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Posts Tagged ‘Kita’

Nachdem du in den vergangenen Monaten so viele Sprünge gemacht hast, dass es kaum in Worte, geschweige denn in aussagekräftige Blogartikel zu fassen war, versuche ich heute einmal, all die Herzensdinge aufzulisten, die dich derzeit zum Strahlen bringen:

Essen:

Dein Essverhalten ist eher wechselhaft. Mal isst du wie ein Spatz, dann wieder scheinst du mir alle Haare vom Kopf zu essen. Ich versuche, mich nicht verrückt machen zu lassen und vertraue darauf, dass du dir schon holst, was du brauchst. Vor allem Frühstück liebst du und es ist eine Riesenfreude, sonntagmorgens dein geflüstertes „Woll´n ma früstücken gehn?“ zu hören. Dann hilfst du mir beim Tischdecken und erzählst mir dabei, was du gerne essen möchtest: „Brötsen, Mama! Mit Budder. Und mit Marmelade. Hm. Nein, Marmelade nist. Mit Honig!“ Hach, ich liebe das. Du großes Mädchen, du!

Lieblingsessensdinge (Auszug):

  • Schokolade („Sokolädle haben, Mama?)
  • Brötchen mit Honig
  • Gurken, Tomaten
  • Wurst(„Seibe Wuast haben, bitte?“)
  • Toastbrot („Is will TOASTBROT haben, Mama! Is will kein normales Brot!“)
  • Rosinenbrötchen (überhaupt: ROSINEN!!)
  • Bananen, Äpfel, Physalis, Trauben,
  • Käse
  • Pommef mit Ketzer
  • Apfelsorle

Spielen:

Puzzeln ist nach wie vor deine große Leidenschaft. Du setzt ohne Probleme und auch ohne jede Hilfe von außen („Nein! Alleine!“) bis zu 46-teilige Puzzles zusammen. Aus der Haut fährst du dann, wenn sich die Teile ungeplant verschieben, das macht dich nämlich fuchsteufelswild. Von impulsivem Puzzleteilewerfen über hysterisches Kreischen, bis hin zu herzzerreißendem „Maaaamaaaaaaaaa, hilf mir bitte!!“ ist alles dabei. Immer wieder ein Spaß (nicht!).  Wenn du einmal nicht puzzelst, malst du gerne, klebst leidenschaftlich Aufkleber auf, schneidest und klebst. Mit einer Engelsgeduld, die ich dir ehrlich gesagt nicht zugetraut hätte, fädelst du Moosgummiperlen auf, was nicht nur Geduld, sondern auch eine enorme Feinmotorik fordert.

Genau wie deine Mama liebst du Bücher. Wir genießen beide die Kuschelzeit auf dem Sofa, wenn wir gemeinsam über eines deiner Bücher kichern und in der Welt versinken, die beim Lesen vor unserem inneren Auge entsteht. Ohne eine gute-Nacht-Geschichte schläfst du abends nicht ein.

Derzeitige Lieblingsschmöker:

  • Karlchen geht einkaufen
  • Gute Nacht Karlchen
  • Heule Eule
  • Grüffelo und Grüffelokind
  • Wo ist Mami?
  • Alle sind wach

Da du Geschichten so sehr magst, haben es dir auch Hörspiele angetan. Allen voran Bibi Blocksberg, Lotta, Leo Lausemaus und „Bernad“ Blümchen ;-). Mittlerweile kannst du schon mal 20 Minuten auf der Couch kuscheln und eine Folge Bibi Blocksberg hören. Besonders süß ist es, wenn du später einzelne Stellen der Hörspiele nacherzählst.

Auch erste Spiele gehören seit ein paar Monaten zu unserem Alltag. Obstgarten und Domino klappen schon richtig gut und ich finde es unheimlich schön, mit dir gemeinsam am Tisch zu sitzen und uns gemeinsam über den frechen Raben zu ärgern oder über einen abgeernteten Baum zu freuen.

Außerdem trägst du begeistert deine Puppi Wuasala oder den Käfer durchs Wohnzimmer und bemutterst sie. „Dea Käfer hat Bauchweh! Der aaaaarme Käfer (mitleidig gesenkte Stimme). Käfer Windel wechseln. Kooooomm hea, Käfer (…)“

Musik

Du bist eine kleine Tanzmaus. Musik liebst du mit ganzer Sele und es amüsiert mich immer wieder , wenn im Autoradio eines deiner Lieblingslieder ertönt. Dann lauschst du konzentriert, bis sich nach wenigen Sekunden ein Strahlen über dein ganzes Gesicht ausbreitet und du laut kreischend entweder den Liedtitel („Grade nie mehr Sorgen, Mama!„/ „Ei Ei Jojo, Mami!!„) herausrufst, oder einen kleinen Freudenschrei ausstößt. Außerdem kategorisierst du nun jedes Lied, das im Radio läuft mit „DAS gefällt mir, Mama!“ oder „Das gefällt mir nicht! Wegmachen!“

Lieblingslieder:

  • Let her go
  • Einmal um die Welt
  • I follow Rivers
  • Augenbling
  • Lights
  • Hall of fame
  • Als der Sturm vorbei war

Lieblingsdinge (sonstige):

  • deine „dinne“ Jacke
  • deine neue Kitatasche, die uns freundlicherweise von Tausendkind.de zu Verfügung gestellt wurde. Vom ersten Tag an heißgeliebt, schleppst du sie selbst zum Spielplatz mit- wer weiß, ob man dort nicht vielleicht 3 Bobo Siebenschläfer Pixibücher lesen möchte oder eine Runde mit der Badeente spielen muss…
  • deine Sonnenbrille/ Sonnenbrillen überhaupt
  • PukyWutsch

Lieblingsmenschen:

  • Mama 😉
  • Papa
  • Oma und Opa
  • Tante
  • Fofia
  • deine Kita-Lieblingsfreundin C. („Mit C. lachen!“)
  • Deine Betreuerin M.
  • dein bester Freund P.

Bewegung/ Draußen

Du kletterst mittlerweile ganz furchtlos und ziemlich geschickt Sprossenwände und Klettergerüste hoch. Im Kinderturnen hattest du zuerst Angst vor „schwebenden“ Bänken, oder sie waren dir nicht geheuer. Seit einigen Wochen jedoch balancierst du begeistert darüber. Überhaupt bist du sehr furchtlos, was neue Turngeräte angeht. Hast du jedoch eine Turnstation für dich entdeckt, dann kann es gut sein, dass wir dort die gesamte Stunde verbringen. Du liebst den Spielplatz, rennst, schaukelst und sandelst voller Begeisterung.

Lieblingssätze/Sprüche:

  • Mann o Mann!
  • Mama? Mama? Mami? Mimi! Mima! Memi! Mime….
  • Machst du de Apfel nackig, Mama?
  • Hast du trockene Haut? (gerne auch unterwegs: „Hat die Frau trockene Haut?“ – öhm…)
  • Is hab Kreuzweh
  • Die Mama wollt de Bauch net streicheln. Die wollt lieber frühstücken!
  • Der Mann is nackig! (Mann mit Kurzarmshirt)

Mein Schatz, die Liebe und Begeisterung, die dein Wesen ausmachen, erhellen jeden Tag. Es ist wunderschön, durch deine Augen die Welt neu zu entdecken und mich von deiner Freude an den kleinen Dingen des Lebens anstecken zu lassen. Ich bin jeden Tag aufs neue fassungslos und unendlich dankbar für dieses Geschenk, das du für mich bist.

Du bist ein Segen. Ich liebe dich so sehr. Deine Mama

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Wenn ich mich an das letzte Jahr zurückerinnere, an den Wiedereinstieg in meinen Beruf, die Umstellung darauf, eine gewisse Zeit des Tages ohne das Olivchen zu verbringen, dann ist ein Gefühl, das in mir aufsteigt, Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass meine Tochter so problemlos den Sprung von „24 Stunden täglich Mama“ zu 6 oder 7 Stunden KiTa-Trubel geschafft hat. Dankbarkeit für das gute Gefühl, mit dem ich sie dort immer abgegeben habe. Dankbarkeit für das Vertrauen, dass ich immer in die Betreuung dort setzen konnte. Ein Vertrauen, ohne das ich nicht jeden Tag beruhigt zur Arbeit hätte fahren und mich dort voll und ganz meinen Aufgaben widmen können, ohne ständig zu grübeln, wie es meinem Kind wohl gerade geht.

Warum ich darüber nachdenke? Weil genau dieses Vertrauen, dieses beruhigende Gefühl, derzeit nicht mehr in dem Maße gegeben ist, wie ich es mir wünschen würde und für mein Wohlbefinden bräuchte. Weil ich derzeit morgens im Auto die Monate zähle, bis meine Tochter in den Kindergarten wechseln kann und ich das bei einer Betreuung, die mich und den Vater meines Kindes rund 460 Euro jeden Monat kostet, mehr als traurig finde.

In den ersten 11 Betreuungsmonaten durfte das Olivchen seine KiTa-Stunden in einer überschaubaren und sehr behaglichen Umgebung  verbringen. Die KiTa war in einer Vier-Zimmer-Altbauwohnung untergebracht, in der eine sehr warme und einladende Atmosphäre herrschte. Die Kinder fanden sich dort wunderbar zurecht und das Olivchen lebte sich in der heimeligen Umgebung sehr schnell ein. Bald wurde bekannt, dass der Träger der Kita einen Umzug in ein großes Gebäude, in welchem dann mehrere Krippen- und Kindergartengruppen untergebracht sein würden, plante. Nun gut, das würde zwar einige Organisation erfordern, da mit dem Umzug auch eine gewisse Schließzeit und eine erneute Eingewöhnungsphase verbunden sein würden, trotzdem klang alles wunderbar- ein großzügiger Außenbereich, Inklusion in den Gruppen, große Sport- und Kunsträume und eine moderne und funktionale Ausstattung der neuen Räumlichkeiten. Dass sich die Öffnungszeiten nach hinten verschieben sollten, so dass ich das Olivchen an meinen frühen Tagen statt wie gewohnt um 6.50 erst um 7 Uhr abgeben können würde, war ein erster Wermutstropfen für mich (zumal ich in den neuen Räumlichkeiten mehr Betreuungskosten zahlen musste), der jedoch einfach nicht zu ändern war. Bei einer Fahrtzeit von 30 Minuten und einem starren Arbeitsbeginn um 7.45 bedeutet das nun Stress an jedem meiner frühen Tage. Aber damit muss ich mich wohl oder übel abfinden. Die täglichen Challenges im Working Mum Alltag, sozusagen. Dennoch war ich hinsichtlich des Umzugs positiv gestimmt.

Das neue Kinderhaus zu sehen, als ich das Olivchen nach der Eingewöhnungswoche zum ersten Mal selbst in der Krippengruppe abgab, war dann doch… überraschend. Die Erzieherinnen und die Leitung hatten alles sehr nett und einladend dekoriert. Dennoch war der Unterschied zu den behaglichen Räumen der bisherigen Krippe krass. Statt einladender Gemütlichkeit kühles Grau, nackter PVC, im Eingangsbereich blanke Betonwände. Nun ja. Dafür eine wirklich tolle Ausstattung in den Räumen, ein Kunstraum mit Staffeleien, ein Bällebad, Haba-Spiele, die mein Mutterherz höherschlagen ließen. Und ein Olivchen, das sich wohlzufühlen schien. Also schluckte ich das ungute Gefühl hinunter. Aber die nächsten Bauchpikser kamen direkt im Anschluss: Die Gruppe des Olivchens ist im zweiten Stock. Eine Krippengruppe mit Kleinkindern im Alter von ein bis drei Jahren im zweiten Stock unterzubringen, finde ich schon „spannend“. Dass dieser zweite Stock durch eine geradeläufige, lange Treppe, die weder durch einen Absatz, noch durch eine Wendung einen Sturz abbremsen kann, erreicht wird, finde ich als Mutter beunruhigend. Dasss diese Holztreppe jedoch in einem nackten Betonabsatz endet, DAS halte ich in einer Einrichtung für (Klein)Kinder für grob fahrlässig. Jeden Tag wenn ich das Gebäude über diese verdammte Treppe verlasse, habe ich einen Klumpen im Magen und versuche, mir NICHT vorzustellen, wie der (ja nun durchaus im Bereich des Möglichen liegende) Sturz eines kleinen Kindes auf dieser Treppe wohl ausgehen würde.  Das Gespräch mit der KiTa-Leitung , in dem ich entgeistert nachfragte, wann dieser Absatz mit Teppich oder Ähnlichem verkleidet werde,  ergab, dass das „so sein solle“. („Das ist nun mal der Stil des Architekten, die Wände sind ja genauso!“ -Ähm, hallo?) Ich bestand darauf, dass dies noch einmal mit dem Architekten besprochen und neu gestaltet werden müsse. Aktueller Stand: Der Architekt sieht kein Problem in diesem Absatz. Und mehr könne man nun nicht tun. Die Leiterin gab mir nun seine E-Mail-Adresse, nachdem sie nach eigener Aussage auf Granit biss. Als Elternbeirätin werde ich mich nun zuerst mit den anderen Eltern in Verbindung setzen, ehe ich ich mit diesem Architekten in Verbindung setze. Aber es muss sich etwas tun. Und die laxe Haltung der Kita-Leitung á la „Der Archtekt hat immer Recht“ stört mich sehr. Es geht hier um Kinder und um grundsätzliche Sicherheitsfragen. Da scheint mir das zweifelhafte ästhetische Konzept des Architekten doch eher zweitrangig.

Dass mir an diesem ersten Tag auf mein Nachfragen hin ganz nebenbei eröffnet wurde, man werde die ersten beiden Wochen gar nicht (!!) mit den Kindern ins Freie gehen, weil so viele Eingewöhnungskinder da seien und nach der Eingewöhnung wegen des noch unfertigen Außengeländes auch nicht regelmäßig hinauskönnen, war da noch die Sahnehaube. Zum Glück zahlte sich zumindest in diesem Fall meine Hartnäckigkeit aus, so dass nach intensiven Gesprächen mit KiTa-Leitung die Kinder zumindest an ein paar Tagen der Woche vormittags Sauerstoff tanken können. Auch das für mich eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wenn die vielen Eingewöhnungskinder das nicht zulassen, müssen sie versetzt aufgenommen werden, meine ich. Aber auf Kosten der anderen betreuten Kinder darf und kann diese Intensivphase nicht gehen. Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe: wieso Eltern, deren Kind dort den ganzen Tag betreut wird, nicht auf die Barrikaden gehen. Mein Kind kommt nachmittags auch noch einmal „raus“, schließlich hole ich sie fast immer um 14 Uhr ab und habe dann meist Gelegenheit, mit ihr noch etwas an der frischen Luft zu unternehmen. Und trotzdem ist mir Bewegung im Freien in der KiTa wichtig.  Aber ich scheine die einzige Querulantin zu sein, die ständig nachhakt, fragt, fordert.

Fest steht: mein Bauchgefühl ist im Moment bezüglich der Olivchenbetreuung nicht das Beste. Zum Glück habe ich nach wie vor Vertrauen in die Erzieherinnen unserer Gruppe, die einen wirklich tollen Job machen. Aber die Rahmenbedingung, das „Drumherum“ sollte eben auch stimmen, denke ich. Und das ist derzeit einfach nicht zu 100%  gegeben.

Was denkt ihr? Glucken-Mama oder berechtigte Sorgen?

 

 

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… das Gefühl, wenn ich dich aus der Kita abholen darf. Als die Erzieherin deinen Namen ruft, kommst du aus dem Spielzimmer. Du siehst mich in der Türe stehen und rennst mit einem Strahlen im Gesicht und lautem „Mamiiii!“ auf mich zu. Am liebsten würde ich fünf Minuten mit dir hier stehenbleiben und dich nur an mich drücken. Deinen Duft riechen und einfach das Gefühl genießen, dich wieder bei mir zu haben. Die Liebe spüren, die mein Herz überflutet. Statt dessen zappelst du los, die Erzieherin berichtet mir, wie lange du geschlafen hast und du und ich, wir diskutieren miteinander, ob Schuhe anziehen/ Jacke anziehen/ nach Hause gehen wirklich nötig ist („NAIIIN!“). Wir ziehen dich an und ich frage, ob du den anderen noch Tschüss sagen möchtest. Du rufst den anderen Kindern ein „Tschüss“ zu, ehe du dich jeder Erzieherin einzeln zuwendest. „Tüss, Dendy! Tüss, Babine! Tüss, Agnes!“- Ich stehe im Flur und platze fast vor Stolz auf dich. Draußen, an der Steintreppe, strecke ich dir meine Hand entgegen und du legst deine hinein. Liebe überflutet mich und ich drücke deine Hand. Es gibt kaum etwas Schöneres als dieses Gefühl, deine kleine, warme Hand so in meiner zu spüren. Voller Vertrauen und Nähe. Auf dem Weg zum Auto erzählst du mir, was du siehst („Oh sau, Mama! Feiawea!“) und berichtest mir kleine Bruchstücke aus deinem Kindergartentag („Linus weinen!“).  Und ich höre dir zu und freue mich unendlich, dich wieder bei mir zu haben.

So ist das wohl, mit Kindern. Dass die kleinen Alltagsdinge manchmal genau die sind, die das Herz zum Überfließen bringen.

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Nächste Woche Freitag schließt unsere Kita die Pforten. Bis Donnerstag werden die Kinder wie gewohnt betreut, dann heißt es Abschied nehmen. Da die Kita in ein größeres Gebäude zieht, findet zunächste eine Woche lang keine Betreuung statt, in der die Erzieherinnen den Umzug betreuen. Daran anschließend beginnt dann die ca. einwöche Eingewöhnungsphase in der neuen Kita, die von einem Elternteil übernommen werden muss.

Lustigerweise findet all dies fast genau ein Jahr nach der Eingewöhnung des Olivchens in die Kita statt. Und lustigerweise wird auch in diesem Jahr der Typ die Eingewöhnung des Olivchens betreuen und sich in der freien Woche vormittags um sie kümmern, da ich ja nicht einfach frei nehmen kann. Ich bin sehr gespannt, wie alles klappt. Einerseits bin ich ganz froh um die zusätzliche Entlastung, die das für mich bedeute. Ich weiß, dass die Püppi gut versorgt ist und kann so auch Nachmittags- und Abendtermine ohne schlechtes Gewissen oder Betreuungsengpass planen. (Und mit der besten Freundin ins Theater gehen 🙂 )

Andererseits erinnere ich mich noch gut, welche Konflikte die viele Anwesenheit des Typs in meiner Wohnung im letzten Jahr heraufbeschwor. Es krachte ganz gewaltig zwischen uns. Dies lag aber auch daran, dass sich beide viel in meiner Wohnung aufhielten, was zu typischen „Paarstreitereien“ („Kannst du nicht wenigstens das Frühstücksgeschirr deiner Tochter wegräumen, wenn ihr um 10!!! das Haus verlasst??“) führte, die wir eben als „Nichtpaar“ und ohne die entsprechenden emotionalen Puffer klären mussten. Sprengstoff, man kann es sich vorstellen.  Derzeit haben wir einen recht entspannten Umgang miteinander und schaffen es, Streitigkeiten nicht ausufern zu lassen. Das tut uns und vor allem dem Olivchen sehr gut. Klare Absprachen, gegenseitiger Respekt und das klipp und klare Abstecken und Einhalten der persönlichen Grenzen helfen dabei. Dennoch bin ich gespannt, wie das laufen wird in diesen beiden Wochen.

Außerdem stimmt es mich ein wenig sentimental, dass mit dem Schließen der Krippentore auch ein Abschnitt im Leben meines Olivchens zuende geht. In dieser Kita verbrachte mein kleines Mädchen die ersten Stunden „fern“ der Familie. Sie fand neue Freunde, gewöhnte sich an neue Rituale und wurde selbstständiger, jeden Tag ein kleines Stückchen. Sie lernte neue Spiele kennen, testete sich und ihre Grenzen aus, stritt und versöhnte sich. Sie lernte, ihr Spielzeug gegen andere zu verteidigen und setzte sich gegen größere Kinder durch. Für all diese Erfahrungen boten die kleinen und behaglichen Räume unserer Kita einen geschützen Rahmen. Mit dem Umzug wird nun alles größer werden. Moderner, besser ausgestattet und sicherlich toll für die Kinder. Mit Matschraum, großem Garten und vielen neuen Möglichkeiten, sich kreativ und motorisch zu betätigen. Aber eben auch weniger familiär und beschaulich.

Zum Glück bin ich mir jedoch sicher, dass es dem Olivchen auch in der neuen Kita sehr gut gefallen wird- zumal nur drei Kinder mit umziehen, so dass es in der ersten Zeit eine 1:1 Betreuung geben wird- wahrer Luxus also. Deshalb heißt es nun die letzten Tage in der alten Kita genießen und gespannt darauf warten, wie es in der „neuen“ Kita weitergeht…

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Mein Schatz,

heute ist er, dein großer Tag: du wirst zwei Jahre alt. Einerseits scheint es mir, als hätte ich dich erst gestern auf meine Brust gelegt bekommen, hätte gerade eben erst deine zarten Wirbelchen unter meinen Händen gespürt. Andererseits ist es, als wärst du schon immer Teil meines Lebens, Teil von mir. Wir beide sind gemeinsam gewachsen und genauso, wie du dich in den letzten beiden Jahren entwickelt hast, so habe auch ich mich verändert, weiterenwickelt. Habe gelernt, mich zurückzunehmen. Habe gelernt, wie sehr ich lieben kann. Habe (zu oft) entdeckt, wo meine Grenzen liegen und wie weit ich sie aus Liebe ausdehnen und verschieben kann. Wie beide haben von- und miteinander gelernt. Als Einheit, als Familie.

Du bist in diesem vergangenen Jahr vom Baby zum Kleinkind gereift. Hast nach dem sicheren Gang das Rennen, Hüpfen und Tanzen für dich entdeckt. Bist vom Mama-Dada-Erzählen zum Sprechen und zum Singen gekommen. Hast deine Persönlichkeit weiterentwickelt und die Welt für dich entdeckt. Selbstständig bist du geworden. Ein KiTa-Kind, das sich problemlos vom sicheren Zuhause gelöst und seine ersten Schritte ins „eigene Leben“ gemeistert hat. Was die KiTa angeht, bist du ein kleines Gewohnheitstier geworden. Der einzige Tag im vergangenen Jahr, an dem ich dich weinend verabschieden musste, war der, an dem ich dir kein Frühstück eingepackt hatte, weil du zu Hause schon so viel gefühstückt hattest. Ein böser Fehler, denn der Wechsel in deiner täglichen Routine „ankommen und erstmal etwas essen“ warf dich völlig aus der Bahn. Dein gewohnter Rhythmus, der dir schon zu Hause in so Vielem gut tut, gab und gibt dir eben auch dort, im Kindagarten Halt. Es ist so schön zu sehen, wie wohl du dich dort fühlst. Wie du mit den anderen Kindern spielst, deine Erzieherinnen mit Namen begrüßt „Moagen Menanieee!“ „Hallo ´Abine!“ und genau weißt, wo in dieser kleinen und vertrauten Welt alles seinen Platz hat.

Zuhause ist es manchmal kaum zu fassen, wie unkompliziert es mit dir ist- du bist völlig zufrieden, wenn du in deiner gewohnten Umgebung bist, deine Spielsachen und Gefährte (allen voran das heißgeliebte PukyWutsch) zur freien Verfügung hast und mich immer in deiner Nähe weißt. Schwierig wird es meist nur dann, wenn wir es eilig haben, ich dich „nur noch schnell“ wickeln, umziehen, fürs Schlafengehen fertigmachen (…) muss. Dann nämlich hast du meist ü-ber-haupt gar keine Lust, das mit dir machen zu lassen. Genau in dieser Minute willst du nur auf meinen Arm/ Falladfahleeeeen/Lego bauen (…) und zeigst mir deinen Unwillen durch lautes Schreien, mit den Füßen treten und bitterliches Weinen. Wenn du etwas möchtest, dann machst du diesen Wunsch durch lautes und betontes Rufen („PU-PPEN-WAAA-GEN haben OLibia!“) deutlich und ich muss mir dabei oft auf die Zunge beißen, um nicht laut loszuprusten, so bestimmt skandierst du deine Wünsche. Wann immer ich dich so höre, bin ich mir sicher, dass du in der Kita keine Probleme haben dürftest, dich gegen die älteren Kinder durchzusetzen…

Überhaupt, andere Kinder. Ich habe noch nie ein Kind erlebt, das so verliebt in andere Kinder ist, wie du es bist. Siehst du ein anderes Kind, das dich interessiert, so gehst du meist vor ihm in die Hocke, strahlst es an und fängst in zuckersüßestem Ton ein Gespräch an: „Hallo?“. Dabei lässt du dich von Desinteresse oder schlechter Laune deines Gegenübers nicht im Mindesten aus dem Konzept bringen. Deinen besten Freund P. begrüßt du mit einem derart verliebten Strahlen und einem so süß geflöteten „Hallo P!“, dass seine Mama und ich jedesmal in uns hinein grinsen müssen. Du bist eine leidenschaftliche „Drückerin“ und Küsserin, magst es aber nicht, wenn andere Kinder dich mit einer Umarmung überrumpeln. Umgekehrt lässt du dich jedoch vom Weinen oder Weglaufen deiner „Opfer“ nicht beirren und drückst und herzt sie unbeirrt weiter.

Jeden Montag freust du dich riesig auf unser Kinderturnen. Auch wenn das Anstehen oft unglaublich lange dauert und Mama dir jedes Mal den Spaß verdirbt, sobald du dich heimlich an den Geräten nach vorne schleichen willst (hätte sicher überhaupt keiner gemerkt!), macht es großen Spaß. Du machst Purzelbäume auf den weichen Matte, hüpfst bis du nicht mehr kannst, balancierst zehnmal hintereinander seitlich über den Stufenbarren und kletterst in einem Affenzahn die ganze Sprossenwand hinauf. „Schwebende“ oder wackelige Konstruktionen sind dir noch unheimlich, du bevorzugst es, festen Halt unter deinen Füßen zu spüren. Du liebst es, die Kästen hinaufzuklettern, rennst leidenschaftlich gern über den Parcours aus Kästen mit Matten darüber und bist glücklich, wenn du auf dem Mattenwagen durch die Halle fahren darfst.

Die Musik gehört zu deinen Leidenschaften und erprobtes Mittel, um einen deiner berüchtigten Wutanfälle abzuwenden.

Deine am liebsten gesungenen Lieder:

  • Heidi: Heidi, Heiiiiiiiidi, deine Welt Beeeerge. Dungel Tannen, grine Wiesen Sonnenschein, Heidiiii, Heidi, brau du glicklichsein. Holaidi, hollaidi, holaidi, hollaidi…
  • Meckaling du kleines Ding, such dia eine Tänzerin, huheissasa, huheisassa, ooooo wie ludig tanzt man daaaaa…
  • Tateane, tateane, Sonne Mond und Deeeerne…
  • Tufftufftuff die Eidenbaaahn, wer will mit Juklia faaaahn, alleine fahlen mag ich nis, nehme mia Fofia mit

Deine derzeitigen Lieblingslieder, die du immer wieder hören möchtest (und zu denen du wild und unermüdlich tanzt):

  • Bibi Grampgrump (->Pippi Langstrumpf, von Mama gesungen)
  • Kleine Dampedia (Kleines buntes Trampeltier)
  • Anne Kaffeekanne
  • Krebs (Kawuras)

Was das Spielen angeht, so liebst du derzeit:

  • PukyWutsch fahren
  • Bücher anschauen ->Grala nein! (Klara sagt nein) ->Weiße Fisch (Kleiner weißer Fisch) ->Sachen suchen…
  • Lego bauen
  • Malen
  • mit deiner neuen Küche spielen

Dein derzeitiges Lieblingsessen und -trinken:

  • Pfannkuchen
  • Kuchen aller Art 😉
  • Mandarinen
  • Brezel
  • Käääääse
  • Joghurt
  • Igel (Früchteriegel)
  • Abbelnolle (Apfelschorle)
  • Sobbi

Deine Lieblingsmenschen außerhalb der engsten Familie:

  • Fofia (und deren Eltern)
  • Melalie
  • P.
  • die Nachbarsjungs deiner Großeltern, M. und L. („M. Arm nehmen? L. Hand geben?“)

Wahnsinnig spannend ist derzeit deine sprachliche Entwicklung. Ich habe den Eindruck, du saugst alles, was du hörst, auf wie ein Schwamm. Du sprichst alles nach und hast eine so unglaublich trockene Art, das mitzuteilen, was du denkst, dass du mich damit regelmäßig zum Lachen bringst. Außerdem bist du derzeit geradezu unheimlich höflich und ich schmelze regelmäßig dahin, wenn du Sätze wie „Mama Olibia Kuhlen leinmachen bitte? Bitte Mami?“ sagst. Hach!

  • Beim Anblick meines Adventskalenders morgens: „Oh Gog! Mama! Sau mal!“ (Ähnliches beim Anblick deiner Geburtstagswimpelgirlande- „oh God!“
  • Beim Umziehen: „Mama, Olibia hilft dia! Olibia Hose ausdiehn!“
  • Ich singe im Auto bei einem Kinderlied mit – „NEIN, Mama!“. Ich höre auf zu singen und wippe rhythmisch mit, „tanze“ ein weniog. „NEIIIIN, Mama!“. Ich muss lachen und frage: „Darf ich jetzt gar nichts mehr machen hier?“ – „Nein, Mama, Audo fahlen!!!!!“
  • Bei deinen Großeltern: „Sitz, Emmy! Aus, Emmy! Emmy, weg da!“#
  • „Wad magst du Mami?“
  • „Du dut deslafen, Mami?“

Mein Schatz, ich könnte noch Stunden so weiterschreiben. Es gibt noch so vieles zu erzählen. Vieles, das kaum zu beschreiben ist. Dass ich mich jedesmal wie frisch verliebt fühle, wenn ich mich darauf freue, dich in der Kita abzuholen, zum Beispiel. Wie mein Herz vor Liebe fast platzt, wenn ich dich im Schlaf lächeln sehe. Dass dein erstes „Hab´is lieb, Mama!“ so unbeschreiblich schön war, genauso wie jedes spontane „Sön da du da bit, Mami!“. Dass es mit jedem Tag noch schöner ist, mit dir zusammen eine Familie zu sein.

Aber all das schreibe ich dir ein andermal auf. Statt dessen sage ich dir nur dies:

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, mein kleines großes Mädchen. Du Wunder in meinem Leben.

Ich liebe dich unendlich, mein Kind.

Deine Mama

 

 

 

 

 

 

 

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Heute bist du ganze 22 Monate alt. Das heißt, in 2 (nur noch ZWEI??!!) Monaten wirst du deinen 2. Geburtstag feiern. Der Wahnsinn! Derzeit habe ich fast das Gefühl, als müsste ich dich nächste Woche in den „richtigen“ Kindergarten und übernächste Woche in die Schule schicken. Die Zeit rennt!

Es ist ein wirklich phantastisches Alter, in dem du gerade bist. Klar, jedes Alter war/ ist toll, aber im Moment kann ich die Zeit mit dir einfach in vollen Zügen genießen. Keine Frage, das ist nicht immer so (dazu vielleicht mehr in einem anderen Post 😉 ), aber die meiste Zeit bist du einfach sonnig und es macht riesigen Spaß, meine Zeit mit dir zu verbringen.  Sicherlich liegt das auch mit daran, dass ich durch die Arbeit leider weniger Zeit für dich bzw. mit dir habe, als ich mir das wünschen würde und deshalb jede Minute mit dir genieße. Aber größtenteils liegt es an dir. Du bist einfach ein kleiner Sonnenschein. Wenn du nicht gerade einen filmreifen Wutanfall bekommst, weil irgendetwas nicht nach deinem Köpfchen geht, dann bist du einfach nur herzig. Du bist nicht mehr ganz zu ruhelos, stellst nicht alles auf den Kopf, sobald ich für fünf Minuten beschäftigt bin, sondern spielst oder genießt es, bei mir zu sein. Du singst selbsterfundene Lieder (Lalilalala…; Dudidudidu…), in denen ich manchmal Fragmente mir bekannter Lieder (…wohnen, unden oda oben??/ Dambedia…) wiedererkenne, du läufst, nein, du tanzt durch die Welt, du quatschst mir von der ersten wachen Minute an die Ohren voll (Mama? Mami? Sau mal! …) und lächelst mich mit betörenden Augenaufschlägen an oder bringst mich mit Versteckspielen und lustigen Grimassen zum Lachen. Du hörst alles und siehst alles und du merkst dir alles. Wenn ich dich beim Nachhausekommen frage, ob du heute noch in die Badewanne möchtest, dann brauche ich dich eine halbe Stunde später nicht duschen zu wollen, denn du erinnerst dich genau: „Badeanne!!“. Wenn es am Vortag bei Oma Kuchen gab, dann forderst du beim nächsten Besuch „Kuhen holen?“! So ist das.

Heute hatten deine Großeltern Hochzeitstag. Wir waren spazieren, haben Kuchen gegessen und sind abends essen gegangen. Ich hatte ein paar Bedenken, ob du das Abendessen im Restaurant durchhalten würdest, denn langes Sitzen im Hochstuhl gehört bekanntlich nicht zu deinen Stärken. Entsprechend überrascht war ich, wie entspannt dieser Abend verlief. Du hast deinen Kinderteller fast völlig aufgegessen und danach komplett zufrieden mit Opa gemalt und den ganzen Tisch unterhalten. Dein absolutes Highlight war jedoch das Eis, das dir die nette Bedienung spendierte. Eine Kugel Erdbeereis mit Waffel UND Smarties! Selten habe ich dich so konzentriert gesehen wie beim Verputzen des Eisbechers. Bereits nach wenigen Minuten hattest du dir Technik perfektioniert, mit der du den Becher am besten leer essen konntest. Es blieb tatsächlich nicht das kleinste Restchen mehr übrig. Wir anderen amüsierten uns köstlich darüber, wie du geschickt das Schälchen schräg hieltst, um alle Reste herauslöffeln zu können und genauso über dein verzücktes und gleichzeitig hochkonzentriertes Gesicht. Es war ein wirklich schöner Abschluss eines gelungenen Tages.

Und wie es so oft ist an diesen Tagen, kommt man ins Nachdenken. An die vergangenen Jahre. Ich dachte daran, wie schön wir es haben und wie gut es uns geht und stellte gleichzeitig fest, wie sehr sich unser Leben in den vergangenen Jahren verändert hat…

Heute vor zwei Jahren…

… stand ich einen knappen Monat vor dem Mutterschutz. Ich arbeitete noch, war aber nur noch sporadisch eingesetzt. Psychisch war ich schwer angeschlagen. Es war einerseits anstrengend, mir in der Arbeit nichts anmerken zu lassen, andererseits hielt mich genau das aufrecht. Ich wusste, mit meinen Kollegen über meine Situation zu sprechen, wäre über meine Kräfte gegangen. Ich wollte mich und meine Situation niemandem erklären müssen, daher war es leichter, alle in dem Glauben zu lassen, es liefe alles normal bei uns. Wenn mich Kollegen fragten, ob es mir keine Angst mache, dass der Vater so weit entfernt arbeite, denn es sei schließlich viel zu tun mit so einem Baby, dann musste ich mich schon sehr beherrschen, um nicht laut zu lachen. Das war wirklich meine geringste Sorge. Der Bauch wurde größer und deine Ankunft immer greifbarer. Ich freute mich riesig,war aufgeregt und hatte Angst. Die Tage wurden immer kürzer und das trübe Herbstwetter schlug mir stark aufs Gemüt. Der Geburtsvorbereitungskurs hatte begonnen und dein Geburtstermin rückte näher. Im Schwangerschaftsyoga versuchte ich, ein wenig Ruhe und Kraft zu tanken.Ich lauschte deinen Herztönen am CTG und überlegte mir, was ich für das Wochenbett vorkochen wollte. Babykleidung wurde gewaschen und mit klopfendem Herzen in den Schrank gelegt, nur um sie einen Tag später mit verliebtem Blick wieder in die Hand zu nehmen.

Und: ich freute mich auf dich. Neben der Traurigkeit, der Angst und dem Gefühl von Einsamkeit, weil eben kein zweites Elternteil mit mir auf deine Ankunft hinfieberte, war da eine riesige Freude auf dich. Auf das Leben mit Baby und das Mamasein. Freude darauf, den süßen Duft deines Köpfchens zu riechen und stolz den Kinderwagen zu schieben. Freude darauf, dich stundenlang in den Armen zu halten und nachts deinen Atem zu hören. Vorfreude, dieses Zappeln, das wie Wellen meinen kompletten Bauch bewegte, endlich ohne Hindernisse beobachten zu können. Dich zu halten, zu küssen und deine Mama zu sein.
Und heute weiß ich: ich hatte keine Ahnung davon, was mich erwartete. Welche Aufgabe und welches Glück auf mich wartete.

Heute vor einem Jahr…

…warst du genau zehn Monate alt. Wir verbrachten die Woche um den 03. Oktober im Urlaub. Du hattest in der Woche zuvor begonnen durchzuschlafen und ich genoss das ungemein. Nach einem dreiviertel Jahr mit teils wirklich höllischen Nächten war dies eine unglaubliche Erholung für mich. Und auch abends hattest du mehr Ruhe gefunden. Es gab Abende, da wachtest du kein einziges Mal auf. Die gute Bergluft und die vielen neuen Eindrücke, die du den Tag über genießen durftest, schienen dir sehr gut zu tun. Es war ein toller Urlaub., zumal ich immer wieder daran dachte, wie ich im November des Vorjahres genau hier hochschwanger Urlaub gemacht hatte. Wie vieles hatte sich doch verändert, seit du da warst! Zehn Monate war ich deine Mama und ich war es mit vollem Herzen. Auch wenn mich diese zehn Monate mich oft genug an meine Grenzen gebracht hatten- sie waren wunderschön.

Noch hatte ich vier volle Monate mit dir zu Hause und ich konnte mir nicht vorstellen, wie es werden würde, wenn ich wieder anfangen musste zu arbeiten. Wir hatten uns so aufeinander eingespielt. Morgens gegen acht trankst du deinen Schoppi im Laufstall, während ich frühstückte. Dann ging ich ins Badezimmer, duschte und zog mich an, bevor ich dich holte und dich tagfein machte. Anschließend wurschtelten wir meist ein wenig in der Wohnung herum, gingen einkaufen oder spielten, ehe es Mittagessen gab. Manchmal machten wir gemeinsamen Mittagsschlaf, manchmal legte ich dich alleine hin (wobei du alleine immer vieeeel kürzer schliefst…). An den Nachmittagen trafen wir uns zum Spazierengehen mit anderen Mamas und ihren Babys oder mit meinen Freundinnen, besuchten deine Oma oder gingen einkaufen. Montagnachmittags trafen wir uns jede Woche mit deinem Freund P. und seiner Mama zum gemeinsamen Spazierengehen. Mittwochs hatten wir Babyschwimmen, nach dem wir beide immer völlig platt und reif für den Mittagsschlaf waren. Donnerstags war PeKip und Freitagmorgen der Musikgarten. Es war eine wunderbare und intensive Zeit. Das Gefühl von Langeweile, vor dem ich mich im Mutterschutz manchmal gefürchtet hatte, kam niemals auf. Statt dessen: Leben. Neue Menschen, neue Unternehmungen, neue Erfahrungen. Und du! Meine Sonne, meine Herausforderung, meine große Liebe. Manchmal hast du mich wahnsinnig gemacht, mit deiner Schlaferei, mit deiner kurzen Aufmerksamkeitsspanne, damit, dass ich immer gefragt war und du dich außer der halben Stunde morgens nie alleine beschäftigen wolltest. Damit, dass ich abends nicht einfach sagen konnte: „Geh du bitte, ich KANN nicht mehr!“ Ich musste können.

Aber: all das machtest du mehr als wett. Mit deinem Wesen, deinem Lächeln, deiner Liebe. Deinem Mamamamama. Dem Duft deiner Haut und deinem zuckersüßen Lächeln. Damit, dass es dich gab. Mein Kind, meine große Liebe.

Heute…

… bist du also 22 Monate alt. Manchmal machst du mich immer noch wahnsinnig und ich dich vermutlich auch. Wenn du beim Kürbissuppe essen auf einmal anfängst zu grinsen und mit dem Löffel in der Luft herum wedelst, zum Beispiel. Oder wenn du beim Wechseln einer wirklich grausamen Windel mittendrin die Zusammenarbeit verweigerst und mich mit den Füßen wegtrittst, zum Beispiel. Wenn du nicht mehr Treppe laufen möchtest, während ich drei Taschen, einen Wäschesack und einen Korb in den dritten Stock trage, zum Beispiel.

Ansonsten ist es einfach wunderbar mit dir. Du lernst jeden Tag neue Wörter, saugst sie auf wie ein Schwamm und bringst mich zum Lachen, wenn du auf einmal Worte wie „Quatschnudel“ nachsprichst. Du zählst von 5 bis zehn und ich habe keine Ahnung, woher du das kannst.

Zwei Tage in der Woche sehe ich dich erst gegen 17 Uhr wieder. Das ist für dich insofern schön, weil du an diesen Nachmittagen, während ich arbeite, exklusive Oma- und manchmal auch Opa-Zeit hast. Aber es macht mich manchnmal traurig, dass uns, dir und mir, diese Zeit fehlt. Als ich vergangene Woche außerplanmäßig an zwei aufeinanderfolgenden Tagen so spät nach Hause kam, hingst du am dritten Tag nachmittags wie ein Äffchen an mir und suchtest meine Nähe. Wir haben beide daran zu knabbern, wenn wir uns so lange nicht sehen. Ohnehin bist du viel kuscheliger geworden. Abends bekomme ich einen Gutenachtkuss, du umarmst mich täglich mehrmals stürmisch und oft wirfst du dich lachend auf meinen Rücken, wenn ich gerade auf dem Boden sitze oder mich herunterbücke.

Du schläfst seit einem Jahr durch und schläfst abends und mittags ohne Probleme alleine ein. Dein Heiabett, wie du es selbst nennst, liebst du heiß und innig. Du gehst gerne in die KiTa und magst deine Erzieherinnen und Spielkameraden. Du bist immer noch ein wilder kleiner Wirbelwind, der ständig in Bewegung ist. Bist älter geworden, kleinkindlicher. Hast dich verändert, weiterentwickelt und bist doch ganz DU geblieben.

Und wenn ich so zurückschaue auf die vergangenen beiden Jahre, dann bin ich unendlich froh und dankbar. Dankbar um dieses Wunder in meinem Leben. Darum, wie schön mein Leben mit dir ist. Unser Familienleben. Wie sehr ich dich liebe und wie aufregend es ist, dich beim Aufwachsen zu begleiten und zu unterstützen, Deine Mama zu sein. Manchmal fühle ich mich wie der größte Versager, manchmal habe ich das Gefühl, gar nicht so schlecht in dem zu sein, was ich tue. Letzteres besonders dann, wenn ich dich bei etwas beobachte und heimlich vor Stolz auf dich fast platze. Wenn du anderen Kindern auf dem Spielplatz zum Beispiel ihre Sandspielsachen mit einem „Bitte“ überreichst. Oder du deinen besten Freund zur Begrüßung umarmst und seinen Rücken streichelst. Dann denke ich, dass ich gar nicht so viel falschmachen kann, so wunderbar, wie du bist.

Ich liebe dich, mein Mädchen!

Deine Mama

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Was war toll diese Woche? Welche Erlebnisse, egal wie klein oder groß, haben mich glücklich gemacht? Worüber habe ich gelächelt, mit wem gelacht?

Meine Glücksmomente in der KW 30:

… nach einem Ausgehabend bei meinen Eltern zu schlafen, die auf das Olivenkind aufpassten. (was diese vermutlich etwas bereuten, als die Madame gegen halb eins aufwachte, laut Oma? OMA! rief und fortan bis 2.15, als nämlich ich nach Hause kam, im Bett der Großeltern saß und abwechselnd Hallo Kinder; Omaaaa; Ooooopaa und Meine Mamaaaa sang… Bei MIR im Bett kuschelte sie sich dann glücklicherweise nur kurz an und schlief dann ein *chrchrchr*) Mit dreißig bei den Eltern zu übernachten ist toll, weil du dich wieder wie ein Teenager fühlen kannst. Du kannst dein Kind gegen acht Uhr (nachdem es seit sieben neben dir im Bett herumturnt *grrr*) bei den Großeltern im Bett abliefern, selbst bis zehn Uhr ratzen und dann an einen gedeckten Frühstückstisch sitzen. Während deine Eltern nach dem Frühstück mit deinem Kind spazieren gehen, liegst du im Zimmer deiner Schwester faul auf dem Bett und plauderst mit ihr. Und nach dem Spaziergang schnappst du dir dein Kind und ihr macht zwei Stunden Mittagsschlaf, ehe ihr euch an den abermals gedeckten Tisch mit fertig gekochtem Mittagessen setzt. Erholsam wie ein Kurzurlaub! Und dazu ganz viel Familienzeit! Soo schön! (vom Olivenkind war nach dem Wochenende natürlich nur noch Oma? Opa? Tante? zu hören… Mama war da ein eher schwacher Ersatz 😉 )

… ein Kuschelnachmittag mit dem (leider kranken) Olivenkind. Selten und daher umso herzerwärmender.

… ein spontaner Ausgehabend mit der Herzfreundin gestern Abend. Nicht allzulange, aber guuuut für die Seele! Viel Mädchentratsch, schicken Kleidchen und hohen Schuhe und traumhafte Sommertemperaturen… Was will man mehr?

… SOMMER! Endlich blauen Himmel sehen, Sonne auf der Haut spüren, luftige Kleidung tragen, bereits morgens erahnen, wie heiß der Tag werden wird, Eis essen, abends eiskalten Weißwein auf dem Balkon trinken, bei weit geöffnete Balkontüren auf der Couch liegen, laue Abende genießen… Der Sommer ist für mich einfach die allerallerschönste Jahreszeit! ❤

… endlich frei haben! Kein Balancieren zwischen Arbeit, Kita, Kind und Verpflichtung mehr, sondern ganz viele lange Wochen lang wirkliche Freiheit und Freizeit. Ganz viel entspannte Zeit mit dem Olivenkind haben und endlich wieder nach unserem Rhythmus leben, nicht nach Arbeitszeiten und Weckerklingeln. Und, auch nicht zu verachten: durch genial wenige Schließtage (GAR keiner im Sommer!) ganz viele wunderbare freie Vormittage für mich! Eines ist sicher, ich werde sie zu nutzen wissen 😉

… einen ganzen Tag nur für mich! Der heutige Tag gehörte mir ganz alleine. Das Olivenkind ging zum ersten Mal seit Montag wieder in die Kita (und spricht ganz toll das Wort „Kindergarten“ nach, wenn man es ihr sagt <3) und wurde danach von ihrem Vater abgeholt. Das hieß: Bis 18 Uhr nur Zeit für mich! Mit Kaffee und Müsli in der Sonne liegen, mich „bräunen“ (haha…), lesen, Blogs durchstöbern, telefonieren, im Freien essen, Nägel lackieren… ein Traum! Und nach denvollgepackten letzten Wochen wunderbar entspannt.

 

Und ihr so?

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