemäßige Anwandlungen, die sich hoffentlich schnell verziehen. Grr.

Sonst noch erwähnenswert? Mein „erstes Mal“ heute: zum ersten Mal die Wohnung fremdputzen lassen. Ein Traum, ich sag es euch! Ich würde diese Frau heiraten, so schön ist das, wenn die Wohnung blitzt, ohne dass man selbst den Lappen schwingen musste! Hach! 🙂

Ansonsten hab ich gerade schlimmen Heißhunger auf Süßes, aber vergesse beim Einkaufen, etwas Leckeres mitzunehmen, so dass ich abends lauter doofe Süßigkeiten essen muss. Gnaaaaaah!!!

Und ich glaube, damit wären wir wieder am Anfang angelangt…  die Schokorosinen…

Naja, besser als nix, hm?

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In meinem letzten Post berichtete ich, wie das Olivenkind mit Vorliebe in mein, äääääh *hüstel* unser Schlafzimmer stürmt, um mit der Fernbedienung zu telefonieren. Um hier nicht den Eindruck zu erwecken, dies sei dann unter Olivenkinderquatsch zu verstehen, erzähle ich euch hier mal, wie das so aussieht, wenn das Olivenkind in Scheißelkramlaune ist (*zu Wolliboswelt rübergrins*…)

Zunächst muss ich vielleicht erwähnen, dass sich das Scheißelkrampotential nach Zimmern unterscheidet. Jeder Raum bietet seine ganz eigenen Möglichkeiten, innerhalb von Sekunden ein unsägliches Chaos zu veranstalten richtig viel Spaß zu haben.

Lustigerweise zählt das Kinderzimmer nur begrenzt dazu. Spannend sind hier die Bücher im Regal, die mit großem Eifer ausgeräumt und angeschaut werden, die Mama allerdings mittlerweile ins Wohnzimmer verfrachtet hat. Außerdem übt die Entchenspieluhr einen immensen Reiz aus (leider nicht in dem Sinne, in dem sie gedacht ist – viel mehr Spaß macht es doch, die kleinen Enten in den Mund zu stecken…)

Das Schlafzimmer bietet da schon sehr viel mehr Möglichkeiten. Vor allem Mamas Nachttisch ist immer wieder super-spannend. Hat man alle Leute, die man kennt, mit den verschiedenen Fernbedienungen angerufen, so kann man versuchen, diese auch mal ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen und sie auf den Fernseher richten- hat man ja bei Mama das ein oder andere Mal beobachten können. (Dabei läuft bei uns tagsüber so gut wie NIE der Fernseher. Trotzdem weiß die Püppi, dass man die Fernbedienung auf das Gerät richten und draufdrücken muss- kann mir das bitte mal jemand erklären??) Außerdem toll: Hand- und Nachtcremetuben, sowie das Nasensprayfläschchen…

Mamas Arbeitszimmer ist zur Zeit extrem hoch im Kurs. Das ist nämlich gerade irgendwie zum Abstellraum mutiert, in dem sämtliche ausrangierten Dinge zwischengelagert werden, die in den Keller oder auf den Sperrmüll müssen (den ich btw noch nicht angemeldet habe *räusper*). Der Leidensdruck ist durch das überschaubare Arbeitspensum leider nicht allzuhoch gerade, trotzdem wär´s Zeit, dass sich hier mal etwas tut, denn es wird langsam etwas eng. Neben dem typischen Inventar bietet das Arbeitszimmer: einen Wäscheständer, den Glascouchtisch aus dem Wohnzimmer, den ich aus Sicherheitsgründen erstmal durch ein Ikea-Tischchen ersetzt habe, einen kaputten Stuhl, eine halbvolle Kiste mit Kinderkleidern, die zu klein geworden sind und (die größte Freude des Olivenkindes) *Trommelwirbel*: meine alte Matratze. Ein Riesenspaß! War es früher die größte Freude überhaupt, in meinem Büro sämtliche Bücher aus den Regalen zu werfen, halbherzig durchzublättern und zum nächsten Regal überzugehen, wird nun über die Matratze gerobbt, sich gekugelt und königlich amüsiert. Leider haben die Aktivitäten „Schachteln ausschütten“, „Schränke ausräumen“ und „Lesen“ dadurch nicht an Attraktivität verloren… 😉

Das Wohnzimmer/die Küche. Glücklicherweise sind in unserer Wohnung beide Bereiche miteinander verbunden, da wir eine offene Küche haben. Somit hab ich das Olivenkind immer (naja) im Blick, wenn ich am Kochen, aufräumen, spülen usw. bin, und die Maus kann im Wohn- Esszimmer spielen, toben und Quatsch machen. Doch auch in einem offenen Wohnbereich gibt es diese verdächtig stillen Momente, in denen du das Kind nicht siehst und lieber schnell mal nachsehen gehst. In unserem Fall bedeutet das entweder:

  • der Schrank mit den Tupper-Schüsseln wird ausgeräumt. Immer wieder lustig, zumal in diesem Schrank mittlerweile das blanke Chaos regiert. Ordentlich einräumen lohnt sich einfach nicht, wenn er mehrmals wöchentlich geplündert wird. So passiert es eben, dass mir ständig irgendwelche Schüsseln und Deckel fehlen, die dann wundersamerweise auf dem Wickeltisch (?!?), im Laufstall oder einer Spielzeugkiste auftauchen – wenn ich Glück habe…
  • Meine Vorrats-/ Geschirrtücheschublade wird ausgeräumt. Scheißelkramalarm hoch 10!! In dieser Schublade bewahre ich Gewürze, Soßenbinder und ähnliches auf. Bisher konnte ich noch immer rechtzeitig intervenieren, aber der Tag wird kommen, an dem das Olivenkind irgendein Pulver in der Küche verteilt. Ich ahne das…
  • Der Schrank mit Müsli, Haferflocken, Babygeschirr usw. wird gestürmt. Zweischneidig. Harmloses Spiel und totales Chaos liegen hier nahe beieinander. Schüsselchen, Brotdosen und Co. sind beim Ausräumen naturgemäß unproblematisch. Frühstücksflocken, Müsli etc. hingegen machen auch Mama richtig viel Spaß, wenn sie gleichmäßig in der Küche verteilt werden. Küchenparty olé!
  • Schrank im Wohnzimmer mit tiefen Tellern, Weingläsern (!!!!!!!), Servietten und Co. Gnaaaaaaaaa!!

Das Badezimmer, Raum der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich gebe zu, am Liebsten dusche ich, wenn das Olivenkind im Laufstall oder im Bett ist. Vor einigen Monaten las ich in einem Blog, dass sich eine Mama vormittags in die Badewanne legte, während ihr leider weiß ich es nicht mehr genau) 10 oder 12- mönatiges Kind gemütlich im Badezimmer umherkrabbelte und spielte. Sie gönnte sich das mal, weil man im Alltag mit Kind einfach zu wenig für sich tut (OH JA! Recht hatte sie!) Aber ich gebe zu, mich packte ein wenig der Neid. U-N-V-O-R-S-T-E-L-L-B-A-R für mich!! Never ever könnte ich mit meinem Kind ein entspanntes Bad genießen, während sie sich außerhalb der Wanne tummelt. Ich glaube, selbst wenn ich das Badezimmer komplett lerrräumen, Badematten, Schränke und Handtücher in den Flur verbannen würde, selbst dann würde mein Kind noch eine Möglichkeit finden, sich wehzutun oder Chaos zu veranstalten. Ich bin schon froh, wenn sie es schafft, die Zeit einer kurzen Dusche meinerseits zu überstehen, ohne irgendwo zu bluten. Wenn im Badezimmer anschließend keine größere Renovierung nötig ist, dann ist das ein wahrlich guter Tag.

Scheißelkrammöglichkeiten im Badezimmer:

  • Klobürste (gnaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!)
  • Toilettenpapier
  • die Box mit den Papiertüchern
  • die Badematte
  • der Mülleimer (gnaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!)
  • das Täschchen mit Cremes und Co. (steht auf dem Fenstersims, da neben der Wickelauflage, leider reichen kleine Püppis da mittlerweile dran)
  • die Dusche per se (reinlehnen, fast reinfallen, Sachen reinwerfen…)
  • alles, was über der Badewanne hängt
  • Bürsten
  • in die Windel greifen wollen, während man gewickelt wird (GNAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!)
  • den Türstopper mit einer Hand hochheben und fast auf das andere Händchen fallen lassen (arggggggggggggghhhh!)

To be continued…

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Noch zwei Tage, dann ist er da, der große Tag. Ein Jahr ist es dann her, dass mein kleines, großes Mädchen zum ersten Mal blinzelnd das Kreissaallicht Licht der Welt erblickte.

Und ich werde sicher bereits am Freitag sehr, sehr wehmütig und voller Erinnerungen sein. Erinnerungen an diesen eisig kalten Winterabend im letzten Dezember, an dem ich mehr ahnte, als es wirklich zu wissen, dass mich nur wenige Stunden vom größten Glück und schönsten Wunder meines Lebens trennten. Erinnerungen an diese Wehen, die in so seltsamen Abständen kamen, dass ich mir trotz stärker werdender Schmerzen einfach nicht sicher war, ob dies wirklich schon der „Ernstfall“ sein konnte.

Doch wieder einmal schweife ich ab. Denn heute möchte ich ein wenig über mein erstes Jahr als Mama nachdenken. Möchte schöne Erinnerungen und anstrengende hervorkramen und mit euch teilen. Möchte mit wehmütigem Lächeln an das kleine Baby zurückdenken, das in dieser Zeit zu einem Kleinkind herangereift ist, ebenso wie ich von einer Frau, die noch nie eine Windel gewechselt hatte, zu einer Mama wurde.

Der ein oder andere mag sich über den seltsamen Titel dieses Posts wundern. Doch ich habe in den letzten Tagen ein paarmal darüber nachgedacht, dass es gar nicht so einfach ist, zu sagen, wann das Mamasein denn anfängt. Und ich finde es nicht ganz richtig, zu behaupten, ich sei an diesem Samstag ein Jahr Mama gewesen. Denn mein Muttersein fing viel früher an. Schließlich lebte das Herzensmädchen bereits viele Monate in und mit mir, ehe sie sich entschloss, ihr warmes Bauchzuhause gegen die kalte Winterwelt draußen zu tauschen. Und bereits in diesen Monaten sprach ich jeden Tag mit meiner Tochter, erzählte ihr, wie es werden würde, wenn sie erst einmal da wäre. Träumte von unserem gemeinsamen Leben. Rückblickend ist es schwer für mich zu sagen, wann genau ich von der ungeplant Schwangeren zur Mama wurde. Ich erinnere mich jedoch noch genau, dass ich drei Tage nach dem Test und der ersten Untersuchung im Krankenhaus den ersten Frauenarzttermin hatte. Ich hatte all das noch nicht realisiert, von Freude war noch nichts zu spüren und ich hatte einfach nur Angst vor der Zukunft und all den Entscheidungen, die auf mich zukommen würden. Jedenfalls fragte ich die Ärztin, wie es denn nun weitergehe und ich erinnere mich noch genau an ihre Worte: „Frau Herzmama, die wenigsten Frauen testen so früh wie sie. In der ersten Phase der Schwangerschaft gehen viele Babys einfach ab, oft ohne dass die Frauen das merken. Wie hoch der Prozentsatz ist, sage ich ihnen lieber nicht. Aber machen sie sich bewusst, dass in diesen ersten Wochen noch viel passieren kann.“ Ich erinnere mich, wie ich mich anzog. Wie betäubt, wie vor den Kopf gestoßen. Verlieren? Dieses Baby? Oh nein!

Es war beileibe nicht so, dass ich als glücklich Schwangere die Praxis verließ. Aber die Warnung der Ärztin hatte mir gezeigt, dass ich das Leben, das ich in mir trug, bereits zu diesem Zeitpunkt schützen und festhalten wollte. Vielleicht begann er also dort, mein Weg als Mama.

Ganz sicher war ich eine Mama, als ich später, Im Laufe der Schwangerschaft,zu all den Untersuchungen fuhr, die mir aus verschiedenen Gründen sehr wichtig waren. Immer wieder die Angst, ob es dem kleinen Menschen in mir auch gut ging. Waren die Organe gesund? Schlug das Herz?

Ich war auf jeden Fall eine Mama, als ich in der elften Woche das Blut- so viel Blut entdeckte. Es war ein schöner, entspannter Tag gewesen und ich wollte nur noch einen gemütlichen Abend auf der Couch verbringen. Und dann das. Ich war wie erstarrt und in meinem Kopf hämmerte es: Du verlierst es. So viel Blut ist nicht normal. Nichtnormalnichtnormalnichtnormal… Der Typ ging nicht ans Handy, aber er hätte mir ohnehin nur psychische Unterstützung leisten können, schließlich war er 200 km weit weg. Ich rief meine Mutter an und sagte ihr mit falscher, hysterischer Ruhe (ohja, die gibts), dass ich vermutlich eine Fehlgeburt habe und sie mit mir ins Krankenhaus fahren müsse. Iss ruhig erst fertig, sagte ich ihr. Dann begann ich, in der Küche das Geschirr zu spülen. Ich konnte nicht einmal weinen. Wie eine Verrückte spülte ich die Teller, um nicht, gar nicht, auf keinen Fall, irgendetwas  denken zu müssen. Dann kam meine Mutter an und wir fuhren los. Abend, Notaufnahme. Anmeldung. „Ich bin in der elften Woche schwanger und habe starke Blutungen. Ich glaube, ich habe eine Fehlgeburt.“ Die Frau in der Notaufnahme gab mir ein Formular und schickte uns in den Wartebereich. Mama füllte die Formulare aus, wir warteten, wie es schien ewig. Ich sah nach, wieso niemand kam, denn außer uns wartete niemand. Ich sah, dass die Schwestern mit einem „Notfall“ beschäftigt waren- ein Kollege hatte sich am Finger (!!) verletzt und beide Schwestern nahmen nun mit ihm den Unfallhergang auf. Während ich im Gang saß und blutete. Normalerweise ist es in unserer Familie so, dass meine Mutter diejenige ist, die sich beschwert. Ob in Hotels, Restaurants, Geschäften- meine Mutter hat kein Problem damit, ihre Meinung deutlich kundzutun. Oftmals war es meiner Schwester und mir peinlich. An diesem Tag kam sie nicht dazu, sich zu beschweren, denn ich flippte fast aus. Fragte die Schwester, wann ich verdammt noch mal untersucht werde.

Sie: Das geht hier der Reihe nach.

Ich: Normalerweise behandelt man Patienten nach ihrer Dringlichkeit! Wenn ich nicht gleich drankomme, fahre ich selbst in die Gynäkologie hoch.

Sie: Jetzt werden sie mal nicht unverschämt, ich mache hier nur meinen Job!

Ich: Dann MACHEN sie ihn  gefälligst! JETZT! Sonst passiert was!

Sie, genervt, zum Kollegen: Es tut mir sehr leid, die Dame kann offenbar nicht warten, ist es sehr schlimm, wenn wir später weitermachen?

Dann endlich, ENDLICH eine Ärztin, die unglaublich nett war, mich lange untersuchte und mir schließlich den erlösenden Ultraschall zeigte- ein schlagendes Herz und ein munter turnendes Püppichen. Heute wie damals Tränen in meinen Augen vor Erleichterung.Drei Tage strenge Bettruhe im Krankenhaus. Drei Tage, die mein Bauch nutzte, ein wenig Platz für seine Bewohnerin zu schaffen, indem er kräftig wuchs. Hach!

Ja, auch damals war ich schon eine Mama. Und ich wurde immer mehr zu einer.In den ersten Wochen nach der Geburt war ich eine ständig übermüdete, oft verunsicherte Mama. Diese Verantwortung! Dieses zarte kleine Wesen, dass komplett auf mich angewiesen war! Diese Hilflosigkeit! Es machte mich völlig fertig. Dazu kam: Ich hatte kein Anfängerbaby bekommen. Mein Kind wachte nachts auf, klar, wie alle Kinder. Allerdings war sie nach dem Stillen gerne ein oder zwei Stunden wach. Ich schlief also keine Nacht. Ich nahm jeden Mist auf, der im Fernsehen kam und sah während dem Stillen stundenlang fern. Ich las schreckliche Bücher ohne jede Handlung. Manchmal weinte ich ein wenig. Ich hatte ganz zu Anfang Angst, mein Kind zu wickeln, weil sie immer so weinte, wenn sie umgezogen wurde. Im Krankenhaus weinte ich an einem Abend einfach mit. Mein Baby lag vor mir und ließ sich nicht beruhigen und ich stand vorm Wickeltisch und schluchzte, was das Zeug hielt.  Ich hatte großen Respekt davor, alleine mit dem Baby nach Hause zu kommen. Nicht einfach klingeln zu können, wenn irgendetwas nicht klappte. Doch wir schafften das. Meine Familie hatte eingekauft, die Wohnung geputzt und alles wunderschön zu unserer Ankunft vorbereitet. Und wir gewöhnten uns jeden Tag mehr aneinander.

Nach einigen Wochen begann die Schreierei. Meine Püppi schrie oft mehrere Stunden am Tag, scheinbar grundlos. Vielleicht war ihr diese Welt am Anfang einfach zu viel. Vielleicht kompensierte sie so den Stress, den ich in der Schwangerschaft auf sie übertragen hatte. Vielleicht schlief sie zu wenig. Manchmal hatte ich Angst, irgendwann die Nerven zu verlieren. Manchmal war ich bereits in Tränen aufgelöst, ehe ich das Haus verließ, weil meine Kleine das komplette Fertigmachen hindurch geschrien hatte. Doch auch diese Zeit ging vorbei.

Mein Sonnenschein wurde größer. Sonniger. Unkomplizierter. Und ich sicherer. Wir entdeckten gemeinsam unseren kleinen Bereich dieser Welt. Jeden Tag ein wenig mehr. Gingen spazieren, ins Freibad, zur Stillgruppe. Ins PEKiP und lernten neue Freunde und viele nette Menschen kennen. Und uns. Immer besser.

Wir lachen gemeinsam, essen gemeinsam, wir kuscheln, toben, spielen gemeinsam. Jeden Tag.

Und hier sitze ich nun heute. Fast ein Jahr Mama und doch soviel länger, soviel mehr. Es gäbe noch so vieles zu schreiben, zu erzählen. Von schlaflosen Nächten, von Glückstränen in meinen Augen, von Stolz, Ungeduld, Freude, Ärger, Wut, Rührung, Glück.GLÜCK!!

Mamasein. Es hat mich verändert, irgendwie. Mein Fokus hat sich verändert. Und ich habe das Gefühl, dass die Randbereiche etwas unschärfer wurden. So vieles ist unwichtig, seit ich mein Kind habe. Vieles hat an Bedeutung verloren. Zum Glück. Verrückt ist, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, wie es war, so ohne Kind. Ohne dieses Gefühl.

Mamasein. Einfach unbeschreiblich. Unbeschreiblich groß, unbeschreiblich schön. Wie dankbar ich doch dafür bin, es leben zu dürfen. Mamasein, Glücklichsein.

Danke dafür!

 

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